Demnächst wird die Gleichstellungsrichtlinie erzwingen, dass der nächste Bundeskanzler eine Frau wird. Edmund Stoiber

CDU im Ländle: keine Koalition mit den Grünen!

Nach den letzten Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz werden innerhalb der CDU die Stimmen lauter, die für Bündnisse mit den Grünen werben. Dabei wird völlig ignoriert, was die Grünen über manche Themen denken, die zum Kernbereich der CDU gehören müssten.

Die Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ unternimmt seit Jahren einen erbitterten Feldzug gegen die Ehe, die Familie und die christlichen Werte in Deutschland. In den Schulen und Kindergärten will diese Partei die Gender-Ideologie und die Erziehung zur „Sexuellen Vielfalt“ einführen. Bündnis90/Die Grüne“ befürworten eine Schulerziehung, in der Kinder schon ab dem ersten Grundschuljahr mit sexuellen Inhalten – inklusive Homo- und Transsexualität – konfrontiert werden. Die Grüne Jugend möchte alle staatlichen und politischen Fördemaßnahmen für die traditionelle Ehe abschaffen. Und natürlich wollen Bündnis/Grüne das Ehegesetz für homosexuelle Paare öffnen.

Das alles ist mit der traditionellen CDU-Klientel eigentlich nicht zu machen. Trotzdem mehren sich die Stellungnahmen von C-Politikern, und so auch – nach verlorener Wahl – von Guido Wolf, dem CDU-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, in denen für eine schwarz-grüne Koalition auf Bundes- und Landesebene geworben wird.

Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg, hat noch weniger Bedenken als Wolf, eine Koalition mit den Grünen einzugehen. Strobl gehört zum liberalen Flügel der Partei. Mehrmals hat er sich für die komplette Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe ausgesprochen. Auch in Punkto „Gender“ und „Gender Mainstreaming“ hat er wenige Bedenken. Aus persönlichem Antrieb wird er wohl nichts gegen die Genderisierung in den Schulen und Kindergärten unternehmen.

CDU-Avancen auf Bundesebene

Auf Bundesebene ist einer der wichtigsten C-Politiker, der für eine schwarz-grüne Koalition wirbt, ist der neue Generalsekretär Peter Tauber. Offenbar passt diese Machtkonstellation zu seiner Vorstellung, wie die CDU in Zukunft aussehen soll. Sie soll „jünger, bunter, weiblicher“ werden – und sich dabei den Grünen nähern. Ob sich der Generalsekretär gut genug überlegt hat, wie weit er sich vom Markenkern der CDU entfernt? Sollte sich in Baden-Württemberg eine Mehrheit für eine grün-schwarze Koalition ergeben, würden grüne Inhalte auf die CDU übertragen. Was das konkret bedeuten könnte, ist klar: die Akzeptanz der Gender-Ideologie durch die CDU, die Gleichstellung homosexueller und sonstiger Partnerschaften mit der traditionellen Ehe sowie die Akzeptanz der Sexualisierung der Kinder durch Programme im Stile des baden-württembergischen „Bildungsplanes 2015“, der von grün-rot stammt, auch durch die CDU.

Nicht wenige CDU-Mandatsträger halten eine solche Politik für einen eklatanten Verrat an den christlichen Wurzeln der CDU – und auch Deutschlands. Sie sagen das aber nicht, sondern werden immer unzufriedener oder stellen ihre ehrenamtliche Arbeit gleich ganz ein. Mit grün-schwarz in Baden-Württemberg würden die Christdemokraten eine noch größere Zahl ihrer christlich-konservativen Wähler verschrecken, als dies ohnehin schon geschehen ist.

Wo die heimatlosen Wähler wohl hinwandern werden?

CDU und CSU sind dringend zu warnen. Keinesfalls sollten sie der Versuchung erliegen, ihr christliches Erbe preiszugeben, um auf diese Weise an der Macht zu bleiben. Ganz im Gegenteil würde ein Vorteil für diese beiden Volksparteien erzielbar: CDU und CSU sollten ihr christliches Profil schärfen. Die Union könnte auf andere Weise noch viel „jünger, bunter, weiblicher“ werden, als das Peter Tauber bisher anstrebt.

Wie könnte diese Stärkung der Union aussehen? Konkret muss sich die CDU aktiv für den Schutz und die finanzielle Besserstellung der Ehe und Familie einsetzen, so, wie sich das in unserem Land aus dem christlichen Erbe entwickelt hat. Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen zieht diese Lebensform, zuweilen auch ganz laizistisch, allen anderen vor – nach wie vor. Politik für die traditionelle Ehe und Familie ist Politik der Mitte und eine Politik für die Mehrheit. Nicht nur christlich geprägte Eltern haben zunehmend die Sorge, dass ihre Kinder in den Schulen mit anti-christlichen Ideologien wie etwa dem Gender-Mainstreaming, der Gender-Ideologie, der „Sexuellen Vielfalt“ und vielem anderem mehr indoktriniert werden. Das hat damit zu tun, dass das christliche Erbe Inhalte transportiert, die über Jahrhunderte hinweg gut durchdacht wurden und die dem jungen Menschen in seiner Entwicklung zuträglich sind. Wenn nun die Grünen diese Bereiche, die ja im übrigen auch Privatsache sein sollten, unbarmherzig angreifen, eifern sie vielleicht gegen die Kirche und ihre Institutionen.

Der Angriff der Grünen gegen Ehe, Familie und christliche Werte bedeutet zugleich aber auch einen Angriff auf die Stabilität unseres gesamten Gesellschaftsvertrags. Dieser Angriff hat, wenn er erfolgreich ist, Folgen bis hin zur Sicherheit der Renten. Das würde, ganz konkret, fast jeden Leser dieser Zeilen im Alter um ein gutes Stück ärmer machen! In Baden-Württemberg muss es sich zeigen: Kann sich die CDU schützend vor die Eltern stellen und gewährleisten, dass die Grünen die Schulen nicht zu einem Hort linksideologischer Indoktrination machen? Viel hängt davon ab.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Jürgen Fritz, Thomas Schmid, Petr Bystron.

Leserbriefe

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Mehr zum Thema: Gruene-jugend, Cdu, Baden-wuerttemberg

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