Wenn der Mensch nur noch Multitasking macht, dann kommt er nicht mehr zum Nachdenken. Frank Schirrmacher

"Der Papst ist kein Antisemit"

Der Schriftsteller Martin Mosebach gilt als ein großer Verehrer von Papst Benedikt XVI. Vor allem dessen Kampf gegen den Werte-Relativismus und seine Liebe für die traditionelle Liturgie der katholischen Kirche sagen dem Büchner-Preisträger zu. Dabei findet Mosebach ein altes Gebet für die Bekehrung der Juden ebenso wenig anstößig wie die Annäherung Benedikts an die umstrittenen Pius-Brüder. Das Gespräch führte Alexander Görlach.

The European: Wie bewerten Sie persönlich die fünf Jahre, die Papst Benedikt XVI. im Amt ist?
Mosebach: Benedikt XVI. hat sich die schwerstmögliche Aufgabe gestellt: Er will die schlimmen Folgen der innerkirchlichen 68er-Revolution auf nichtrevolutionäre Weise heilen. Dieser Papst ist eben kein päpstlicher Diktator, er setzt auf die Kraft des besseren Arguments und er hofft, dass die Natur der Kirche das ihr nicht Gemäße von selbst überwinden wird, wenn ihr dazu gewisse kleine Hilfestellungen gegeben werden. Dieses Programm ist so subtil, dass es weder in offiziellen Erklärungen dargestellt werden noch auch in einer schier unvorstellbar vergröberten publizistischen Öffentlichkeit verstanden werden könnte. Es ist ein Programm, das seine Wirkung erst in der Zukunft, wahrscheinlich erst deutlich nach dem Ableben des Papstes, zeigen wird. Aber schon jetzt ist der Mut des Papstes erkennbar, mit dem er Versöhnung über die engen Grenzen des Kirchenrechtes hinaus stiftet – in China durch die Integration der Patriotischen Kirche und gegenüber der russischen und griechischen Orthodoxie – und durch seine neuartige Verschmelzung traditioneller und aufgeklärter Bibeltheologie, die aus den Sackgassen rationalistischer Bibelkritik herausführt.

The European: müssen wir uns nicht auch auf Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen anderen Ländern einstellen und wie sollte Ihrer Meinung nach Papst Benedikt dann darauf reagieren?
Mosebach: Selbstverständlich muß die Kirche immer damit rechnen, daß in ihren Schulen und Internaten einzelne Erzieher sich an den Schülern vergreifen, das liegt in der Natur der Sache. Wo Kinder unterrichtet werden, finden sich stets auch Persönlichkeiten mit pädophilen Neigungen ein. Wir müssen uns aber fragen, wieso es in katholischen Internaten gerade in den unmittelbar auf das Zweite Vatikanische Konzil folgenden Jahren gehäuft zu Sexualstraftaten von Priestern gekommen ist. Es führt kein Weg an der bitteren Erkenntnis vorbei: das Experiment des “Aggiornamento”, der Angleichung der Kirche an die säkularisierte Welt, ist auf furchtbare Weise gescheitert. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil legten die meisten Priester die Priesterkleidung ab, sie hörten auf, täglich die Heilige Messe zu feiern und sie beteten nicht mehr täglich das Brevier. Die nachkonziliäre Theologie tat alles, um das überlieferte Priesterbild vergessen zu lassen. Alle Institutionen, die einem Priester auf seinem schwierigen und einsamen Lebensweg Hilfe geleistet hatten, wurden in Frage gestellt. Was Wunder, wenn viele Priester in diesen Jahren sich nicht mehr in überlieferter Weise als Priester empfinden konnten. Die priesterliche Disziplin, die gezielt verdrängt worden ist, wurde sehr weitgehend im Konzil von Trient formuliert. Auch damals war es darum gegangen, einer Verkommenheit des Klerus zu wehren und das Bewußtsein von der Heiligkeit des Priesteramtes neu zu wecken. Es ist schön, wenn jetzt die Amtsträger der Kirche die Opfer der Missetaten um Vergebung bitten, aber noch wichtiger wird es sein, die Zügel der Disziplin im Sinn des Konzils von Trient wieder anzuziehen und zu einem Priestertum der katholischen Tradition zurückzukehren.

The European: Wie sollte die katholische Kirche aussehen, die Papst Benedikt einmal hinterlassen wird?
Mosebach: Es wäre diesem Papst zu wünschen, dass er die ersten Spuren einer Gesundung der Kirche noch selbst bemerken dürfte. Aber dieser Papst ist so uneitel und bescheiden, dass er solche Spuren wahrscheinlich gar nicht als Ergebnis seines Wirkens ansehen würde. Ich glaube, dass er seinem Nachfolger undankbare, aber notwendige Arbeiten ersparen will, indem er selbst sie übernimmt – hoffentlich nutzt dieser Nachfolger die große Chance, die Benedikt ihm geschaffen haben wird.

