Der „Spiegel“ wird an der entsetzlichen mehltaumäßigen, sozialdemokratisch-grünen Korrektheit zugrunde gehen. Matthias Matussek

Die digitale Revolution in Europa

Was bringt die Digitalisierung mit und was versteht man unter der Industrie 4.0? Ein Selbsttest in 50 unterhaltsamen Fragen zur digitalen Revolution in Europa.

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1. Nutzen Sie das Internet? Beruflich oder privat?

2. Haben Sie ein Smartphone?

3. Welche der folgenden Online-Dienste nutzen Sie: Zeitung lesen? Online Banking? Einkaufen bei Amazon? Bestellung von Lebensmitteln und Lieferung? Google Maps? Buchung eines Taxis? Carsharing? Streaming von Musik, Filmserien oder Videos? Reisebuchung? Online-Steuererklärung?

4. Haben Sie ein Profil bei Facebook, LinkedIn oder Xing? Twittern Sie?

5. Wie weiß Google, welche – spezifisch auf Sie zugeschnittenen – Antworten es Ihnen auf Ihre Suchanfrage geben soll?

6. Mit welcher Geschwindigkeit (Mbit/s) können Sie zu Hause Daten empfangen? Und mit welcher Geschwindigkeit erhalten Sie Daten unterwegs auf Ihrem Smartphone?

7. Was wüsste ich über Sie, wenn ich alle Ihre digitalen Profile und alle Ihre digitalen Spuren im Netz einsehen könnte?

8. Stimmt es, was Kolumnisten im SPIEGEL schreiben, dass mobile Daten in Deutschland bis zu 5000 Prozent teurer sind als in Finnland?

9. Haben Sie eine Vorstellung davon, was man mit 6 Monaten Vorratsdatenspeicherung über Sie wissen kann? Sonst werfen Sie einfach einen Blick auf die Arbeit von Malte Spitz und der ZEIT

10. Denken Sie jetzt, der digitale Datenschutz ist das Freiheitsrecht des Bürgers im 21. Jahrhunderts?

11. Lernen Sie online?

12. Was ist ein Massive Open Online Course – ein MOOC?

13. Haben Sie Kinder, die schon online lernen, z.B. über Plattformen wie die Khan-Academy oder durch die Mathematikkurse von Bettermarks?

14. Sind Sie Student und haben sich neben ihrem Studium im Hörsaal auch für Vorlesungen an der Netzuniversität Udacity von Sebastian Thrun eingeschrieben?

15. Warum revolutioniert ein Deutscher wie Sebastian Thrun eigentlich die Bildung von Kalifornien aus? Und nicht von Berlin oder München?

16. Sind Sie Lehrer, Professor oder betrieblicher Bildungsmanager und fragen sich, wie sich die Digitalisierung auf ihre Bildungsarbeit auswirkt?

17. Haben Sie zufällig das Buch „Die Digitale Bildungsrevolution“ von Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt von der Bertelsmann Stiftung gelesen? Was sagen Sie zu ihren Thesen?

18. Arbeiten Sie im Journalismus und wissen schon wie es ist, wenn durch die Digitalisierung das Geschäftsmodell einer ganzen Branche wegbricht, weil Menschen nur noch online Zeitung lesen und dafür nicht mehr zahlen?

19. Kennen Sie einen Social Media Manager, einen Mobile Developer oder einen Data Analysten? Was genau machen diese?

20. Wie empfinden Sie für Geheimagenten, die entlassen werden, weil sie für das Öffnen fremder Briefe und das Oberservieren von Menschen nicht mehr gebraucht werden, da dies doch online jetzt so viel effizienter geht?

21. Hat es Sie beruhigt, als Barack Obama in seiner Rede zur NSA vor zwei Jahren erklärte, dass die USA jetzt nur noch Telefonnummern nachforschen, die zwei und nicht mehr drei Verbindungsschritte von der Ausgangsnummer entfernt sind?

22. Wünschen Sie sich einen Edward Snowden für den britischen GHCQ, den deutschen BND oder den französischen DGSE?

23. Finden Sie es richtig, dass der Europäische Gerichtshof Anfang Oktober im so genannten Safe-Harbor-Urteil feststellte, dass es kein angemessenes Schutzniveau für europäische Personendaten in den USA gibt?

24. Gehören Sie zu den Tausenden von Konzernmitarbeitern, Unternehmern, Anwälten oder Datenschützern in der Europäischen Union, die nun die Umsetzung dieses Urteils sicherstellen müssen?

25. Soll die digitale Überwachung so genannter ‚islamistischer Gefährder’ mit oder ohne richterlichen Beschluss möglich sein?

26. Welchen technischen Bildungsstand sollten diejenigen haben, die die Nachrichtendienste kontrollieren?

27. Denken Sie, die Nachrichtendienste in der Europäischen Union unterliegen gegenwärtig ausreichend parlamentarischer Kontrolle?

