Nahrung kommt meist im Rahmen einer industriellen Verwertungskette in unsere Mägen. Verseuchte Gurken können da schon passieren – als Kollateralschaden unserer Esskultur.
Wer aktuell eine Zeitung aufschlägt oder eine Nachrichtenseite aufruft, sieht sich mit einer dahinsiechenden Nation konfrontiert. EHEC ist immer und überall Thema. Doch rechtfertigt die Risikosituation das mediale Dauerfeuer? Und was erklärt es?
Der Mediziner Klaus-Dieter Zastrow beschäftigt sich intensiv mit Hygiene und Epidemieprävention. Mit Martin Eiermann sprach er über die schwierige Suche nach dem EHEC-Erreger und die Restrisiken menschlichen Lebens.
Der Zapfenstreich für die deutsche Atomenergie wird nicht der letzte bleiben, da müssen wir uns keine Sorgen machen. Ob Bundeswehr, Individualverkehr oder Lebensmittel: Es gibt reichlich Bedarf an Schlussstrichen.
Epidemien werden tendenziell zunehmen, immer mehr Bakterien werden resistent gegen Antibiotika. Doch Angst, Panik und Hysterie sind bei der Bekämpfung von Infektionskrankheiten die schlechtesten Berater. Wir brauchen gute Prävention und enge Zusammenarbeit statt wildem Aktionismus.
Die Suche nach dem EHEC-Erreger krankte höchstens an der mangelnden Kommunikation – nicht an der fehlenden Expertise. Es zeigt sich einmal mehr: Krisenmanagement ist eine besondere Form der wissenschaftlichen Exzellenz. In einer Risikogesellschaft müssen wir uns gerade auf solche Krisenfälle vorbereiten: Die nächste Infektionswelle kommt bestimmt.
Die Seuchenbekämpfung in Deutschland krankt an der Bürokratie. Ganze 14 Tage können vergehen, bis die Ausbrüche gefährlicher Krankheiten auf offiziellem Weg gemeldet sind. Mit solchen Abläufen lassen sich Infektionen nicht verhindern.
Kein Tag vergeht ohne Hiobsbotschaft und Krisenalarm. Steuert die Menschheit auf den kollektiven Untergang zu? Kleines Plädoyer für die ehrwürdige Kunst der Apokalyptik.