“Das Jahr 1968 ist ein noch überhaupt nicht genügend erkanntes Phänomen”

The European: Die Liturgiereform hat die katholische Kirche grundlegend verändert – wieso?
Mosebach: “Liturgiereform” werden die Eingriffe Papst Pauls VI. in die über 1500 Jahre lang überlieferte römisch-katholische Liturgie nur genannt – in Wirklichkeit handelte es sich hier um eine Revolution, die vom Auftrag des Zweiten Vatikanischen Konzils, die liturgischen Bücher “behutsam” durchzusehen, nicht gedeckt ist. Sie hat die auf die Anbetung Gottes ausgerichtete Feier der letzten zwei Jahrtausende auf den Menschen zentriert, sie hat das Priesteramt ausgehöhlt und die Lehre der Kirche von den Sakramenten sehr weitgehend verdunkelt.

The European: In den späten 60er-Jahren gab es auf der Welt viele Umbrüche: die Kulturrevolution in China, der Prager Frühling in der Tschechoslowakei, die Studentenunruhen bei uns, der Vietnamkrieg – und das Zweite Vatikanische Konzil. Kann man diese Umbrüche in einer Reihe nennen?
Mosebach: Das Jahr 1968 ist ein meines Erachtens noch überhaupt nicht genügend erkanntes Phänomen. Hier in Deutschland beschäftigt man sich in diesem Zusammenhang gern mit beseligenden Erinnerungen an Wohngemeinschaften und den Streit über die richtige Marx-Lektüre. In Wahrheit ist 1968 ein Achsenjahr der Geschichte mit voneinander scheinbar vollkommen unabhängigen Anti-Traditionsbewegungen in der ganzen Welt. Ich bin aber davon überzeugt, dass man eines Tages, wenn erst genügend Abstand da ist, die chinesische Kulturrevolution und die römische Liturgiereform in einem engen Zusammenhang begreifen wird.

The European: Papst Benedikt XVI. war als Konzilstheologe an diesem Aufbruch des Konzils beteiligt. Wie erleben Sie sein Engagement heute, einzelne liturgische Elemente der vorkonziliaren Kirche wiederzubeleben?
Mosebach: Benedikt XVI. sieht eine seiner Hauptaufgaben darin, das Wesen der Kirche wieder deutlicher sichtbar zu machen – den Katholiken, und dann auch den Nicht-Katholiken. Der Papst weiß, dass die Kirche unauflösbar an ihre Tradition gebunden ist. Kirche und Revolution sind unversöhnliche Gegensätze. Er versucht, dort einzugreifen, wo das Erscheinungsbild der Kirche durch einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit verzerrt wird. Die Kirche hat eben, wie ihr Stifter, zwei Naturen: eine historische und eine überzeitliche. Sie darf nicht vergessen, woher sie kommt, und sie darf nicht vergessen, wohin sie geht. Damit tut sich speziell die Kirche im Westen gegenwärtig schwer: Sie hat weder einen Sinn für ihre historische Gewachsenheit noch für ihr Leben in der Ewigkeit.

“Die Beziehung des Papstes zum Judentum ist keine oberflächliche, politische”

The European: Die Bitte für die Bekehrung der Juden, wie sie bis zum Konzil im Gebrauch war, wurde durch die Wiederzulassung des alten Ritus wieder erlaubt. Ist das ein richtiger Schritt?
Mosebach: Mit der Wiederzulassung der unter Paul dem VI. häufig genug gewaltsam verdrängten, gewachsenen Liturgie gelangte auch die aus dem Frühchristentum stammende Bitte um die Bekehrung der Juden, die ihren Platz in den Karfreitagsfürbitten hat, zurück in die offiziellen Bücher der Kirche. Diese frühchristliche, auf einer Formulierung des Apostels Paulus basierende Bitte, enthielt die Wendung, Gott möge die Juden von “ihrer Verblendung” befreien und “den Schleier von ihren Herzen nehmen.” Da diese Formulierungen dem Papst aufgrund der jüngsten Geschichte das Missverständnis einer Geringschätzung der Juden durch die Kirche erlaubten, hat er bei seiner Wiedereinsetzung des überlieferten Ritus hier eingegriffen und eine neue Formulierung innerhalb des Alten Ritus angeordnet, die gleichfalls Gott darum bittet, die Juden zu Jesus Christus zu führen, aber die Deutung der Geringschätzung ausschließt. Man hat dem Papst vorgeworfen, dass er überhaupt für die Bekehrung der Juden zu Jesus Christus beten lassen will – aber kann man der Kirche der Juden Petrus und Paulus ernsthaft zumuten, auf eine solche Gebetsintention zu verzichten?

