Die Sehnsucht nach Freiheit hat die Angst der Menschen schrittweise besiegt. Joachim Gauck

SignsAward17: Annegret Kramp-Karrenbauer zur „Politikerin des Jahres“ gekürt

SignsAward kürt Annegret Kramp-Karrenbauer zur „Politikerin des Jahres“ – Shootingstar Max Giesinger, Oscarpreisträger und Film-Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann sowie Google-Deutschland-Chef Philipp Justus freuen sich über Preise – Insgesamt elf Geehrte feiern Crossover-Kommunikation in München.

Die Preisträger und Laudatoren des Signs Award 17 v.l.n.r.: Moses Pelham, Alex Gernandt, S.K.H. Leopold Prinz von Bayern, Eva Håkansson, Martin Haas, Körner, Max Giesinger, Julia Kautz, Frank Stieler, Carsten Kratz, Jens Lönneker, Niclas Castello, Stefan Endrös, Christiane Goetz-Weimer, Nina Eichinger, Philipp Justus, Quirin Berg, Max Wiedemann, Annegret Kramp-Karrenbauer, Hans Demmel, Sigmund Gottlieb, Cassandra Steen, Wolfram Weimer

Ein Chartstürmer, der spontan zur Gitarre greift und unplugged einen seiner Hits singt, und die schnellste Frau der Welt, die für das Publikum ihr langes Kleid lupft, um ihre nachhaltigen, selbst designten Schuhe zu zeigen: Eine große Bühne für Promis bot der SignsAward17 in München. Die Preisverleihung für die Zeichensetzer in der Kommunikation hüllte aufgrund ihrer Promidichte die Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in ein Blitzlichtgewitter. Der 7. SignsAward, den die WEIMER MEDIA GROUP und Journal International – The Home of Content veranstalteten, vereinte bekannte Preisträger und Laudatoren aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Gesellschaft. Unter den elf Preisträgern fanden sich unter anderem Annegret Kramp-Karrenbauer als „Politikerin des Jahres“, Google-Deutschland-Chef Philipp Justus, Hans Demmel, Geschäftsführer von n-tv, und Max Giesinger.

Auch wenn er sonst vor mehreren tausend Menschen auftritt: Als Max Giesinger vor den 200 Gästen im Audimax-Kino der HFF steht, ist der Sänger aufgeregter als vor einem seiner Konzerte. Er befindet sich mit seiner SignsAward-Trophäe auf der Bühne, und bedankt sich, doch reden liegt dem Sänger nicht. Da singt er doch lieber. Spontan. „Darf ich da mal einen klimpern?“, sagt Giesinger lachend und blickt auf die Gitarre am Rand der Bühne, die eigentlich nicht für ihn dort liegt. „Ich bin gar nicht eingesungen, und dann war ich gestern auch noch einen trinken.“ Dennoch gerät die Version seines Hits „Wenn Sie tanzt“ fehlerfrei und äußerst bewegend. Große Emotionen lieferte auch der weitere Live-Act Körner. Der Sänger und Texter, der als Newcomer die Auszeichnung erhielt, stellte bei der Preisverleihung seine zwei Songs „Marie P.“ und „Gänsehaut lügt nie“ vor. Eine Parallele zu Wincent Weiss, der den SignsAward 2016 in derselben Kategorie bekam und auch auf dieser Bühne performte. Und auf jener Bühne nahmen die Film-Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann von Laudatorin, Schauspielerin und Moderatorin Nina Eichinger bewegt den Award in ihrer ehemaligen Hochschule entgegen.

Trotz Glamour, Reden und Trophäen: „Wir verleihen keinen Bambi der Multiplikatoren oder kein Goldenes Mikrophon“, sagte Christiane Goetz-Weimer, Verlegerin der WEIMER MEDIA GROUP. Der SignsAward sei eine Ehrung für diejenigen, die in der Kommunikation einen besonderen Akzent gesetzt haben. „Der Abend steht im Zeichen der Offenheit des Wortes.“ Fundamentale Werte der Kommunikation wie Wahrheit, Freiheit, Offenheit, Toleranz und Menschenrechte seien in Zeiten wie diesen wichtiger denn je. Dass Kommunikation auch entgleisen kann, führte Stefan Endrös, Geschäftsführer von Journal International – The Home of Content, an und nannte Fake-News, Shit-Storms im Internet und Lügenkampagnen als Beispiele. „Wir müssen schauen, dass sich diese Entwicklung nicht unkontrolliert fortsetzt. Deshalb müssen wir Haltung zeigen und Trends setzen.“ Dafür stehe der SignsAward. Und dessen Preisträger haben – jeder auf seine Weise – fundamentale Werte der Kommunikation vorgelebt, betonte Goetz-Weimer. Die Crossover-Kommunikation mit Bewegern aus allen Branchen klang mit der Crossover-Küche von Frühauf Genuss beim Gala-Dinner aus.

