Der Papst ist kein Antisemit. Martin Mosebach

Der Schulz-Zug fährt nach Nirgendwo

Die Landtagswahl von Nordrhein-Westfalen wurde so zur jüngsten einer Reihe von Ohrfeigen für Schulz. Ein um die andere Wange hinhalten muss er jetzt für seine schwadronierende Politik.

Der Schulz-Zug fährt nach Nirgendwo

In der Wirtschaft habe ich es oft aus nächster Nähe beobachten können: Nach dem operettenhaften Aufstieg folgt der jähe Fall. Denn am Ende beurteilen die Menschen nach Substanz. SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat für seine schablonenbedienende, substanzlose Rhetorik die Quittung an der Urne erhalten.

Die Landtagswahl von Nordrhein-Westfalen wurde so zur jüngsten einer Reihe von Ohrfeigen für Schulz. Ein um die andere Wange hinhalten muss er jetzt für seine schwadronierende Politik. Zudem hat Rot-Grün in NRW schwere Fehler begangen: Mit einer ideologisch getriebenen Schulpolitik an Schülern und Eltern vorbei: Operationen am offenen Herzen ohne Not!
Mit einer Wirtschaftspolitik ohne jegliche Relevanz und Vision. Mit einer larmoyanten Gerechtigkeitsdebatte, die die recht stabile Lebensrealität der großen Mehrheit der Menschen in diesem Lande ignoriert. Mit einem sich ans Amt klammernden Pannen-Innenminister Jäger.
Einer, der das vorausgesehen hat, dürfte am gestrigen Sonntagabend ein gutes Glas Rotwein darauf getrunken haben, dass man ihm die Wahlergebnisse dieses Jahres nicht mehr anlasten kann: Ex-SPD-Vorsitzender Siegmar Gabriel. Dem sonst üblichen Schafott seiner Parteifreunde ist er entkommen.

Am liebsten ein kleines Venezuela

Der Schulz-Zug fährt nun weiter nach Nirgendwo. Kein Bündnis kommt einem derzeit so vermodert vor wie Rot-Grün. Düsterer noch sähe es mit Rot-Rot-Grün aus. Die Linken wollen aus Deutschland am liebsten ein kleines Venezuela machen mit Misswirtschaft und Versorgungsengpässen.

Es ist übrigens kein Zufall, dass die Linken die meisten Stimmen an die AfD verloren haben. Die Grünen hantieren mit Umerziehungsexperimenten, und die SPD bedient die Mär eines ungerechten Landes.

Aber die Mehrheit der Deutschen hat längst erkannt, dass das irdische Glück nicht in gleich großen Stücken eines schrumpfenden Kuchens nur aus einheimischen Zutaten liegt. Die Wähler erwarten zu Recht einen Kuchen, der aufgeht und von dessen Wachstum alle profitieren. Für den Wechsel haben in NRW gerade auch junge Menschen und Selbständige gestimmt.

Keine Knebelkoalition in NRW, sondern liberale Handschrift

Zwei Schlüsse lassen sich aus NRW ziehen: Wer keine Substanz bietet, wird abgewählt. Wer Substanz und Charisma bietet, schafft es sogar aus der APO in aussichtsreiche Koalitionsgespräche. Landesvater in spe Armin Laschet tut jetzt gut daran, den Weg frei zu machen für ein liberales, innovatives NRW.

Klar ist: Eine Knebelkoalition wie 2009 im Bund wird sich die FDP jedenfalls nicht noch einmal bieten lassen. Aus dieser bitteren Erfahrung haben wir nachhaltig gelernt.

Quelle: Huffpost

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Egidius Schwarz, Jürgen Fritz, Boris Palmer.

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