Eines steht fest: Das zu Ende gehende Jahr 2010 war aus bayerischer und lutherischer Sicht ein erfolgreiches und sicher auch folgenreiches Jahr.
Erfolgreich, weil die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern zusammen mit dem Erzbistum München und Freising ihre Aufgabe als Gastgeber des 2. Ökumenischen Kirchentags alles in allem gut gemeistert hat. Die besondere Herausforderung lag darin, nicht nur mitzuhelfen, den Ökumenischen Kirchentag selbst zu einem ökumenischen Ereignis ersten Ranges zu machen, sondern die Ökumene vor Ort nachhaltig zu stärken. Das ist, soweit wir es bisher überblicken können, gelungen. Die Idee war einfach und doch zukunftsweisend: Die Gemeinden, Einrichtungen und Dienste waren in dem Jahr vor dem Ökumenischen Kirchentag gebeten worden, doch verstärkt auf die ökumenischen Partner zuzugehen. Es entstanden neue Projekte, manches angestaubte Vorhaben wurde neu belebt. Eine wesentliche Rolle spielte dabei das theologische Gespräch. Zu Ehren kamen auch ganz unterschiedliche Formen des Gottesdienstes. Besonders erfreulich: das gemeinsame soziale Engagement (zwischen Caritas und Diakonie) und das rasante Wachstum gemeinsamer spiritueller Angebote, von den ökumenischen Exerzitien im Alltag bis zu den ökumenischen Pilgerwegen.
Ökumene lebt vom gemeinsamen Tun
Das alles erscheint mir zukunftsweisend, weil Ökumene davon lebt, dass gemeinsam getan wird, was gemeinsam getan werden kann. Auch bedarf der theologische Dialog zwischen den Konfessionen einer breiten ökumenischen Basis, die diesen notwendig erhält und auch immer wieder in Geduld und Ungeduld auf Ergebnisse drängt.
Eine weitere Entwicklung hat der 2. Ökumenische Kirchentag sichtbar gemacht: Ökumene ist mehr als zwei. Auch wenn aufgrund der historisch gewachsenen Situation in Deutschland die Ökumene zwischen der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche zunächst naheliegend erscheint, hat sich doch die Bandbreite in den vergangenen Jahren entscheidend vergrößert. Nicht nur sind die in Deutschland kleineren evangelischen Kirchen der Methodisten, Mennoniten, Baptisten und andere stärker ins Bewusstsein getreten. Auch die orthodoxen Christen spielen inzwischen eine wesentliche Rolle, nicht nur aufgrund ihrer Zahl, sondern weil sie sich auch ihrer Kraft als drittgrößte Konfession bewusst sind. Möglichst nicht mehr nur bilateral, sondern multilateral zu denken, zu handeln und zu reden – das wird eine der Aufgaben der kommenden Jahre sein.
Der Kernbestand des Glaubens
Als deutsche Lutheraner schauen wir auch über den Tellerrand. Zur 11. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes waren im Juli dieses Jahres lutherische Christinnen und Christen aus aller Welt für zehn Tage nach Stuttgart gekommen. Dabei wurde deutlich, wie sehr uns der lutherische Glaube miteinander verbindet, wie stark uns aber gleichzeitig unsere jeweiligen Kulturen voneinander unterscheiden. Hier wird in den kommenden Jahren zu klären sein, was sozusagen zum Kernbestand unseres Glaubens gehört und wo wir uns mit Fug und Recht voneinander unterscheiden können. Denn das ist ja gerade die Stärke des Luthertums – nicht alles in Lehre und Ethik für gleich wichtig halten zu müssen und trotzdem aneinander festhalten zu können.
Schließlich gehen wir auf das Jahr 2017 und den 500. Gedenktag der Reformation Martin Luthers zu. Ein derartiges Ereignis will gebührend gewürdigt und gefeiert werden. 500 Jahre sind auch ein guter Zeitpunkt, um manche historische Gräben zu überwinden und zu überlegen, wie wir Martin Luther und dem reformatorischen Erbe in unserer Zeit gerecht werden können.


















500 Jahre Reformation nach Martin Luther zeigen so deutliche Spuren der Deformation, dass dieser Jahrestag ein guter Zeitpunkt wäre, den Beliebigkeitsladen zu schließen und irgendeiner linke Partei anzugliedern.
In diesem Text ist nicht einmal von Gott, Jesus Christus oder dem Heiligen Geist die Rede. Das ist die Basis und der Kernbestand des Glaubens – nicht die indifferente Beschwörung eines Gutmenschentums. Der Mensch ist ein Sünder, zu den schlimmsten Dingen fähig und deshalb dringend erlösungsbedürftig – nur allein dafür ist die Kirche eingesetzt. Nicht um politische Debatten zu begleiten und Kircheglocken gegen Klimaerwärmung zu leuten…
Ich habe meine Konsequenz gezogen und bin zum Katholizismus konvertiert. Eine der vernünftigsten Entscheidungen meines Lebens.