Die Agenda 2010 war politisch ein Erfolg, aber kommunikativ ein Desaster. Uwe Knüpfer

Mit Worten für die Freiheit kämpfen

Der Sender Deutsche Welle vermittelt deutsche Ideen und Positionen weltweit. Doch im internationalen Wettbewerb mit Al Jazeera, Russia Today und Co. gerät er finanziell ins Hintertreffen.

Heute ist die Deutsche Welle nicht mehr das Medium für Deutsche, die kurz oder auch längerfristig Zeit im Ausland verbringen und begierig auf Nachrichten aus der Heimat warten. Für diese Zielgruppe gibt es längst das umfangreiche Internetangebot von ARD, ZDF und Co. Der digitale Wandel hat somit auch nicht vor dem Auslandssender der Deutschen Halt gemacht.

Guter Journalismus kostet – diese Regel gilt umso mehr, wenn die Reichweiten im Ausland gesucht und vielfältige Angebote in verschiedenen Sprachen und Formaten geschaffen werden. Der Sender gilt als eine geschätzte Informationsquelle, gerade in Ländern, in denen keine Pressefreiheit herrscht.

Die Deutsche Welle agiert dabei jedoch nicht allein auf dem Markt. Mehrere Staaten engagieren sich mit teilweise beträchtlichen Budgets für ihre eigenen Auslandssender. Im internationalen Wettbewerb der Etats liegt Deutschland hier hinter Großbritannien (BBC World Service), USA (BBG), Frankreich (FMM), China (CCTV), Katar (Al Jazeera) und Russland (Russia Today) deutlich zurück.

Mit dem Wort für die Freiheit kämpfen

Es lohnt sich, in diesem Konzert auf Augenhöhe dabei zu sein. Die Deutsche Welle bietet eine hervorragende Möglichkeit, deutsche Ideen und Positionen zu vermitteln, insbesondere eben unser Konzept einer freien Gesellschaft. Daneben exportiert der Sender auch ein weiteres Modell – den deutschen Journalismus, der objektiv und kritisch Berichterstattung leistet, einen Perspektivwechsel erlaubt und Empathie fördert. Gerade dort, wo Freiheiten eingeschränkt werden und Länder sich im Umbruch befinden, sind das wichtige Beiträge.

Dass diese auch gehört werden sollen, versteht sich von selbst. Dafür gibt es vorrangig zwei Wege: Die jeweilige Landessprache und Englisch.

Bereits jetzt erreicht die Deutsche Welle seine über 100 Millionen Nutzer zu 90 Prozent über eine Fremdsprache. Englisch ist zweifellos die Amtssprache dieser Welt. Wer gehört werden will, muss sie nutzen. Weitere Angebote, wie die Landessprache und eben Deutsch sind gute Ergänzungen. Schon für den Ausbau des englischsprachigen Angebots benötigt die Deutsche Welle mehr Geld. Soll das Angebot zukünftig größtmögliche Sprachenvielfalt gewährleisten, muss auch hierfür eine solide finanzielle Grundlage geschaffen werden.

Mit dem Wort für die Freiheit zu kämpfen ist richtig und gut. Dass dies auch Geld kostet, sollte jedem klar sein.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Vera Lengsfeld, Vera Lengsfeld, Markus Linden.

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