The European: Wie bewerten Sie das Verhältnis des Papstes zu den Juden, zu Israel?
Mosebach: Benedikt XVI. ist vielleicht seit Petrus der erste Papst, der das Christentum derart eng aus dem Judentum heraus begreift. Sein Jesus-Buch verrät über weite Strecken den Versuch, das Neue Testament mit den Augen des Alten Testamentes zu lesen. Die Beziehung des Papstes zum Judentum ist keine oberflächliche, politische, kein bloßes Sympathisieren aus einem modischen Philosemitismus heraus, sondern ist tief theologisch, im Glauben verwurzelt. Man durfte gelegentlich gar den Eindruck haben: Wenn Benedikt nicht Christ wäre, wäre er Jude. Diesem Papst Antisemitismus nachzusagen verrät eine Unkenntnis und Inkompetenz, die vom öffentlichen Diskurs ausschließen müsste.

The European: Die Kontroverse um die Pius-Brüder hat dem Vatikan bislang keinen sichtbaren Erfolg gebracht. Was bringt diese Gruppe Ihrer Meinung nach der katholischen Kirche außer ihrer Liebe für die alte Liturgie?
Mosebach: Außer der alten Liturgie? Was gibt es Wichtigeres als die Liturgie für die Kirche? Die Liturgie ist der Körper der Kirche, die Liturgie ist der sichtbar gemachte Glaube. Wenn die Liturgie erkrankt, erkrankt die ganze Kirche – das ist keine bloße These, sondern eine Beschreibung der gegenwärtigen Situation. Man kann es nicht krass genug darstellen: Die Krise der Kirche hat es möglich gemacht, dass ihr größter Schatz, ihr Arkanum, aus ihrem Zentrum an die Peripherie gespült wurde. Der Piusbruderschaft, vor allem ihrem Gründer, Erzbischof Lefebvre, gebührt der historische Ruhm, dieses wichtigste Gut über die Jahrzehnte bewahrt und am Leben erhalten zu haben. Deshalb schuldet die Kirche der Piusbruderschaft zuerst einmal Dankbarkeit, und zu dieser Dankbarkeit gehört auch, dass sie sich bemüht, sie aus mancherlei Verwirrungen und Radikalisierungen wieder herauszuführen.

“Das Christentum ist der Grundpfeiler Europas, ich sehe keinen anderen”

The European: Die Pius-Brüder scheinen nicht wirklich auf Rom zuzugehen.
Mosebach: Bei den Gesprächen mit der Piusbruderschaft geht es um eine geduldige Überzeugungsarbeit, wie sie in geistlichen Fragen angemessen ist. Die Gespräche scheinen in sehr guter Atmosphäre vor sich zu gehen. Wenn es eines Tages gelingt, die Piusbruderschaft wieder in die volle Einheit der Kirche zu integrieren, wäre dem Pontifikat Benedikt des XVI. ein Erfolg beschieden, der in seiner Bedeutung weit über die Zahl der Piusbrüder hinausginge.

The European: Das Christentum gehört zu den Grundpfeilern Europas. Wird es in Zukunft noch relevant für den Kontinent sein?
Mosebach: Das Christentum ist der Grundpfeiler Europas, ich sehe keinen anderen. Alle geistigen Strömungen der Neuzeit, auch dann, wenn sie das Christentum bekämpfen, verdanken ihren Ursprung dem Christentum, und auch die antike Philosophie und Kunst haben wir aus den Händen des Christentums empfangen. Sollte die europäische Gesellschaft sich im Ganzen vom Christentum abwenden wollen, dann hieße das nichts anderes, als dass sie sich selbst verleugnete. Was man nicht weiß oder nicht wissen will, ist aber deswegen dennoch da. Verdrängung kann kein Fundament für eine hoffnungsvolle Zukunft sein.

The European: Sie waren einige Zeit in der Türkei – würde die Türkei als Vollmitglied die EU bereichern oder ist es schwierig, ein islamisch geprägtes Land in den abendländischen Werteverbund zu integrieren?
Mosebach: Sie verstehen sicher, dass ich Ihnen weder eine politische noch völkerrechtliche Antwort geben kann. Ich sehe nur, dass die Türkei im 20. Jahrhundert enorme Schwierigkeiten mit ihren christlichen europäischen Minderheiten hatte, und zwar gerade die antiislamische, sich modernisierende Türkei. Bis in die 50er-Jahre gab es noch ein griechisch dominiertes Konstantinopel, aber das Zusammenleben mit Christen ist den modernen Türken unerträglich gewesen, und so haben sie es denn gewaltsam beendet. Jetzt scheint man ein Heranrücken an Europa aus wirtschaftlichen Gründen erstrebenswert zu finden, ohne im Übrigen innenpolitisch die Bekämpfung der Christen zu revidieren. Von dem, was Sie “Integration in den abendländischen Werteverbund” nennen, sind wir, glaube ich, sehr weit entfernt

Leserbriefe

  • Theeuropean-placeholder
    68er – 08.04.2010 - 02:24

    Sehr geehrter Herr Mosebach,

    es ist schön auch von jemand anderem, wenn auch etwas unkorrekt, lesen zu können, dass der magische Umbruch des Jahres 1968 nicht nur ein Produkt der Studentenbewegungen in den USA und Europa war sondern eben auch ein Produkt der Kirchen. Ich würde sogar vermuten wollen, dass einige Protagonisten der deutschen 68er Generation, z. B. Gudrun Ensslin, Rudi Dutschke oder Ulirke Meinhof aus einem fundamentalchristlichen Ansatz heraus unsere Gesellschaft an den Werten des Neuen Testaments gemessen haben. Ihre Schlussfolgerungen, dass z. B. die Kriegsführung der Amerikaner in Vietnam aus christlicher Sicht unerträglich war, kann ich durchaus nachvollziehen, ihre dann aus einer vielleicht empfundenen Ohnmacht heraus, abgeleiteten Handlungen dann leider oft nicht mehr.