Sonderpreis „Politikerin des Jahres“ für Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer sorgte für den politischen Überraschungserfolg des Jahres: „Sie hat im März einen furiosen Wahlsieg hingelegt“, sagte Ilse Aigner, Bayerische Ministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie. Die CSU-Politikerin hielt die Laudatio auf die saarländische Ministerpräsidentin, die beim SignsAward mit dem Sonderpreis als „Politikerin des Jahres“ ausgezeichnet worden ist. Kramp-Karrenbauer habe die Extreme in die Schranken gewiesen und mit ihrem etwas anderen weiblichen Politikstil überzeugt, der ihr parteiübergreifend Sympathien einbrachte. „Demut, Orientierung an der Sache und den Bürgern sind für sie entscheidende Kriterien“, ergänzte Aigner. „Zu einer guten Politik gehören ein Gerüst an Werten, ein hartes Stück Arbeit und die Fähigkeit, zu kommunizieren“, erläuterte Kramp-Karrenbauer in ihrer Dankesrede. Die CDU-Politikerin versteht ihre Auszeichnung mit dem SignsAward daher auch als „Verpflichtung für die Zukunft“.

Preis in der Kategorie „Shootingstar“ für Sänger Max Giesinger

„Es ist für mich immer noch skurril, dass ich einen Preis bekomme“, sagte Max Giesinger. „Wenn man an die Zeit vor zwei bis drei Jahren denkt.“ Nach seinem vierten Platz in der Castingshow „The Voice of Germany“ im Jahr 2012 ebbte der Hype um seine Person und Musik schnell wieder ab, und so spielte Giesinger einige Zeit wieder in kleinen Clubs. Dann zur Fußball-Europameisterschaft 2016 die überraschende Wende: Mit seinem zweiten Album und dem Song „80 Millionen“ folgte der Durchbruch, die Explosion. Mit seinen selbstgeschriebenen Songs wurde der Sänger zum Sprachrohr einer Generation, die alles erreichen will und trotzdem nicht genug vom Leben bekommt. Bei allem Erfolg: „Trotzdem ist Max Giesinger immer der Junge mit der Gitarre geblieben, wie ich ihn damals kennengelernt habe“, sagte Laudatorin und Sängerin Julia Kautz.

Preis in der Kategorie „Glaubwürdigkeit“ für Hans Demmel, Geschäftsführer von n-tv

Er pflegt beim Nachrichtenjournalismus in Zeiten von Fake News eine Kultur der Wahrheit, offenen Debatte und Toleranz: Hans Demmel, Geschäftsführer von n-tv, verdient dafür den SignsAward in der Kategorie „Glaubwürdigkeit“. „Wenn wir über Glaubwürdigkeit sprechen, habe ich das Gefühl, dass das Thema noch nie so wichtig war“, sagte Sigmund Gottlieb, Laudator, ehemaliger Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens im Ruhestand, über Glaubwürdigkeit im Journalismus. Demmels Wechsel vom öffentlich-rechtlichen ins private Fernsehen – von BR zu Sat. 1 und RTL – begleitete die Ablehnung von „Pille-Palle-Formaten und Tutti-Frutti-Programmwelt“. „Er wollte das Gegenteil beweisen“, erläuterte Gottlieb. Seit inzwischen einem Jahrzehnt lenkt Demmel als Geschäftsführer die Geschicke von n-tv. „Sie liefern den Beweis, dass man Geld verdienen und trotzdem Haltung bewahren kann“, sagte Gottlieb zu Demmel. Der Preisträger antwortete: „Die Leidenschaft für die Wahrheit ist das Wichtigste, das wir im Journalismus mitbringen.“

Preis in der Kategorie „Newcomer“ für Musiker Körner

„Ich bin pudelnass vor Glück“, gestand Sänger und Texter Körner, der in der Kategorie „Newcomer“ geehrt wurde. Neben der Auszeichnung selbst bewegte Körner auch, wer ihm die Trophäe überreichte: Sänger Wincent Weiss. Dieser erhielt 2016 den Preis als „Newcomer“ und ging kurz darauf mit seinem Song „Musik sein“ durch die Decke. Vielversprechende Vorzeichen also für den diesjährigen Preisträger. „Mit dem Omen, das mir der SignsAward gebracht hat, wünsche ich ihm ein wundervolles Jahr“, sagte Wincent Weiss. Zuversichtlich darf Körner in jedem Fall auch wegen seiner Musik selbst sein: In seinem Deutsch-Pop vereint er eingängige Melodien mit poetischen Texten.

