„Nur weil in einer Herde von Schafen eines schwarz ist, ist nicht gleich die ganze Herde schwarz.“ Bernd Heinrich Graf
Das deutsch-französische Verhältnis braucht dringend eine Frischzellenkur – aber ohne Sarkozy und Merkel. Sie haben es beide nicht geschafft, Europa eine Vision zu verleihen.
Frankreich und Deutschland brauchen einander in der Krise – doch nach dem Verlust der französischen Top-Bonität und der Wahl des neuen Präsidenten François Hollande kriselt es zwischen dem einstigen Führungsduo der EU.
Nicht nur zwischen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy stimmt es nicht. Auch zwischen den beiden Völkern herrscht zunehmend Unverständnis. Spätestens wenn es Mitte des Jahrhunderts mehr Franzosen geben wird als Deutsche, wird sich das Verhältnis vollends verändert haben.
Die Kommentare des französischen Präsidenten Sarkozy zeigen es wieder einmal: Sinti und Roma bleiben auch heute noch eine stigmatisierte Volksgruppe. Damit muss Schluss sein – schließlich sind Sinti und Roma kein “Volk ohne Heimat”, sondern so europäisch wie jede andere Bevölkerungsgruppe auch.
Vor zwei Jahren wurde die Union für das Mittelmeer von Präsident Sarkozy als Prestigeprojekt ins Leben gerufen. Passiert ist seitdem wenig. Vor allem der Nahostkonflikt entzweit die Partnerländer; der für diese Woche geplante Gipfel ist bereits zum zweiten Mal abgesagt worden. Ist die Union ein tot geborenes Kind?
Unser Kolumnist wundert sich auch manchmal, was die lieben Nachbarn an ihren Staatshalunken wie Berlusconi, Sarkozy oder Putin finden. Aber dann braucht er bloß zu hören, wie die Bayern von ihrem seligen Franz Josef schwärmen, und weiß: Die Menschen haben eben Sehnsucht nach dem Schuft.
Zynisch, doppelbödig, wirtschaftsfixiert: So erscheint vielen Beobachtern heute die europäische Außenpolitik in Bezug auf die Revolutionen in Ägypten und Co. Doch auch wirtschaftliche und nationale Interessen haben ihren Platz. Mit einer Stimme sprechen wird die EU kaum.
Europas freie Presse bietet teilweise ein Bild des Jammers, in Frankreich und Italien ist die Unabhängigkeit vieler Nachrichtenorganisationen bedroht. Wirtschaftliche und politische Interessen drohen, die Aufgabe des Journalismus zu untergraben.
Tausende scheinheilige Erklärungen wurden für das gefunden, was Dominique Strauss-Kahn nun durchleben muss. Lediglich ein Ansatz kann im Fall der Affäre DSK auf keinen Fall der richtige sein: Nämlich dass der ehemalige IWF-Politiker tatsächlich schuldig sein könnte.
Wenn die Mächtigen der Welt auf dem G8-Gipfel zusammenkommen, dann treffen sich die Feinde des Internets. Die französische Begeisterung für Netzsperren und Webfilter schafft dabei der deutschen IT-Industrie begehrten Aufwind, während die Staatenlenker doch nur verbergen wollen, dass sich die Macht zu ihren Ungunsten verschiebt.