    Es ist aber weniger schön lesen zu müssen, dass Sie der Meinung sind, die gehäuften Fälle sexuellen Missbrauchs seien auf die Öffnung der Kirche nach dem zweiten Vaticanum zurückzuführen und darauf, dass die Herren Priester zu selten die Messe gefeiert oder ihr Brevier gebetet hätten. Wenn dies zuträfe, sollten Sie vielleicht einen Forschungsantrag bei der DFG oder bei der Bundesjustizministerin stellen und mit einer entsprechenden Mess- und Gebets-Therapie die zahlreichen Sexualstraftäter heilen, die in unseren Gefängnissen sitzen. Die Gesellschaft würde es Ihnen danken. Allein mir fehlt der Glaube, dass sich Ihre These wissenschaftlich belegen läßt.

    Ihren Vergleich der chinesischen Kulturrevolution mit der Liturgiereform in der katholischen Kirche finde ich ehrlich gesagt ziemlich geschmacklos. Ich bin niemand, der aus der Geschichte keine Lehren ziehen möchte und denke auch, dass man nicht häufig genug auf strukturelle Probleme in Gesellschaften hinweisen kann, die zu Willkür, Hass, Gewalt, Rassenwahn, Diktatur oder ähnlichen Übeln führen können. Ich finde es aber im konkreten Fall gleichwohl degoutant, die Liturgiereform der katholischen Kirche, die in keiner Weise gewaltsam durchgesetzt sondern im Rahmen des Konzils nach langer Beratung beschlossen wurde, mit der barbarischen Kulturrevolution in China zu vergleichen, die nicht nur unwiderbringliche Kulturgüter zerstört hat sondern bei der unzählige Menschen auf bestialische Weise ermordet und gefoltert wurden, bei der Familien zerstört, Angst und Hass gesät und damit die bevölkerungsreichste Gesellschaft unseres Kontinetes in ihren Grundfesten erschüttert hat.

    Wollen Sie diese Grausamkeiten wirklich mit dem vergleichen, was die Pius-Brüder in der katholischen Kirche “erleiden” mussten?

    Und wenn Sie fragen: “Was gibt es Wichtigeres als die Liturgie für die Kirche?” möchte ich Ihnen sagen, es sind die Lehren des Mannes aus Nazareth und – zumindest für mich – nicht die sich über Jahrhunderte herausgebildete Liturgie.

    Es ist vielleicht auch bezeichnend, dass Sie sich in Ihrer Rechtfertigung der Bekehrungsformel auf Paulus beziehen. Dieser Ansatz mag richtig sein, wenn man sich zuerst als Mitglied der von Paulus wesentlich mitgeprägten kaholischen Kirche sieht; ob dies auch noch richtig ist, wenn man sich zunächst als Christ sieht, der zuerst auf die Worte Jesu schaut, möchte ich mir erlauben zu bestreiten.

    Ich erlaube mir Ihnen auch zu widersprechen, wenn Sie behaupten, das Christentum sei der Grundpfeiler Europas und kein anderer zu sehen. Sicherlich kann man das Christentum nicht wegdenken und es lebt natürlich auch in der Aufklärung und selbst in seiner Negation teilweise weiter. Als einer der Grundpfeiler wird es aber nur dann auf Dauer akzeptiert werden können, wenn es die emanzipatorischen Entwicklungen der Aufklärung und der Französischen Revolution als weitere Grundpfeiler anerkennt. Und da es genügend Christen (nicht nur aber vor allem ausserhalb der katholischen Kirche) gibt, die dies tun, bin ich guter Hoffnung, dass dies so bleiben wird.

    Da Sie der Versuchung erlegen sind, der eigenen erlebten Zeit eine besondere Bedeutung zuzumessen, wage ich hier auch die Prognose, dass Herr Ratzinger in den deutschen Geschichtsbüchern vor allem als der Papst eingehen wird, der seit langer Zeit wieder einmal aus Deutschland kam, viel mehr wird nicht bleiben. Wenn wir Glück haben und das nächste Konklave mehr Mut aufbringt, wird er vielleicht als Übergangspapst eingeordnet werden, der sich als Letzter gegen überfällige Reformen gewehrt hat. Einen Erneuerer, der der Einheit der Kirche dient, kann ich selbst bei größtem Wohlwollen nicht in ihm erkennen.