Preis in der Kategorie „Leidenschaft“ für Rennfahrerin Eva Håkansson

Sie hält den Weltrekord als offiziell schnellste Frau der Welt: Die Schwedin Eva Håkansson fuhr mit ihrem selbst konstruierten Elektro-Streamliner 434 Stundenkilometer. „Die Rekordfahrt beschreibt sie als einen Mix aus Horror und Energie“, sagte Laudator Leopold Prinz von Bayern. „Ich bin immer noch ganz erstaunt, wie man mit einem Motorrad-Elektroantrieb auf diese Geschwindigkeit kommt“, ergänzte der ehemalige Rennfahrer. Als noch niemand an den Elektroantrieb glaubte, tüftelte Håkansson schon an entsprechenden Gefährten. Inzwischen ist die Rennfahrerin Rekordhalterin, Autorin und Rednerin, die sich leidenschaftlich für Elektromobilität einsetzt. „Elektromobilität ist schnell und sexy“, sagte Håkansson. Wenn jemand fragt, was sie da genau mache, dann antworte sie: „Ich schütze den Planeten mit 400 km/h.“ Und diese Philosophie, die Erde zu beschützen, lebt sie in jeder Facette. „Ich trage ein Second-Hand-Kleid und selbstgemachte Schuhe aus Plastik“, sagte die Schwedin, während sie ihr langes blaues Kleid anhob, um Bein und ihre extravaganten High-Heels zu zeigen.

Preis in der Kategorie „Ehrlichkeit“ für Event-Unternehmer Jochen Schweizer

Event-Unternehmer Jochen Schweizer hat die bayerische Ministerin Ilse Aigner zu etwas gebracht, was sich noch nicht viele Politiker getraut haben. „Ilse Aigner ist mit mir schon einmal im Windkanal geflogen. Das war im Dirndl aber nicht möglich, also haben wir sie in einen schönen Anzug gepackt“, erzählte der Gründer und Active Chairman der Jochen Schweizer Unternehmensgruppe schmunzelnd. „Jochen Schweizer macht aus Momenten Erlebnisse. Er ist nicht nur Geschäftsführer, er verkörpert auch das, was er verkauft“, sagte Laudator Stefan Endrös, Geschäftsführer von Journal International – The Home of Content. Deshalb auch die Auszeichnung in der Rubrik „Ehrlichkeit“. Der Ex-Stuntman, Extremsportler, Weltrekordler und Geschäftsmann ist zur Marke geworden. Zu einer authentischen Marke. „Eine authentische Marke lebt nicht über Marketing, sondern über das, was die Menschen vorhaben“, sagte Schweizer. Deshalb habe er sein Leben lang für Erlebnisse gearbeitet, sei gefallen und wieder aufgestanden. Ob Bungeejumping oder ein schönes Abendessen, alles bietet besondere Momente: „Ein Candlelight-Dinner ist auch Adrenalin – je nachdem, wie es ausgeht.“

Preis in der Kategorie „Engagement“ für die Film-Produzenten Quirin Berg und Max Wiedemann

Quirin Berg und Max Wiedemann zählen zu den erfolgreichsten Produzenten Deutschlands. 2016 landeten sie mit der Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“ einen Sensationserfolg – als meistgesehener deutscher Film des Jahres. Die ehemaligen Absolventen der HFF, die mit Streifen wie „Das Leben der Anderen“ oder „Männerherzen“ schon einige Preise und Ehrungen einheimsten, wurden mit dem SignsAward in der Rubrik „Engagement“ bedacht. „Sie schenken ein Stück Unvergänglichkeit und nehmen Themen auf, vor denen andere zurückschrecken“, sagte Laudatorin, Schauspielerin und Moderatorin Nina Eichinger. Bei „Willkommen bei den Hartmanns“ war es die Flüchtlingsthematik. „Wir haben den humoristischen Weg gewählt. Krisen sind auch eine Chance, daran zu reifen“, sagte Max Wiedemann. Und Quirin Berg betonte: „Besonders ist, dass sich Filme für etwas engagieren.“

