Man kann heute nicht Demokrat sein, ohne Antikommunist zu sein. Willy Brandt

Türkei droht mit "15.000 Flüchtlingen pro Monat"

Die türkisch-deutsche Freundschaft liegt zerrüttet am Boden. Seit Tagen provoziert Sultan Erdogan Merkel-Deutschland und die Niederlande. Ankara schwingt die Nazikeule und droht mit Vergeltung. Ein Jahr nach dem Flüchtlingsdeal droht die Türkei nun, das Flüchtlingspaket mit der EU platzen zu lassen.

15.000 Flüchtlinge pro Monat

Während Erdogan europaweit Politiker mit seinen Nazivorwürfen attackiert, droht jetzt der türkische Innenminister Soylu damit, 15.000 Flüchtlinge pro Monat aus seinem Land über die Grenze nach Europa zu schicken. „Wenn Ihr wollt, ebnen wir jeden Monat 15.000 Flüchtlingen den Weg, die wir Euch (bislang) nicht geschickt haben, damit Ihr Euch einmal wundert“, sagte Soylu laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Der Innenminister wirft sowohl der Bundesrepublik als auch den Niederlanden Einmischung in die Politik des Landes vor, nachdem sich beide Länder geweigert haben, Wahlkampfauftritte türkischer Minister zu erlauben. „Wird die Verfassung etwa in Deutschland oder in Holland geändert?“, fragte Soylu mit Blick auf das bevorstehende Referendum über ein Präsidialsystem in der Türkei. „Was geht Euch das an? Wieso mischt ihr Euch ein? Habt Ihr etwa die Türkei in die Europäische Union aufgenommen? Habt Ihr die Türkei beim Kampf gegen den Terror unterstützt?“

Auch der Außenminister der Türkei, Mevlüt Cavusoglu, drohte der EU mit der Kündigung des Flüchtlingsabkommens sollte Brüssel nicht die in Aussicht gestellte Visumfreiheit gewähren. Während die Türkei voll auf Konfrontation setzt, reagiert das politische Berlin auf die Drohkulisse aus Ankara bislang überhaupt nicht.

Macht die Türkei Ernst, rollt eine weitere Flüchtlingswelle auf Europa zu. Kritiker warnten Kanzlerin Angela Merkel bereits vor einem Jahr vor einem Flüchtlingsabkommen mit der Türkei. Sie sahen darin nur einen brüchigen Frieden, der die Bundesrepublik und die EU zudem erpressbar machten.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Bayerische Polizei, Vera Lengsfeld, The European.

Leserbriefe

comments powered by Disqus

Mehr zum Thema: Europa-politik, Angela-merkel, Europaeische-union

Debatte

60 Jahre Römische Verträge

Medium_403f9efb12

Zeit für ein Europa der Clubs!

Die EU muss sich neu aufstellen. So wird Europa gerade bei der jungen Generation wieder mehr Glaubwürdigkeit erlangen und mehr Begeisterung auslösen. Trotz aller Krisen können wir den Kampf gegen ... weiterlesen

Medium_f53e150fd9
von Hubertus Porschen
25.03.2017

Kolumne

Medium_2c39e622cc
von Stefan Groß
23.03.2017

Debatte

Angela Merkel und der Populismus

Macht Merkel eine machiavellistische Politik?

Was unterscheidet Merkel von Trump? Machen beide Populismus auf verschiedenen Ebenen? "Das eigentliche Merkel-Phänomen ist die totale Herrschaft", so Norbert Bolz im Gespräch mit Wolfgang Herles. weiterlesen

Medium_ff78f55f96
von Norbert Bolz
23.03.2017
meistgelesen / meistkommentiert