    Mit freundlichem Gruß

    Ihr 68er

  • Theeuropean-placeholder
    Johanna Seemann – 09.04.2010 - 13:06

    Sehr geehrter Herr 68er,

    ich teile Ihre Meinung nur zu gut. Vielen Dank!

    Viele Grüße

    JS

  • Theeuropean-placeholder
    Johannes Neumüller – 14.04.2010 - 01:00

    Sehr geehrte Vorredner,

    mir scheint, dass die Statements zu Hr. Mosebach´s Ausführungen merkwürdig kontrastieren. Hr. Mosebach vergleicht mit keinem Wort die chinesische Kulturrevolution mit dem, was im Vaticanum II, bzw. sich in Vietanam ereignete. Es geht ihm um den Gesamtkontext der Ereignisse, die nicht losgelöst voneinander “im luftleeren Raum” stattfinden.

    Er ordnet es lediglich dem historischen “Zeitgeist” jener
    Jahre zu, und weist den Ereignissen ihren Platz in diesem “Gesamtszenario” der “Erwachten 68” zu!

    Man kann nicht ernsthaft bestreiten, dass 68´getrieben war von einer Grundstimmung der Auflösung, Revolte, NeuUnordnung, merkwürdig intolerant, und gewaltakzeptierend, wenn nicht sogar in weiten Teilen immer auf dem Sprung u. gewaltbereit Umsturz auf nahezu allen Ebenen herbeizuführen, um selber die Macht in Zukunft besser und gerechter ausüben zu können. Nicht ohne Idealismus, und immer wieder die Befreiung des Menschen von “Zwängen und Ungleichheit” im Auge, und proklamierend das gestehe ich zu.

    Die Erlösung selber “in die Hände” zu nehmen, immer
    wieder die Triebfeder der grössten menschlichen Irrtümer und Katastrophen. Eine Anmassung schon
    der Versuch in Ideologien diesen Menschheitstraum
    zu verwirklichen…

    Natürlich ging diese
    Kulturrevolution “nicht auch von der Kirche aus”, sondern er drang auch in die Kirche ein, der Zeitgeist
    von 68! Und er war dort, wie überall, alles andere als behutsam und rücksichtsvoll. Denn auch dort sollte nichts bleiben, wie es war. Der Mensch wollte nicht länger auf Gott und den Erlöser verwiesen sein, sondern, sich selbst erlösen, in seinem individuellen Bezug vielleicht auch zu Gott? Im Mahl halten, statt
    im Opfer, das dem Zeitgeist anrüchig und zur evangelischen Welt zu stark kontrastrierend, und damit Ökumenegefährdend angesehen wurde.

    Ein Geist, der bis heute grosse Schwierigkeiten mit Autoritägen, der sich im Grunde nichts
    und niemanden unterordnen will, auch nicht Gott.
    Denn ihm geht es wie jeder Autorität, wird einfach
    nicht zugestanden und geleugnet und umgangen.
    “Über mir ist nur der, der Zwang ausübt”, und davon
    gilt es, sich zu befreien…?

    Und natürlich gingen die Veränderungen in “Kirche” alles andere als behutsam von statten. “Der Muff aus tausend Jahren unter den Talaren” war ein Spruch der
    68´an den Unis, der natürlich in die Theologie und Kirche eindrang.

    Und logisch, war ein erheblicher Teil
    der “Erlösungsgedanken” der 68´ getrieben von sowiet-marxistischen “Idealen”, daran kann kein Zweifel sein. Welcher Grundpfeiler sollte die Französiche Revolution, gegründet auf Folter, Mord und Totschlag sein? Ist nicht der Grundpfeiler Jesus
    Christus ein ganz anderer? Ein wirklich und wahrhaft erlösender? Der einzige Maßstab, der Menschen wirklich gerecht werden kann?

    Sind nicht die “Erlösungsideen” aller Idealisten in
    grausamsen Phatologien ihrer eigenen Grundidee
    zu einem schrecklichen Ende gekommen, Ulrike Meinhof eingeschlossen….? Ist nicht ein Staat,
    der selber hunderttausendfach Gewalt an Kindern
    zu verantworten hat, jedoch “hier ist der Täter”
    in Richtung Kirche zeigt bis in die Grundfesten selber verantwortungslos? Wo ist die Entschuldigung
    der Bildungs- und Innenminister für die Übergriffe
    an staatlichen Schulen? Ist die Frage der Übergriffe
    eine Frage der Zeit, wann es passierte? Ist das Strafrechtz juristisch und moralisch dem Zeitgeist
    unterworfen? Wenn Nein, wo bleiben die Entschädigungen für die Kinder, die während der Nachkriegsjahre noch ganz offiziell mit Stockhieben
    und Tazen von staatlichen Lehrern gezüchtigt wurden? Verjährt? Oder, damals
    war es eben so, nur in der Kirche darf es nicht sein?
    Ist es nicht an der Zeit, sich dem Thema Gewalt in
    der Erziehung generell zu widmen, auch und bewusst
    den Anspekt der “schwer Erziehbaren und andere Kinder drangsalierende und schikanierende Kinder” mit einzubeziehen, vor denen man auch gefälligst endlich die anderen Kinder irgendwie schützen muss?
    Ist es nicht pervertiert, wenn der Lehrer straffällig sein
    kann, das Kind/Jugendliche aber eigentlich immer “alles richtig macht”, weil er unmündig ist? Müssen das die anderen Kinder einfach hinnehmen, wenn sie von Klassenkameraden mit Messern bedroht werden, und der Staat tut an seinen Schulen nichts dagegen, ausser Eltern anzuzeigen, die ihre Kinder dort nicht mehr hinschicken wollen? Ist es das?