Preis in der Kategorie „Innovation“ für Google-Germany-Chef Philipp Justus

„Mir ist das fast peinlich, weil wir nicht immer so viele freundliche Worten hören“, sagte Google-Germany-Chef Philipp Justus schmunzelnd, als er den SignsAward für „Innovation“ entgegennahm. Immerhin wird der Milliardenkonzern von Datenschützern nicht oft mit Lob überhäuft. Trotz aller Kritik: Der Internetriese ist eines der erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit. „Mir gefällt Google wegen der Haltung des Revolutionären“, bekannte Laudator Wolfram Weimer, Verleger der WEIMER MEDIA GROUP. Immerhin sei Google „Neugier-Weltmeister“. Der Konzern baue Innovation auf Innovation, renne aber trotzdem stetig weiter – mit immer neuen Experimenten. „Ihr Kopf ist kein Besserwisser, sondern ein Bessermacher“, sagte Weimer über Justus.

Preis in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ für die Soulband Glashaus

Nach zehn Jahren Pause hatte die Band Glashaus nun den Mut, ihr Comeback-Album mit dem Titel „Kraft“ zu veröffentlichen. Anfang der 2000er Jahre landete die Gruppe mit der musikalischen Heimat in Hip-Hop und Soul Hits wie „Wenn das Liebe ist“ und „Haltet die Welt an“. Weil ihre Musik Zeiten und Pausen überdauert, bekam Glashaus mit Sängerin Cassandra Steen, Rapper und Produzent Moses Pelham sowie Komponist und Produzent Martin Haas den SignsAward in der Kategorie „Nachhaltigkeit“. „Glashaus war Wegbereiter für viele andere Künstler. Sie haben dazu ermutigt auf Deutsch zu singen“, sagte Alex Gernandt, Journalist und ehemaliger Chefredakteur der BRAVO. Nach Rap-Anfängen auf Englisch wechselte Moses Pelham vor rund 25 Jahren die Sprache. Pelham: „Mir war schnell klar, dass die Kommunikation auf Deutsch sein muss, um die Hörer zu erreichen.“

Preis in der Kategorie „Vertrauen“ für Frank Stieler, CEO der KraussMaffei Group

Mit Weißbier, Brezen, Schweinsbraten und Kartoffelknödeln in dunkler Sauce hat Frank Stieler, CEO der KraussMaffei Group, eine der größten Übernahmen der deutschen Industrie zum Erfolg geführt. Der Einstieg des größten Chemiekonzerns Chinas ChemChina bei der KraussMaffei-Gruppe stellte mit 925 Millionen Euro die größte Einzelinvestition eines chinesischen Unternehmens dar. Stieler konnte die Politik von der Übernahme überzeugen, aber auch die Mitarbeiter, erläuterte Laudator Carsten Kratz, CEO der Boston Consulting Group. „Heute gilt die Übernahme in den Medien als Paradebeispiel für Vermittlung zwischen den Kulturen.“ Für das geschenkte und zurückgegebene Vertrauen erhielt Stieler nun den SignsAward in der gleichnamigen Kategorie. „Ich freue mich über die Auszeichnung, über etwas, das die Industrie nicht kennt“, sagte Stieler lächelnd. „Wir haben Erfolge, aber keine Ehrungen.“ Er betonte: Durch Vertrauen in der Kommunikation werden Werte geschaffen, ohne einen einzigen Cent zu investieren.

Preis in der Kategorie „Vision“ für Künstler Niclas Castello

Niclas Castello zählt inzwischen zu den „Top-Künstlern dieser Welt“, wie sein Laudator Jens Lönneker, Geschäftsführer von Rheingold Salon Marktforschung, betonte. Um mit seinen Artworks Furore zu machen, musste Castello allerdings erst seine Heimat den Thüringer Wald verlassen, ehe er im Ausland schließlich vollends anerkannt wurde. Sein Markenzeichen ist es, Gegenstände zu Zeichen zu machen, zum Beispiel ein Chanel-Zeichen auf einem Feuerlöscher oder ein Bild hinter Plexiglas. Seine Kunst kommentiert er aber nicht. „In der Regel sprechen die Bilder für sich, ich lasse mich nur fotografieren“, sagte Niclas Castello schmunzelnd.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Thilo Sarrazin, Vera Lengsfeld, Vera Lengsfeld.

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