Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben. Karl Kraus

Kriminelle Flüchtlinge konsequent abschieben!

In diesen Tagen fragen sich viele: Wie sehen eigentlich Marokkaner die Situation ihrer Landsleute in Deutschland? Und wie sollte Deutschland mit kriminellen Nordafrikanern umgehen?

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Jamel Rouicha ist Marokkaner und lebte jahrelang in Deutschland. Inzwischen ist er mit seiner Familie in die Heimat zurückgekehrt, um dort für eine Telekommunikationsfirma, zu arbeiten. Eine Erfolgsgeschichte.

Doch Deutschland lässt Rouicha nicht los. Vor allem in diesen Tagen wo nach den Feiern an Silvester und großen Polizeieinsätzen im ganzen Land über Jugendliche aus Nordafrika gesprochen wird. “Nafris” heißen sie im Polizeijargon; viele von ihnen kommen aus Marokko.

In diesen Tagen fragen sich viele: Wie sehen eigentlich Marokkaner die Situation ihrer Landsleute in Deutschland? Und wie sollte Deutschland mit kriminellen Nordafrikanern umgehen?

Außenseiter und Kleinkriminelle

Über die Jungs, die an Silvester 2015 Frauen in Köln belästigten, hat Rouicha eine klare Meinung. Im Gespräch mit der “Huffington Post” sagt er: “Das sind Asoziale. Auch hier in Marokko. Die haben keine, oder eine schlechte Erziehung genossen.”

Mit der Verwendung des Begriffs “Nafri”, der derzeit von Politikern teilweise heftig kritisiert wird, hat Rouicha kein Problem – es seien schließlich Nordafrikaner. Mit den Kriminellen, die häufig von der Polizei als “Nafris” bezeichnet werden, will Rouicha als Marokkaner nicht in Verbindung gebracht werden.

“Es macht mich sehr traurig. Muslime machen so etwas nicht, werden aber jetzt durch solche Menschen stigmatisiert.”

In Marokko seien diese Menschen Außenseiter, häufig Kleinkriminelle, erklärt Rouicha. “Niemand will diese Menschen, also wandern sie aus”, sagt Rouicha.

Vor allem eine Gruppe ist laut Rouicha problematisch: Uneheliche Kinder. “Es gibt in Marokko ein Gesetz, das sagt, dass uneheliche Kinder keine Papiere oder Ausweise bekommen. Sie sind ihr Leben lang stigmatisiert.” Das bekommen die Kinder in der Schule und bei den Behörden zu spüren. Viele driften in die Illegalität ab.

Für die Deutschen hat er einen einfachen Rat, im Umgang mit seinen kriminellen Landsleuten: “Abschieben”.

In Marokko drohen drastische Strafen

Derzeit leben in Deutschland etwas mehr als 70.000 Menschen aus Marokko, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. 10.000 von ihnen haben derzeit keine Bleibeperspektive in Deutschland, weil ihnen kein Asyl gewährt wurde.

Nach der Silvesternacht in Köln hatte Marokko erklärt, abgelehnte Asylbewerber schneller zurückzunehmen. Doch darauf ist bis heute nichts geworden: In den ersten vier Monaten 2016 gab es gerade einmal 25 Abschiebungen nach Marokko.

Ihren Weg nach Deutschland fänden die Kriminellen vor allem über die Türkei, sagt Rouicha. Mit dem Flieger geht es nach Istanbul, dann weiter über den Landweg über den Balkan nach Nordeuropa. Teurer ist die Route mit dem Schiff über das Mittelmeer nach Italien.

Für 5000 bis 6000 Euro kommt man in Marokko zudem an einen gefälschten Ausweis oder ein gefälschtes Visum.

Rouicha wundert sich in diesen Tagen über die Diskussion über den Polizeieinsatz an diesem Silvester in Köln. Er sagt: Die Deutschen seien bisher viel zu zimperlich mit diesen Kriminellen umgegangen.

Wer in Marokko jemanden mit einem Antanztrick beklaue, “bekomme ersteinmal Schläge, zudem drohen ihm mehrjährige Haftstrafen”, erklärt Rouicha. Bei sexuellen Belästigungen seien die Strafen noch viel drastischer bis hin zur Selbstjustiz.

Das klingt durchaus drakonisch – aber es wundert auch nicht, wenn die Jugendlichen den deutschen Rechtsstaat mit seinen milderen Strafen nicht ernst nehmen.

Aber genau so gehe es vielen Jugendlichen, sagt Rouicha. “Deswegen denken sie doch, dass Deutsche dumm sind, wenn sie so gutmütig sind”.

Dass die Deutsche Politik diesem Eindruck entgegentreten will, zeigte sich an Silvester in Köln an dem massiven Polizeiaufgebot. Ob das die Kriminellen nachhaltig beeindruckt hat, wird sich zeigen.

Der Text erschien zuerst auf The Huffington Post

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Vera Lengsfeld, The European, Stefan Groß.

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