Reden wir endlich über Wahlfreiheit, und nicht mehr über die alten Schlachten, die längst um Kitas und Betreuungsgeld geschlagen wurden.
Mit Kitas wirbt die Armee um mehr Frauen: Wie man Realitäten einer Ideologie aufopfert.
Gefesselte Krippenkinder, entlassene Erzieherinnen. Der lodernden Krippendebatte haben diese drei Frauen in Thüringen jedenfalls einen Bärendienst erwiesen. Erzieherinnen möchte ich sie allerdings nicht mehr nennen.
Eltern sollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen – Schäuble mag erleichtert aufatmen, weil den Erziehungsberechtigten Zeit wichtiger als Geld ist. Aber in diesem Fall ist Zeit eben Geld.
Kinder von Alleinerziehenden sind häufiger blöd und dick, deswegen sollen sie möglichst früh in die Kita. Nein – so sagt es die neue Studie zu Alleinerziehenden natürlich nicht wörtlich – das ist aber gemeint.
In Europa sind die Schuldenkrise und demografischer Wandel erst die Spitze des Eisberges. Im Angesicht der Probleme gelingt es Regierungen kaum, Politik aus einem Guss zu machen.
Die deutsche Familienpolitik mäandert ohne Leitbild und ohne konkrete Ziele vor sich hin. Das hat auch der „Spiegel“ erkannt. Wirklich Neues bietet er jedoch nicht: Alle Kritikpunkte sind hinlänglich bekannt.
Die klassische Familie hat keinesfalls ausgedient, so Bundesfamilienministerin Kristina Schröder im Gespräch mit The European. Andere Lebensformen gewinnen aber immer mehr an Bedeutung. Darauf muss sich moderne Familienpolitik einstellen: mit Angeboten an Alleinerziehende, homosexuelle Paare und Patchworkfamilien.
Erziehen Sie noch Kinder, oder gehen Sie schon in die Oper? Warum das Kein-Geld-zurück-für-Nichtnutzung-der-Kita-Argument nicht nur blöd, sondern auch noch falsch ist.
Süß und ehrenvoll ist es, für die politwettbewerbliche Grundordnung des Vaterlandes den Preis bezahlen zu dürfen. Obwohl man gar kein Geld hat.