Der in Berlin lebende Italiener ist Experte für internationale Politik. Als Autor und Journalist schreibt er über die Themen Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen. Nach Abschluss seines MBA an der Columbia University erhielt er seinen Ph.D. in Internationaler Politik an der Universität Potsdam. Dort ist er als Lehrbeauftragter an der Fakultät der Sozialwissenschaften tätig. Casertano war zuvor Berater am italienischen Ministerium für Wirtschaftsentwicklung und Vorstand des Partnership Value Managements bei ENI spa.
Zuletzt aktualisiert am 26.04.2013Italien krankt an seiner politischen Linken. Mit Napolitano liegt die Zukunft des Landes in den Händen eines Greises. Kann das gut gehen? Ja.
Italien steckt nicht erst seit den Parlamentswahlen in der Krise. Deutsche Besserwisserei hilft da nicht. Jetzt müssen beide Länder zurückstecken.
Italien hat gewählt und am Resultat sind die Deutschen schuld. Wenn wir nicht endlich aufhören, über Bunga Bunga zu reden, werden wir das wahre Dilemma der Italiener niemals verstehen.
Vier sehr alte Männer kämpfen um die Macht in Italien. Die Wahl wird so zur Qual, denn dem Land fehlt der politische und akademische Nachwuchs.
Während in den USA die Flexibilität dominiert, ist die Europäische Union im Kulturnationalismus festgefahren – und das ist bei Weitem nicht das einzige Problem.
Frankreich und Deutschland handeln den Frieden nach dem Ende des Euro-Kriegs aus. So kann die politische Struktur in Europa neu ausgerichtet werden. Das funktioniert aber nur, wenn auch andere Länder bei der Lösung der Krise mitmachen dürfen.
Deutschland führt, Großbritannien schert aus, der Süden darbt. Eine Reise durchs Europa der letzten drei Jahre ist der sicherste Weg, sich eine bipolare Störung einzufangen.
So skeptisch Silvio Berlusconi im Ausland beäugt wird, so nachdenklich stimmt die internationale Ablehnung die Italiener. Verschwörungstheoretiker vermuten, Deutschland und Frankreich wollten sein Wiederantreten verhindern.
Revolutionen sind Elitenprojekte. Sie brauchen Wortführer und entschlossene Anführer, um im Moment des Umbruchs einen Missbrauch revolutionärer Energien zu verhindern. Soziale Medien sind dafür wenig hilfreich.
Der Machtkampf in Ägypten weist den Weg in die Zukunft. Mursis Machtträume sind die ersten Signale einer neuen Entwicklung: Wir stehen am Beginn der islamistischen Diktaturen.