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Berlin ist eine stinkende Drecksstadt

Berlin ist für mich gefühlt die unsicherste Stadt Deutschlands. Möchte man abends in Friedrichshain weggehen, wird der Weg über die Warschauer Straße von Drogendealern gesäumt, die auch nach Jahren nicht verstanden haben, dass ich weder Gras noch andere Mittelchen von ihnen kaufen möchte

Berlin stinkt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Überall riecht es nach Hundehaufen, Gulli und Kotze. Befindet man sich nicht gerade in Randberlin, das teilweise sogar durch schöne Seen und Wälder überzeugen kann, sieht man in das dreckige Gesicht einer Stadt, die ich von Jahr zu Jahr mehr verabscheue.

Woran merkt man, dass man in Berlin angekommen ist? Es ist laut, die Straßen gleichen einer zugeparkten Autobahn, und am Wegesrand quellen die Mülleimer über. Was für eine bunte Stadt könnte man meinen, wenn man die verschiedenfarbigen Verpackungsreste um sich herum betrachtet.

Zumindest sind das kleine Farbtupfer in der sonst so grauen Tristesse. Aber mal ehrlich, eines kann man von Berlin nicht behaupten: dass es intolerant wäre. In Berlin darf jeder so sein wie er ist. Ob ein Meter lange Dreadlocks, oder das Haustier auf der Schulter, hier überrascht nichts mehr.

Den Eintritt für eine Freakshow kann man sich getrost sparen, eine Fahrt mit der S-Bahn reicht. Manchmal frage ich mich, wie hoch der prozentuale Anteil der Geistesgestörten in der Hauptstadt wohl sein man. 10 auf 100? Oder doch 50/50? Berlin läuft über mit Menschen, die in geschlossenen Anstalten wohl besser aufgehoben wären.

Mit sich selbst reden, wirr durch die Gegend laufen, schreien, oder mit Dingen um sich werfen, Berliner Alltag. Ich kann es ihnen nicht einmal verübeln. Würde ich mich über Jahrzehnte in Berlin aufhalten, wüsste ich auch nicht mehr, wo mir der Kopf steht.

Die S-Bahn ist der Gipfel der Grausamkeit

Gelegentlich mache ich mir den Spaß und zähle die Obdachlosen, die in der einfahrenden S-Bahn gemütlich vor sich hin schlummern. Dort ist es schließlich warm, soweit nicht die Heizung ausgefallen ist. Sobald sich die ersten Schneeflocken auf das Gleis legen, herrscht im öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt nämlich Ausnahmezustand.

Ich habe vor einigen Jahren ernsthaft überlegt Schadenersatz von der S-Bahn zu fordern, da ich aufgrund ausfallender Züge 45 Minuten bei – 10 Grad auf dem Bahnsteig stehen durfte und daraufhin krank wurde. Für das Immunsystem ist der öffentliche Nahverkehr der Hauptstadt zumindest das beste Training, was man sich vorstellen kann.

Jeder neue Bahnfahrer kann bestätigen, dass regelmäßige Fahrten zu beginn nicht nur einen Schnupfen oder Magen-Darm-Infekt mit sich bringen. Es ist ein bisschen wie bei der Kita-Eingewöhnung, viele unbekannte Keime und daraus folgende Krankheitsepisoden. Ach die S-Bahn, sie ist für mich das Schlimmste an dieser Stadt.

Weichenstörung, Notarzteinsatz, Zugschaden, Verzögerungen im Betriebsablauf, Signalstörung, ich könnte jeden Tag Bullshitbingo spielen, wenn es um die Störungen geht, die mir den Arbeitsweg versüßen. Da kann ich sogar verstehen, dass es besonders an Bahnhöfen nach Erbrochenem riecht, ich finde das auch zum Kotzen.

Glück hat, wer Abends wieder raus aus Berlin darf

Berlin ist für mich gefühlt die unsicherste Stadt Deutschlands. Möchte man abends in Friedrichshain weggehen, wird der Weg über die Warschauer Straße von Drogendealern gesäumt, die auch nach Jahren nicht verstanden haben, dass ich weder Gras noch andere Mittelchen von ihnen kaufen möchte.

Regelmäßig kommt es gerade dort zu Gewalttaten.

Dort, wo Menschen eigentlich nur ein bisschen Spaß haben wollten. Ist die Partynacht geschafft, ist an Müdigkeit nicht zu denken. Schläft man nämlich in der S-Bahn ein, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man ohne Wertsachen wieder aufwacht.

Dabei ist der Weg raus aus Berlin doch das Schönste, was man am Tag erleben kann. Jedes Mal wieder mache ich drei Kreuze, wenn ich die Grenze stadtauswärts passiere. Endlich draußen, endlich wieder unter verhältnismäßig normalen Menschen.

Berlin ick kann dir nich leiden.

Quelle: The Huffington Post

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Vera Lengsfeld, Hans-Olaf Henkel, Oliver Kalkhofe.

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