Die Einigung Europas gleicht dem Versuch, ein Omlett zu machen, ohne die Eier kaputt zu schlagen. Paul Lacroix

Herr Jauch: Schieben Sie die LINKE nicht in die Extremismusecke wie die AfD!

Dass „Bild“ für Merkel die Trommel rührt – geschenkt. Natürlich soll es nicht jeder merken. Aber das Kaffeetrinken mit Friede Springer muss sich doch für die Bundeskanzlerin lohnen. Tricky hat „Bild“ den „beliebtesten TV-Moderator“ Günther Jauch gebeten, das Duell zu kommentieren, was er unter der Überschrift „ Es droht wieder Groko“ auch tut.

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Die Beobachtungen Günther Jauchs wären nicht erwähnenswert, stünden da nicht zwei merkwürdige Sätze: „Angela Merkel lehnt eine Koalition mit AfD oder Linken ab. Martin Schulz kann sich dazu nicht durchringen, der Linken eine Absage zu geben. Schwach.“ Und: „Es gibt ja noch vier andere Parteien, die die 5-Prozent-Hürde überwinden werden. Wer gegen extrem links und extrem rechts ist, hat immer noch zwei Möglichkeiten.“ Zwei! Damit können nur FDP und Grüne gemeint sein, die zugegebenermaßen neoliberal und damit weder extrem links noch extrem rechts sind.

Ich vermute mal, dass Jauch das Ding nicht selbst geschrieben hat. Aber er hat es zumindest abgesegnet. Aber die LINKE in dieselbe Ecke des Extremismus zu stellen wie die AfD, die menschenverachtende Positionen vertritt (Gauland über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung: „Wir werden sie dann auch, Gott sei Dank, in Anatolien entsorgen können.‘ Jeanette Ihme, AfD-Landesvorstand Saarland, wollte Flüchtlingsboote „samt Inhalt“ versenken lassen) ist schon ein dicker Hund. Und wenn Jauch dabei übersieht, dass die AfD bei der Wirtschafts-, Sozial- Steuerpolitik, bei Aufrüstung, Waffenexporten und Kriegseinsätzen praktisch dieselben Positionen vertritt wie die anderen neoliberalen Parteien CDU, CSU, SPD, FDP und Grüne und gleichzeitig nicht weiß, dass DIE LINKE in vielen Fragen Positionen hat, die in der Brandt‘schen Sozialdemokratie mehrheitsfähig waren – angefangen bei der Verweigerung von Kriegseinsätzen, der internationalen Abrüstung, dem Verbot von Waffenexporte in Spannungsgebiete, einem neuen Sicherheitsbündnis unter Einschluss Russlands, einem Spitzensteuersatz von 53 Prozent, der Einführung der Vermögenssteuer, steigenden Löhne und Renten, um nur einiges zu nennen – zeigt ein Ausmaß von politischer Ignoranz, das man dem ehemaligen Moderator einer politischen Talkshow nicht zugetraut hätte.

Aber vielleicht hat Günther Jauch im Vertrauen auf die Wahrheitsliebe der „Bild“ das Ganze ja auch gar nicht gelesen. Schließlich ist „Bild“, wie wir auf Seite 1 täglich lesen können – und das ist keine Fake News! – „unabhängig und überparteilich“.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Sahra Wagenknecht, Jürgen Fritz, Vera Lengsfeld.

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