Alle Arten von kontemplativem Denken gehen verloren, während wir ständiger Ablenkung ausgesetzt sind. Nicholas Carr

Die linke und die rechte Hand des Teufels

Nach oben gehorchen, nach links treten: Ein Bundespräsident Gauck wäre so deutsch, dass es schon jetzt zum Fürchten ist.

Es war der große Verdienst, halt: das große Verdienst des uncharmanten Hannoveraner Abgreifers, das Vaterland vor dem antikommunistischen Schleimer Gauck bewahrt zu haben, und der Herrgott möge es sich verkneifen, uns einen seiner verdorbensten Adoranten im zweiten Anlauf vor die staatsbürgerliche Nase zu setzen, nicht nur den in jüngerer Vergangenheit fraglos gewachsenen Unterhaltungswert des Amtes „nachhaltig“ (Chr. Wulff) zu beschädigen, sondern auch die frohe Botschaft freiheitlich-christlicher, gegen jede Form von altböser Gleichmacherei gerichteter Marktwirtschaft ex cathedra unters geneigte Volk zu blasen.

Die geballte Kraft aus Bürgerrecht und Kirchentag

So egal kann einem die viel beschworene Würde des Amtes gar nicht sein (eines Amtes, das so würdevoll nicht sein kann, wenn es, mit Ausnahme Gustav Heinemanns, abwechselnd von Nazis, Frömmlern oder Clowns bekleidet worden ist), um sich nicht trotzdem zu fürchten vor der geballten Kraft aus Bürgerrecht und Kirchentag: „In der Liebe zu einem Menschen, zumal einem Kind, zu einem Werk, zu Gott, der Kunst, der Natur, einer Arbeit, einem großen Stil entsteht eine fulminante Geneigtheit zu etwas außer mir selbst. Wer Freiheit als Verantwortung lebt, kommt letztlich bei den besten und tiefsten Potenzen an, die in uns angelegt sind.“ Bei Käßmanns Margot und ihrem gleichwie menopausalen Lebenshilfegegargel ist es noch absichtsloses Kabarett, bei Gaucks fulminanter Geneigtheit zur Verantwortung als Freiheit (man kann es drehn und wenden, es ist immer derselbe Dreck) die Verlängerung des von allen Fernseh- und Lifestylepfarrern in Richtung „Hörzu“ modernisierten Kanzeltons ins fulminante, sich an sich selbst schon sehr besaufende Arschgerede, dem Freiheit immer die Freiheit des BDI, mindestens aber die zum eigenen Fernsehauftritt ist.

„Manchmal befällt mich ein Albtraum: wir alle, die wir für Freiheit und Demokratie aufstanden, vergäßen unsere Siege, unsere Vollmacht, die großen Niederlagen der großen Unterdrücker“, derselben großen Unterdrücker, die Joachim Gauck, gegen ihre Überzeugung, Religion sei Volksverdummung, Theologie studieren ließen, während im freiheitlich-demokratischen Westen ein kommunistischer Briefträger Berufsverbot bekam. „Solchem Albtraum wehre ich mit zweierlei: mit offenen Augen, die die Siege der Menschen über ihre Unterdrücker in der Geschichte suchen, und mit geschlossenen Augen, die die Hoffnung herbeirufen, jene tiefe zumal, die nie nachgelassen hat, nach Freiheit zu rufen.“

Es ist schwer, vor dieser um gesellschaftliche Wirklichkeit ganz unbekümmerten, sich rücksichtslos anbiedernden, das eigene Kriegserlebnis im Kampf gegen Stasi und „Aktuelle Kamera“ eitel ausschlachtenden Salbungsvöllerei nicht das Brechen zu kriegen. Freiheit, Hoffnung: Dass jene, verstanden im Sinne Gaucks, diese ganz unmöglich macht, ist eine Wahrheit, die nicht zu sehen sich entweder materiellem Interesse oder göttlichem Auftrag verdankt, und der Gauck hat beides reichlich. „Ihr“, der Hoffnung bzw. der Freiheit, ist auch wurscht, „traue ich noch viel zu. Genau wie den Menschen, die ihr angehören – und jener göttlichen Kraft, die sie in unsere ängstlichen Herzen gegeben hat.“

Gauck ist für die Stimmung da, nicht fürs Catering

Die Frage, wo die Angst in unseren Herzen herkommt, z.B. die, via Hartz und Minilohn von allem außer sich selbst abgeschnitten zu sein, muss Gauck dabei nicht interessieren; er ist für die Stimmung da, nicht fürs Catering, und außerdem gilt: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

Würde Gauck Präsident, wäre diesem Land aber wirklich nicht mehr zu helfen.

Leserbriefe

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    Franz – 17.02.2012 - 18:16

    Kurz und schwach. Machen Sie lieber wieder nur Satire, da kommt man auch mit wenig Talent und Verstand irgenwie durch.

