„Demokratien sind in ihren Aspirationen besser als die Menschen, die in ihnen leben.“ Anthony Grayling
MIGRANT! 2011 soll mein Unwort des Jahres 2010 wieder aus dem allgemeinen Wortschatz verschwinden, und zwar dorthin, wo es hingehört: in die Müllcontainer der Behörden.
Am 17. Januar 2012 wurde das offizielle Unwort des Jahres gekürt: Döner-Morde. Laut Jury-Begründung stehe der Ausdruck “prototypisch dafür, dass die politische Dimension der Mordserie jahrelang verkannt oder willentlich ignoriert wurde”. Die Redaktion hatte zuvor intern Vorschläge gesammelt und diskutiert.
Mein Unwort des Jahres: Blackout! Unwissenheit ist kein Freibrief für schlechtes Handeln, und schon gar kein Grund, sich aus der eigenen Verantwortung zu stehlen.
Mein Unwort des Jahres: Unwort! Denn Unwörter sind entweder fürchterlich banal und kurzlebig oder, noch schlimmer, etablieren ein diskriminierendes Wort in der Sprache. Sie machen aus Modeerscheinungen Begriffe, die in den kollektiven Sprachgebrauch übergehen und damit zur dauerhaften Diskriminierung beitragen.
Mein Unwort des Jahres: Sünderländer. Können denn Schulden Sünde sein?
Von wegen Arabischer Frühling. Wenn wir die Ereignisse in Nordafrika und dem Nahen Osten unter diesem Schlagwort betrachten, laufen wir Gefahr, die wahre Bedeutung der Geschehnisse zu übersehen.
Der Gutmensch wäre fast Unwort des Jahres geworden. Doch die Entscheidung sagt wenig über den Begriff, sondern mehr über die Diskurskultur in Deutschland aus.