    Es gibt keinen Mann aus Nazaret, der getrennt werden kann, von dem Mann, dem alle Naturgesetze untergeordnet sind…Auf dieser Welt herrscht entweder Gott, oder das Gegenteil, das müsste die Menschheit endlich begriffen haben….wenn das
    Abendland Jesus Christus herrschen lassen würde, dann wäre der Maßstab unseres Tun und Handelns nicht mehr “wie hinter einem Nebel” im Unbestimmten und Undefinierbaren verborgen…. denn dann hat die
    Menschheit nicht auf Sand gebaut…wie mit allen Ideologien, die unsere Welt so elend beeinflusst haben und noch beeinflussen werden. Das Christentum hat
    ihre eigene “dunkle Geschichte”, aber sie kann sich dabei immer wieder aufrichten an ihrem tatsächlichen
    Herrn und König, welcher der Weg und die Wahrheit ist, auch wenn die Menschheit nach wie vor im Pilatus-Rock vor ihm steht, und ständig fragt: Was ist Wahrheit?

  • Theeuropean-placeholder
    68er – 14.04.2010 - 12:41

    Sehr geehrter Herr Neumüller,

    auf Ihre lesenswerte Erwiderung würde ich gerne ausführlich antworten, doch werde ich dazu in den nächsten Tagen nicht kommen.

    Nur ganz kurz möchte ich anmerken, dass die Entwicklungslinien in der katholischen Kirche zur Liturgiereform und in China zur Kulturrevolution doch wenig gemeinsam hatten. Die von Papst Johannes dem XXIII. initiierte Öffnung und Erneuerung der Kirche, das Aggiornamento, zielte darauf ab, das “Kirchenvolk” ernster zu nehmen und es zu stärken, die chinesische Kulturrevolution dagegen wurde von Mao dazu genutzt, das chinesische Volk zu terrorisieren und zu entrechten. Auf dem Papier mag das Mao vielleicht anders dargestellt haben, aber wenn man eine Ahnung hat, was damals in China geschah, wird man vielleicht meine Empörung verstehen, welche die “Assoziation” des Herrn Mosebach bei mir ausgelöst hat.

    Für mich treffen sich im Vatikanum II die positiven Tendenzen der katholischen Kirche mit den positiven Tendenzen der Aufklärung. Dass solch eine moderne Kirche nicht einfach ist, dass sie eine Herausforderung an die Kirche und ihre Mitglieder war, gebe ich gerne zu. Ich habe aber erlebt, wie diese Öffnung der Kirche in den 70er Jahren eine wunderbare offene und kreative Gemeindearbeit hervorgebracht hat, ja einen kleinen Boom, der durch die “Reaktion” des freundlichen konservativen Papstes aus Polen leider im Keim erstickt wurde, weil sie an der Lebenswirklichkeit der meisten jungen katholischen Christen vorbeiging. Ich habe in unserem katholischen Kindergarten viele Eltern kennen gelernt, die als Kinder diese neue Kirche schätzen gelernt hatten und bereit waren sich wieder für “Ihre” Kirche einzusetzen. Leider fühlten sie sich mit ihren Kindern in der heutigen Kirche nicht mehr willkommen, die hier im Bistum Essen hunderte katholische Kindergartengruppen aufgegeben hat und massive Einsparungen in der Jugendarbeit vorgenommen hat. Dafür werden überall die katholischen Kliniken mit gewaltigen Bauvorhaben erweitert, Vorzeigeimmobilien und Single-Wohnanlagen zur Profitmaximierung hochgezogen und dafür funktionierende Gemeinden zusammengelegt, Kirchen geschlossen und Gläubige wie dumme Lämmer behandelt.

    Und wenn Sie gebetsmühlenartig wie die Herren Mixa und Kollegen den “Zeitgeist von 68” dämonisieren, kann ich nur gebetsmühlenartig erwidern, dass dieser Geist in der Kirche eben schon 10 Jahre früher aktiv war, damals noch mit Herrn Ratzinger als kleiner Protagonist, mit Herrn Küng und Kardinal Josef Frings und natürlich Papst Johannes dem XXIII, der nach einer Anektdote auf die Frage, was er mit dem anberaumten Konzil erreichen wolle, zum Fenster schritt und dieses mit dem Ausspruch “Ecco” öffente, um Frische Luft herein zu lassen.