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    Kenner – 19.02.2012 - 21:33

    Falsch! Der Artikel/Kommentar ist sehr gut. Er bringt es auf den Punkt. Wer dachte, Wulff sei nicht mehr zu untergraben, warte nun ab, was sich dieser selbstverliebte, machtgierige ostdeutsche Pfaffe alles leisten wird. Er ist nicht umsonst der Kandidat der FDP.

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    Schnorchel – 17.02.2012 - 23:30

    Pers. Meinung:

    Da Deutschland ja eh schon als Witzfigur Europas dasteht, damit meine ich nicht die eventuellen Fehltritte von Herrn Wullf, oder die spaßigen Auftritte von Herrn Westerwelle und Co.

    Ich meine das was fehlt ist eine klare Richtung, entweder man stützt Europa- Griechenland und Co. oder aber man verabschiedet sich endlich von derzeit noch nicht Europa bereiten Ländern.

    Das was unserem Europa vor allem fehlt ist eine Art Probezeit- mindestens 8Jahre Probezeit.

    Die Demokratische Abstimmung ob das eigene Volk in die Europäische Union eintreten will (anders wie die einst Diktatoren Lobbyisten Deutschlands).

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    Andek – 18.02.2012 - 04:31

    Wenn Sie jetzt noch die Freundlichkeit hätten, in wenigen Sätzen Ihre Argumente aufzuschreiben. Ich habe nach dem dritten Satz mit dem Lesen aufgehört. An soviel Polemik und Selbstgefälligkeit erstickt jeder Text.

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    ntroP – 22.02.2012 - 13:40

    Und wenn Sie jetzt noch die Freundlichkeit besäßen Argumente auch dann zu verstehen, wenn sie mehr als drei Sätze umfassen, können wir uns alle strunzdummen Kommentare sparen.

    Ihr Kommentar mag selbstgefällig und polemisch sein, ersticken tun sie immer noch alleine.

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    Anti-Teflon – 04.04.2012 - 07:55

    Mit überladenen nichtssagenden Texten konnte man wirklich einmal “drüben” beeindrucken. Mittlerweile muss ein Umdenken stattfinden und den oberkorupten Selbstbedinungsladen zerbröseln und aufräumen.
    Souveräne Staaten lachen sich einen in s Fäustchen mit den Deutschen. Oberkorrupt und peinliche Statements – gehen voll daneben.

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    Niho – 18.02.2012 - 13:34

    Kann meinem Vorredner nur zustimmen.
    Der Text ist dermaßen kompliziert und verschachtelt geschrieben, dass die Lust am lesen exponentiell abnimmt.

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    Schnorchelentsafter – 18.02.2012 - 14:23

    Ich vermute Herr Stefan Gärtner meinte mit:"Die geballte Kraft aus Bürgerrecht und Kirchentag

    So egal kann einem die viel beschworene Würde des Amtes gar nicht sein (eines Amtes, das so würdevoll nicht sein kann, wenn es, mit Ausnahme Gustav Heinemanns, abwechselnd von Nazis, Frömmlern oder Clowns bekleidet worden ist), um sich nicht trotzdem zu fürchten vor der geballten Kraft aus Bürgerrecht und Kirchentag: „In der Liebe zu einem Menschen, zumal einem Kind, zu einem Werk, zu Gott, der Kunst, der Natur, einer Arbeit, einem großen Stil entsteht eine fulminante Geneigtheit zu etwas außer mir selbst. Wer Freiheit als Verantwortung lebt, kommt letztlich bei den besten und tiefsten Potenzen an, die in uns angelegt sind.“

    Das Herr Wullf seine Selbstsucht und Gier nur hinter fadenscheinigem Götzen glauben verstecken wollte.

    Die Chance sich in das Elitäre Machtgefüge der Lobbyisten einschleimen zu dürfen hat Herr Wullf jämmerlich verspielt.

    Soweit ich weiß sollte ein Staatsdiener (Beamter) vom kleinsten bis zum höchstem Amt dem Staat, also dem eigenen Volk dienen. Sicher in Deutschland ist dies anders. Siehe Volker Kauder und die Heckler&Koch Affäre.

    http://amerika21.de/nachrichten/2011/12/42614/heckler-und-koch

    @Niho und Andek sicherlich lesen und darüber nachdenken ist manchmal etwas anstrengend und nervig, aber letztlich sollten wir alle gemeinsam für ein wenig mehr an Unterbindung der Korruption und Vorteilnahme unserer gewählten Volksvertreter sorgen (wobei ein Bundespräsident ja nie vom Volk direkt gewählt werden darf) oder es jemals in Deutschland direkte Wahlen geben wird was das Parlament angeht.

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