Unterwasser-Rugby (UWR) ist ein einzigartiger Mannschaftssport für Frauen und Männer, der mit keiner anderen olympischen Sportart verglichen werden kann – und deswegen sollte es olympisch werden. Die Einzigartigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass sich sowohl der Ball als auch die Spieler unter Wasser in allen drei Dimensionen bewegen. Den Zuschauer erwarten daher spannende und eindrucksvolle Spielsituationen. Im UWR versammeln sich filigrane Ballkünstler und dynamische Athleten – das Ergebnis ist ein sehr kraftbetontes und gleichzeitig ästhetisches Spielgeschehen.
Kampf in drei Dimensionen
Gespielt wird wie folgt: Beim Aufeinandertreffen versuchen zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern und sechs Auswechselspielern, den salzwassergefüllten Ball in einer Spielzeit von zwei mal 15 Minuten so häufig wie möglich im gegnerischen Metallkorb zu versenken, der sich am Boden des Schwimmbeckens befindet. Zweikämpfe dürfen mit fairem Körpereinsatz nur gegen den ballführenden Spieler gerichtet sein oder vom ballführenden Spieler ausgehen. Das Spiel findet hauptsächlich unter Wasser statt, die Spieler tauchen nur auf, um Luft zu holen. Durch die Flossen an ihren Füßen erreichen die UWR-Spieler hohe Geschwindigkeiten während eines Spiels.
Dieser faszinierende Ballsport bietet einmalige athletische Herausforderungen, die es noch in keiner anderen olympischen Sportart gibt. Von UWR-Spielern wird unter Wasser nicht nur hohe Ausdauer und ein langer Atem verlangt, sondern auch Kraft, Schnelligkeit und Wendigkeit. Außerdem benötigt man für das taktische Gefühl und das richtige Positionsspiel im freien Raum der drei Dimensionen ein ausgesprochen gutes Orientierungsvermögen, denn ein Angriff kann beim UWR von oben, unten oder der Seite erfolgen. Da gilt es, immer wachsam zu sein. Beim Passspiel sind dann auch noch die Qualitäten eines Kugelstoßers gefordert. Auf der Grundlage des Schwimmens und Tauchens ist UWR somit ein anspruchsvoller Ganzkörpersport, der gleich mehrere Sportarten verbindet. Allein diese außergewöhnliche und besonders anstrengende Mischung rechtfertigt aus meiner Sicht eine Aufnahme in das olympische Programm. Neue, vielseitige Sportarten hat es schon immer bei Olympia gegeben. Warum also nicht auch UWR?
UWR „vertieft“ den olympischen Gedanken
Es könnte eine Lücke bei Olympia schließen, die dem klassischen olympischen Motto „höher, schneller, weiter“ voll entsprechen würde. Genau dieser Wettbewerbsgedanke ist auch im Spielbetrieb des UWR fest verankert. Mit einem ernst gemeinten Augenzwinkern würde ich behaupten, dass UWR den olympischen Gedanken buchstäblich „vertiefen“ könnte. Mit UWR würde bei Olympia nämlich auch die dritte Dimension einkehren. Hiermit würde meiner Ansicht nach auch bestens das heutige olympische Motto „Dabei sein ist alles“ ausgedrückt werden können, das mittlerweile den Ereignis- und Erlebnischarakter des Sports in den Vordergrund gerückt hat. Aufgrund der Einzigartigkeit einer dreidimensionalen Sportart bietet UWR sicherlich genug Spaß und „atemberaubendes“ Spektakel, um als Sportart ebenfalls bei Olympia dabei sein zu dürfen.
Zudem hat UWR auch international einen sehr hohen Stellenwert. Seit UWR Anfang der 1960er-Jahre eingeführt wurde, hat sich der Sport weltweit verbreitet. So finden regelmäßig Europa- und Weltmeisterschaften sowie dauerhaft Punktspiele in nationalen Ligen statt.
Aus sportlicher Sicht und dank seiner Alleinstellungsmerkmale erfüllt, meiner Ansicht nach, UWR die Olympia-Norm also hinreichend. Das Warten auf die Nominierung wird nicht allzu schwierig sein, denn UWR besitzt zweifellos einen langen Atem.
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