    Das Fenster ist nun wieder geschlossen.

    Mit freundlichem Gruß

    Ihr 68er

  • Theeuropean-placeholder
    Johannes Neumüller – 14.04.2010 - 23:55

    Verehrter 68ér,

    mit dem Zeitmangel haben wir immerhin etwas gemeinsam. Gemeinsamkeiten verbinden, heisst es,
    denn sie sind das geöffnete Tor des “Verstehens”.

    Es liegt mir fern, Ihnen grundsätzlich zu widersprechen, und den “Zeitgeist von 68`”
    zu dämonisieren. Gerne aber möchte ich
    ihn nüchtern einordnen, mit dem gebührenden
    Abstand der Zeit, die über den “wolter Biss”, wie
    es beim “Brandner Kaspar” so schön heisst, verfügt,
    der “die stärksten Mauern schartig beisst”.
    Will sagen, die Zeit lässt den Blick klarer werden,
    und Verklärungen, aber auch Verurteilungen im Lichte der “erkannten Früchte” einordnen.

    Es ist ein bischen so, wie Bischof Williamson
    (..der im Übrigen nicht alleine d. seine Aussagen ausserhalb des Gottesglaubens grundsätzlich und in jeder Hinsicht als Mensch obsolet geworden sein sollte…) sagte, es reden zwei Taubstumme miteinander, die einander weder im Tiefsten hören, noch mit dem Wort erreichen können…. weil sich der Verstand für die Position des anderen nicht aufschliessen lässt…

    Die Kulturrevolution in China wurde merkwürdigerweise eben schon “billigend bis wohlwollend” von der Generation der 68´aufgenommen. Ich frage mich ernsthaft:
    Warum? Bei all den Gräuel?
    Weil eine Grundsymphatie f. die Idee der Vergesellschaftung immer mitschwang, und diese
    Grundhaltung der “Symphatie für den Umsturz”
    vorhanden war, wenn nur die Aussichten irgendwie
    mehr Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit versprach,
    dabei müsse eben auch das partiell “Unmenschliche”
    in Kauf genommen werden…um die Massen zu erlösen. (Grundtenor aller ideologischen Menschheitserlöser)

    Das Aggiornamento kann nicht n u r positiv, wie auch nicht n u r negativ gewertet werden. Der Ansatz war
    einerseits richtig, andererseits falsch. Wie immer,
    ist der Mensch, der etwas bewegt, derjenige, der
    hier Mauern einreisst, und dort neue Mauern aufrichtet.
    Er schafft das eine Unrecht ab, und ersetzt es durch “sein” neues Unrecht, dass er nicht so empfindet, weil seinem Willen genüge getan wurde.

    Die Öffnung der Kirche zur modernen Welt und ihrem Verhältnis zur modernen Welt hat einerseits Engführungen und Zwänge und Einfriedungen aufgelöst, neue Verhältnisse zueinander begründet, die viele Erstarrungen auflösen und mildern konnten, andererseits, ist zu bemängeln, dass die Kirche sich einer Welt angegelichen hat, die letztlich ganz ohne Gott leben wollte, und durch dieses Aggionrnamento letztlich im Staate seinen “Duldungsstaatus” verbesserte, weil die Anmassung der Anbetung des “nicht sichtbaren” in eine “gemeinschaftsbildende Communio” tendenziell verwandelt wurde.
    Die vage Hoffnung auf Wiedervereinigung zwischen Katholiken und Lutheraner mag eine der Haupttriebfedern gerade deutscher Bischöfe gewesen sein.

    So toll die Gemeinschaft wohlgesinnter Menschen ist,
    ist doch die Frage worauf bezieht sich diese Gemeinschaft? Lebt sie sozusagen von “sich”,
    von der gegenseitigen Bestärkung, die ich im Freundeskreis oder Sportverein ebenso haben kann?
    Oder, anders ausgedrückt, worin unterscheidet sich
    grundsätzlich die Kirche von einer gemeinsamen,
    ins Private verwiesene Liebhaberei, wie etwa der Züchtung von Kampfhunden, wie ein Philosoph unserer Zeit es provokativ ausdrückt. Da muss
    doch mehr sein? Was verändert den Menschen
    und sein Kreisen um sich und seine SinnesWünsche?
    Das Opfer seiner selbst, für das was er liebt.
    Und das, was er liebt, prägt ihn grundsätzlich.
    Wo Dein Herz ist, ist Dein Schatz! Und dieses Herz
    war eben auch beim Schatz der “alten Liturgie” über
    Jahrhunderte angewachsen und eingeprägt.
    Dem trägt Benedikt nun behutsamer als viele
    andere Rechnung!