28. Sind Sie zufrieden mit den Online-Diensten und E-Government-Initiativen Ihrer kommunalen, regionalen, nationalen oder europäischen Behörden?

29. Nutzen Sie die Verkehrsübersicht von Google Maps, weil sie meist genauer ist als die Staumeldungen Ihres Navigationsgeräts im Auto?

30. Wann werden Maschinen so vernetzt sein, dass sie laufend untereinander kommunizieren und dann z.B. Autos die Wahrscheinlichkeit von Staus selbstorganisiert reduzieren helfen?

31. Ist das Auto nun ein fahrender Großcomputer geworden und sind die deutschen Autohersteller jetzt Softwareunternehmen?

32. Erleben wir gerade die vierte industrielle Revolution, die Industrie 4.0? Was bedeutet sie?

33. Interessieren Sie sich für eine Autoversicherung, die günstiger ist, weil Sie sich vorbildlich im Straßenverkehr verhalten?

34. Überlegen Sie, ob Sie Ihrer Krankenkasse demnächst Daten über Ihre gesunde Lebenshaltung übermitteln wollen, damit Sie von ihr einen günstigeren Tarif erhalten?

35. Welche Daten sind auf dem Chip Ihrer Krankenkassenkarte über Sie gespeichert?

36. Denken Sie in der Europäischen Union gibt es genügend Kompetenz, Venture Capital und Unternehmergeist für eine florierende Start-Up-Szene zum wichtigsten Rohstoff im 21. Jahrhundert, den Daten?

37. Sollen alle Daten im Netz innerhalb der Europäischen Union gleich behandelt werden (Netzneutralität)? Oder würden Sie bevorzugen, dass bestimmte Daten aus gesellschaftlichen Gründen (z.B. Telemedizin) vorrangig behandelt werden? Oder auch einfach nur gegen Aufpreis?

38. Sind Sie der Meinung, dass der Ausbau der Internet-Infrastruktur in der Europäischen Union schnell genug erfolgt?

39. Sind Sie Brite und glauben Sie, Sie sollten aus der Europäischen Union austreten, weil sie diese enormen Veränderungen im 21. Jahrhundert viel besser alleine bewältigen können?

40. Was glauben Sie, welche Zugangsbedingungen zum digitalen Binnenmarkt würden die 430 Millionen Kontinentaleuropäer den 65 Millionen Briten nach ihrem Austritt aus der Union einräumen? Bessere? Gleich gute? Oder schlechtere als heute?

41. Sind Sie Norweger oder Schweizer und fragen sich, ob sich die Gesetze der Europäischen Union zur Digitalisierung auch auf Sie auswirken ohne dass Sie diese politisch mitbestimmen können?

42. Finden Sie es gerecht, wenn die ungarische Regierung den Werten aus Artikel 2 des Vertrages nicht genügend Respekt entgegenbringt und Ungarn zugleich einer der höchsten Nettoempfänger pro Kopf in der Union ist und so den Herausforderungen der Digitalisierung besser begegnen kann als andere, die diese Nettozahlungen von der EU nicht erhalten?

43. Glauben Sie, dass die polnische Partei, die sich „Recht und Gerechtigkeit“ nennt und die über Weihnachten die Unabhängigkeit von Justiz und Medien angegriffen hat, glauben Sie, dass diese Leute die richtigen Antworten auf die Digitalisierung in Polen haben?

44. Fänden Sie es gut, wenn die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten mit einem entschlossenen Programm arbeitslosen Jugendlichen vor allem in Griechenland, Spanien und Italien neue Möglichkeiten zum digitalen Lernen geben würden?

45. Haben Sie kürzlich im Kino den Film „Democracy“ mit Jan Philipp Albrecht als Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments für die neue Datenschutzrichtlinie gesehen und haben nun ein besseres Verständnis wie komplex die Europäische Gesetzgebung sein kann?

46. Ist „mehr Europa“ durch eine einheitliche Datenschutzregelung besser als ein Flickenteppich von 28 nationalstaatlichen Regelungen?

47. Finden Sie die Dauer von sieben Jahren vom Vorschlag der Europäischen Kommission bis zum Inkrafttreten der neuen Datenschutzrichtlinie angemessen im Zeitalter der Digitalisierung?

48. Ist es zu kurz gegriffen, wenn der Präsident der Europäischen Kommission nur von der Schaffung eines Digitalen Binnenmarktes spricht?

49. Sehen Sie die Digitalisierung als eine Chance oder als ein Risiko?

50. Interessiert es Sie, welche Strategie die Europäische Union und ihre Mitgliedsstaaten zur Digitalen Revolution verfolgen und welche Gesetze dazu geplant sind?

Lesen Sie auch die neuste Kolumne von Oliver H. Schmidt: Das Endspiel um die Zukunft der Union

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