Wenn Deutsche zu viel über Juden nachdenken, nimmt das meist kein gutes Ende. Das gilt insbesondere für die „erfrischenden“ Piraten, die dabei häufig Schiffbruch erleiden. Der eine meint gewusst zu haben, dass Hitler den zweiten Weltkrieg nicht gewollt habe, der andere hingegen möchte den Nahostkonflikt durch das Tragen eines Palilappens lösen, und der nächste wiederum sondert obskure Statements auf Twitter ab. Dort nämlich ließ der Pirat Kevin Barth neulich Folgendes verlauten: „Ok. Ich bin also Antisemit, weil ich die israelische Kackpolitik und den Juden an sich unsympathisch finde, weil er einen sinnlosen Krieg führt.“
Der gute alte Pranger
Nun ist so viel Ehrlichkeit freilich zu begrüßen, denn während hierzulande ab und zu zwischen toten (gut) Juden und israelischen (böse) Juden unterschieden wird, kommt Herr Barth wenigstens zu dem Schluss, den Juden „an sich“ nicht leiden zu können. Hätte er nur diesen Gedanken für sich behalten, so wäre er mitsamt seiner verbleibenden „Israelkritik“ vermutlich immerhin noch genauso salonfähig wie Inge Höger (MdB) von der Linkspartei, die in ihrer Freizeit gerne mal mit der „Friedens“-Flotte gen Gaza schippert, um sich danach über die „Brutalität“ des israelischen Militärs zu beschweren.
Wie dem auch sei, Herr Barth ist mittlerweile inklusive lauwarmer Entschuldigung zurückgetreten, hat sich aber nichtsdestoweniger ein ebenso lustiges wie kryptisches Abschluss-Statement überlegt. Darin erwähnt er auch den jüngst erschienenen Antisemitismus-Bericht, „der einmal mehr 20 Prozent der Deutschen als latente Antisemiten darstellt“. Und weiter: „Sprich, wir werden wieder einmal mehr von einer Studie an den Pranger gestellt. Ja, Vernichtungslager und der 2. Weltkrieg sind Teil der deutschen Geschichte. Aber habe ich diese heute noch zu verantworten? Ich denke nicht. Es sind nun 70 Jahre vergangen.“
Donnerwetter, ein Bruchpirat spricht Tacheles und schippert damit souverän immer weiter durch trübe Gewässer. Denn natürlich hat Kapitän Barth recht, wenn er sagt, nicht an den Taten seiner Vorfahren schuld zu sein. Dies allerdings mit einem Expertenbericht aus dem Jahr 2012, wonach jeder Fünfte antisemitisch sei, in Verbindung zu bringen, dabei irgendwas von einem „Pranger“ zu faseln und sich selbst zur Krönung den Persilschein auszustellen, nun, das ist eine Spezialität, die nicht nur einäugigen Piraten vorbehalten ist.
Der deutsche Schmock lernt dazu
Denn schließlich handelt es sich bei Antisemitismus auch für viele Nicht-Piraten um ein Vergehen, das irgendwann zwischen 1933 und 1945 in Gaskammern und Arbeitslagern stattfand und heute nicht mehr praktiziert wird. Blumige Gaza-Ghetto- und Israel-NS-Reich-Vergleiche laufen derweil unter „Israelkritik“, die doch gefälligst nicht ständig mit der Auschwitzkeule erschlagen werden möge. Denn der deutsche Schmock, der bestimmt schon mal andächtig am Holocaust-Denkmal in Berlin vorbeigelaufen ist, hat dazugelernt. Er weiß, dass er knapp 70 Jahre danach keine Schuld mehr trägt. Deshalb wundert er sich darüber, dass jeder Fünfte in Deutschland antisemitisch eingestellt ist, obwohl Hitler, Goebbels und Mengele doch schon längst unter der Erde sind. Und wer sich über die „Kackpolitik“ Israels aufregt und im gleichen Atemzug für das Menschenrecht der Hamas auf Qassam-Raketen eintritt, der ist vielleicht ein bisschen irre, aber sicher kein Antisemit. Denn echte Antisemiten, die gab’s nur früher, in der Vergangenheit, die Piraten wie auch Nicht-Piraten freilich bravourös bewältigt haben.


















Wenn’s 20 Prozent tendenzielle Antisemiten gibt, müssen die ja wohl auch irgendwo sein – nicht wahr? Dieser braunschillernde Mario Barth der Politszene, das vergessen Sie übrigens ganz zu erwähnen, wurde innerhalb von Stunden aus jenem Amt bei den Piraten wieder extrahiert, in das er justamäng hineingeraten war. Ich würde mit wünschen, bei Ihrer geliebten ‘Achse’, bei PI und anderswo im mulimophoben Raum würden Distanzierungen von Breivik und anderen Hirnkrüppeln ähnlich schnell erfolgen …
Ich kenne keinen deutschen Antisemiten. Der Antisemitismus ist bei den hier lebenden Muslimen weitaus mehr ausgebreitet als bei den “deutschen Schmok”
Aber dass wollen ja die Medien verschweigen!
@Gerda Ich empfehle, den Antisemitismusbericht, bzw. die Studie, der die Zahlen unter anderem zu Grunde liegen (“Die Abwertung der Anderen”), zu lesen. Beides ist im Internet als Download verfügbar und umfasst jeweils gut 200 Seiten. Oder wollen sie ernsthaft mit: “Was ich nicht sehe, das gibt es nicht!” argumentieren?
Der Artikel ist übrigens ganz interessant. Noch interessanter wäre es jedoch, den Antisemitismus des Nationalsozialismus und den heutigen Antisemitismus zu vergleichen. Oder wenigstens einen grobe Eingrenzung des Antisemitismusbegriffs vorzunehmen. Beides leistet der genannte Expertenbericht, hätte dem vorliegenden Artikel aber etwas Würze verliehen.
@ Gerda: Lesen bildet. Lang und schlapp wurde Ihnen in dem Artikel dort oben doch gerade ein deutscher Antisemit vorgeführt.
Ja @Jarchow “ein deutscher Antisemit” prima. In meinem Umfeld gibt es jedenfalls keine!
wieviele Leute von Deutschland wurden denn in dieser Studie befragt? 1000? Ja und denne wären davon 20% Antisemiten.Bei den hier lebenden Türken/Arabern wären garantiert 80%Antisemitisch und Rassistisch sein, wenn sie es halt zugeben würden. Hahaha
@ Gerda: Süsswoll – bloss weil ihr euren Antisemitismus durchs muslimophobe Raster gejagt habt, seid ihr noch lange nicht fein raus …