Der SPD-Politiker war Bundesfinanzminister der Großen Koalition von 2005 bis 2009. Zuvor regierte Steinbrück von 2002 an als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen. Nach der Wahl 2009 trat er von der SPD-Führungsspitze zurück. Seither sitzt Steinbrück für die SPD als Abgeordneter im Bundestag und wird als Teil der „Troika“ als möglicher Kanzlerkandidat für die Wahl 2013 gehandelt. Steinbrück ist seit 1969 Mitglied der SPD. Er studierte in Kiel Volkswirtschaftslehre und Soziologie. Peer Steinbrück wurde 1947 in Hamburg geboren.
Der Kampf um den Euro hat die Form eines Krieges angenommen. Nicht die eines normalen Krieges, sondern eines asymmetrischen. Zwischen dem Vorgehen der Spekulanten und dem der Taliban sind deutliche Parallelen erkennbar.
Die Krise erinnert an die große Depression in den 30er-Jahren. Schuld ist nicht die Gier der Einzelnen, sondern Systemfehler. Jetzt muss die Finanztransaktionssteuer her, um die Finanzwirtschaft an den Kosten der Rettung zu beteiligen. Das Interview führte Markus Weckesser.
Fast alle Parteien präsentieren sich derzeit als Staats-, weniger als Bürgerparteien. Auch die Bundeskanzlerin mischt fleißig mit bei der Einschränkung der Freiheit zu handeln. Damit maßt der Staat sich eine Rolle an, die ihm nicht zukommt und die ihm langfristig schadet: die Rolle eines Wahrheitswächters.
Die weltweite Finanzkrise zeigt noch überall auf der Welt ihre hässliche Fratze. Um sie zu überwinden, müssen die Staaten dieser Welt gemeinsame Konzepte entwickeln. Dass in diesem Jahr die G8- und G20-Gipfel zeitgleich in Toronto stattfinden, hat daher hoffentlich mehr als nur symbolischen Charakter.
Der G8/G20-Gipfel Toronto entpuppte sich als teuer und ineffektiv. Dabei zeigen entschiedene Schritte einzelner Länder, dass die Weichen für wichtige Entscheidungen leider nicht mehr in internationaler Zusammenarbeit gestellt werden. Immerhin kann man so die Macht der Finanzlobby brechen.
Finanzkrise ade? Das Schlimmste scheint überstanden, Bankenpleiten sind zumindest in Europa keine akute Gefahr. Doch welche Lehren müssen wir jetzt ziehen, um eine zukunftsfähige Finanz- und Wirtschaftsordnung zu definieren? Eines ist klar: Weitermachen wie bisher ist keine Option.
Wie sieht das perfekte Verbrechen aus? Welche Aktivität ist schwierig nachzuweisen, zielt auf viele Menschen gleichzeitig ab, kann abgestritten werden und durch eine positive Ideologie legitimiert werden? Die Antwort finden wir im Finanzsektor.