Der Atomausstieg spaltet die politischen Lager. Ehe die erneuerbaren Energien ausgereift sind, brauche Deutschland auf unbestimmte Zeit noch die Kernenergie, um eine lückenlose Energieversorgung zu gewährleisten – als Brückentechnologie, sagt die CDU-Politikerin Katherina Reiche. Mit den Grünen sei dies aber nicht zu machen.
Am 14. Oktober starb Hermann Scheer. Der Träger des alternativen Nobelpreises galt in seiner Partei als Vordenker einer Energiewende und wortgewaltiger Kritiker der Machtpolitik. Kurz vor seinem Tod sprach er mit Martin Eiermann über die Chancen der erneuerbaren Energien und die Demokratiekultur Deutschlands.
Der Kampf gegen die Atomkraft hat das Leben von Rebecca Harms geprägt: 1977 war sie Mitgründerin der Bürgerinitiative gegen das atomare Entsorgungszentrum Gorleben, 1984 ging sie als Mitarbeiterin der Grünen Europaabgeordneten Undine von Blottnitz nach Brüssel. 1994 wurde die Landschaftsgärtnerin und Filmemacherin Abgeordnete im niedersächsischen Landtag, wo sie 1998 Fraktionsvorsitzende wurde. Seit 2004 ist Harms Mitglied des Europäischen Parlaments, seit 2009 Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA (gemeinsam mit Dany Cohn-Bendit). Seit 1998 gehört sie dem Parteirat von Bündnis 90/DIE GRÜNEN an.
Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Europäischen Grünen in Brüssel, warnt, dass wir in Deutschland bereits einen GAU haben – nämlich bei der Zwischen- und Endlagerung. Wie Politik und Atomlobby auf Ebene der EU zusammenarbeiten, wie ihre grünen Pendants in anderen Ländern den deutschen Atomausstieg betrachten und wie der Umstieg auf erneuerbare Energien trotz Bürgerängsten gelingen kann, erklärt sie im Interview mit Florian Guckelsberger.