„Ich rede am liebsten mit Kindern; denn von ihnen darf man doch hoffen, dass sie einmal Vernunft-Wesen werden. “ Søren Kierkegaard
Der Journalist ist Gründungsmitglied und Projektleiter von iRights.info, welches 2006 mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet wurde. Seine Texte zu Themen wie Urheberrecht und verschiedene Aspekte der Digitalisierung erschienen unter anderem in „brand eins“, „taz“, „FAZ“ und „Die Zeit“. Spielkamp war Sachverständiger in der Enquete-Kommission „Internet und Digitale Gesellschaft“ und ist auch in der Aus- und Fortbildung von Journalisten tätig. Er ist Vorstandsmitglied bei „Reporter ohne Grenzen“ und bloggt auf immateriblog.de.
Die Leistungen der Presseverlage sind grundlegend schützenswert – doch eine Verwertungsgesellschaft würde den Wettbewerb verzerren und Innovationen die Luft abschnüren. Die Alternative liegt auf der Hand.
Das Internet rüttelt an demokratischen Strukturen – und kann dabei helfen, sie zur Geltung zu bringen. Die Politik sollte die Proteste gegen ACTA ernst nehmen – drei Gründe sprechen gegen das Abkommen.
Das Urheberrecht ist auch im digitalen Zeitalter nicht überflüssig – doch die Netzaktivisten haben recht, wenn sie die derzeitige Situation für untragbar erklären; drakonische Strafen helfen im Diskurs nicht.
Wir müssen die Sorgen der Künstler genauso ernst nehmen wie die Ängste der Netzgemeinde vor dem Verlust von Freiheit. Fest steht jedoch: Ohne den Schutz des geistigen Eigentums ist die Zukunft von Kunst und Kultur bedroht.
Die einen wollen die Regulierung des Internets zur Einführung einer Online-Diktatur nutzen. Die anderen verteidigen im Namen des Internets einen naiven Anarchismus. Beide übertreiben. Denn: Auch heute noch können wir uns an unseren alten Rechtsnormen orientieren.
Im Streit ums “Google Book Settlement” wird immer wieder der Begriff des geistigen Eigentums beschworen. In Wirklichkeit ist aber alles nur eine Frage der richtigen Verteilung.
Die von den Piraten vorgeschlagene Reform des Urheberrechts ist lächerlich. Die junge Partei kann nicht in Zusammenhängen denken. Sorgen müssen wir uns dennoch nicht machen.
Das bisherige Urheberrecht ist vom technischen Fortschritt überholt worden. Die Frage ist: Was kommt jetzt? Sicher ist, dass der Schaffende weiterhin im Mittelpunkt stehen muss. Die Frage nach geistigem Eigentum lenkt da nur ab.
Das geistige Eigentum und das WorldWideWeb – ist das die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft? Nein. Die Geschichte von Geist und Geld im Netz ist eine Geschichte mit vielen Schlupflöchern, von falsch verstandenem Gemeingut und wenigen guten Lösungsansätzen, bei der ein kollektives Happy End noch in weiter Ferne scheint.