Eine Lehre, die wir aus dem Missbrauchsskandal ziehen müssen, ist: Der Weg auf Seiten mit kinderpornografischem Inhalt muss versperrt werden. Was in der Sakristei nicht geht, geht auch im Netz nicht. Alles andere befördert eine Kultur des strukturierten und einstudierten Wegschauens. So eine Kultur wollen wir nicht. Nicht in der Kirche, nicht in der Schule und nicht im Netz.
Die Diskussion um das Internet ist zu einseitig. Wer immer nur über die Gefahren redet, übersieht die Chancen, die neue Medien bieten. Anstatt über unsinnige Web-Sperren zu streiten, regt CDU-Politiker Michael Kretschmer zu mutigen Innovationen an.
Das Internet bietet viele Chancen – doch nur der aufgeklärte Bürger kann sie wahrnehmen. Medienkompetenz ist der Schlüssel für diese Aufklärung. In der Enquete-Kommission ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen, stattdessen geht es nur um die Gefahren des Netzes.
Netzsperren sind nicht perfekt, ihre Effektivität ist begrenzt. Doch sie sind eine ideale Brückentechnologie auf dem Weg zu internationalen Abkommen. Ziel muss es sein, auch ausländische Provider zum Löschen von pornographischen Inhalten zu bringen.
Über viele Brücken musst du gehen – dass denkt auch Herr Jarzombek, wenn er Internetsperren als Brückentechnologie durchsetzen will. Doch die Technik nützt weder etwas, noch verhindert sie effektiv Kindesmissbrauch. Über diese Brücke müssen wir also in keinem Fall gehen.
Das Plädoyer von Thomas Jarzombek für “Netzsperren als Brückentechnologie” löste heftige Reaktionen aus. Einige stimmten ihm zu, aber überwiegend war das Echo der Netzgemeinde ablehnend. Auch ein Koalitionskollege aus der Enquete-Kommission widerspricht.
Die deutsche Internetwirtschaft lehnt Netzsperren ab und will keine Haftung für die transportierten Inhalte übernehmen. Gleichzeitig kontrollieren Spam-Filter aber bereits jede E-Mail. Dieser Widerspruch muss aufgelöst werden.
Der weltweite Protest gegen die amerikanische Netzpolitik zeigt das öffentliche Interesse an vernünftiger Politik.