    Ich bin nicht der Meinung, dass die Prädikate
    “Reaktion” im Sinne des 68´Sprachgebrauches
    im Lichte des Jahres 2010 auf Johannes Paul II, oder noch mehr Benedikt XVI. zutreffen. Auch wenn dieses Vokabular, ich muss es leider sagen, den 68´ in seiner GrundHaltung und Vokabular verrät. Das sei ihm verziehen. Es scheint mir nun bei Benedikt eher ein behutsames Befreien von “Entwicklungen, die übers Ziel hinausschossen” zu sein, deren Früchte für die
    Kirche und Gesellschaft eben ambivalent waren und sind. Über diese Ambivalenz könnte man viel sagen,
    sie wird jedoch mehr und mehr in jungen Generationen als solche erkannt, aber zum
    Teil auch wieder einseitig “zuungunsten der 68`er”
    ausgelegt. So neigt jede Zeit zur menschlichen
    Unvernunft in ihrer frühkindlich erworbenen
    Neigung, die Bauklötzchen der anderen erst einmal einzureissen, um sich einen anderen Turm selber wieder zu errichten….die ewige Kirche kann dies
    nicht als Masstab für sich gelten lassen, ihr Anliegen
    ist eine tiefere Wahrheit, die ausserhalb jeglicher
    Zeiterscheinung sich an ewigen Grundfesten ausrichtet, welche im Prinzip nicht disponabel sind.
    Gerade das Aufzeigen und sichtbar machen dieses Umstandes, ist ihr Grundstein…was die Kirche im Wesentlichen verwaltet, hat mit ihrer eigenen Verwaltung nur wenig zu tun, denn diese ist
    von weltlicher Natur, was die Kirche der Welt
    zu geben hat, ist Gott, so wie ihn die Evangelien
    vermitteln, es ist nicht ihre (primäre) Aufgabe,
    andere Religionen anzuerkennen, um damit
    gesellschaftspolitische Erfolge zu erlangen,
    und damit einen besseren weltlichen Duldungsstatus im Staat oder in einer globalen Welt zu erlangen.
    Natürlich dient es dem Weltfrieden, wenn die
    Religionen brüderlichen Umgang miteinander pflegen,
    jedoch ist es fraglich, ob dazu notwendigerweise
    die Negation der eigenen tiefsten Glaubensüberzeugungen gehören müssten.
    Andersherum, muss ich mir die Überzeugungen des anderen aneignen, um mit ihm in Frieden leben zu können?

    Eine überzeugende Kirche hat das zu verkünden, was ihr eigenes “vitales Leben” selber ist… das war, und
    ist wesentlich die Liturgie, d.h. die Anbetung und Begegnung mit dem Gott des NT, in Gemeinschaft
    aller, die an ihn glauben…die gesellschaftliche Zweckmässigkeit ihrer sozialen Einrichtungen ist
    ein Sekundärprodukt, und nicht das eigentliche Lebenselixier….das eigentliche Lebenselixier
    ist die gefühlte Gegenwart Gottes, und die gilt
    es zu vermitteln, dann sind Fenster und Türen
    für die Gläubein geöffnet, und der aktivere Teil,
    nämlich Gott tritt auf uns zu, nicht umgekehrt.

    So wünsche ich uns allen ein Vermehren unserer Erkenntnisse….ohne uns hinter Positionen zu verschanzen…

  • Theeuropean-placeholder
    68er – 15.04.2010 - 02:36

    Wie soll ich Sie anreden Herr Neumüller?

    Die üblichen Anreden wollen nicht recht in die Tasten fallen. Ich weiss nicht, ob Sie der Herr Neumüller sind, der von Herrn Paul Winkler die Übersendung seiner Urkunde über die Erteilung der Missio Canonica verlangt hat:

    http://www.wsk-regensburg.de/winkler/winkler-mueller.html

    Ich fühle mich sehr unwohl wenn Sie im gleichen Text Herrn Williamson als “Bischof” titulieren.

    Was Sie schreiben bleibt weitgehend im Unklaren, was mich nicht wundert, wenn Sie aber die Behauptung aufstellen wollen, die nachkonziliare Kirche untershcheide sich nicht wesentlich von einer Vereinigung der Freunde von Kampfhunden oder einem Sportverein, muss ich Ihnen deutlich widersprechen.

    Wenn Sie meine bisherigen Texte hier im BLog sorgfältig gelesen hätten, würden Sie erkennen, dass ich gerade die Worte Jesu Christi als wetrvolle Hilfen für ein gemeinsames Zusammenleben der Menschen und Völker anerkenne. Wenn Sie mich fragen, liebe ich zunächst meine Mitmenschen, wie es Jesus uns vorgemacht hat. In dieser Liebe bezeuge ich nach der christlichen Lehre dann auch die Liebe zu Gott. Und ich glaube, dies ist selbst dann der Fall, wenn ich mich nicht mehr in der katholischen Kirche heimisch fühle und sogar dann, wenn ich immer öfters an meinem Zweifel an der Existens eines “Lieben Gottes” leide.

    Ohne dass ich eine Anrede für Sie gefunden habe verbleibe ich hochachtungsvoll!

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