Alle Städte sind durch wirtschaftliches Konkurrenzdenken getrieben. In diesem Zusammenhang ist für sie die Bereitstellung guter Verkehrssysteme und Infrastruktur ein zentrales Thema. Die weltweiten Entwicklungstendenzen – zum Beispiel das Wachsen der Vorstädte, die alternde Bevölkerung oder die zunehmende Komplexität unseres Alltagslebens – werden sich in den kommenden Jahrzehnten nur verstärken. Das eventuelle Endstadium dieses Prozesses ist die komplette Mobilität. Die Infrastruktur der Zukunft wird demnach stark auf den Endnutzer zugeschnitten sein, nahtlos Menschen miteinander verbinden und nicht mehr aus unserer Kultur wegzudenken sein.
Nahtlose Mobilität
Dies hat einen grundlegenden Einfluss auf die Art und Weise, wie wir die Mobilitätssysteme der Zukunft planen, konzipieren und ausliefern. Es stellt unsere heutigen Gepflogenheiten auf den Kopf. Im Moment basiert unsere Infrastruktur – zum Beispiel im Personennahverkehr oder bei der drahtlosen Kommunikation – auf getrennten Prozessen, die nicht im Hinblick auf den Nutzer konzipiert wurden. Das wird sich aus zwei Gründen ändern: zum einen durch den Druck der globalen Informations- und Kommunikationstechnologie und zum anderen durch die Entstehung eines neuen Marktes für personalisiertes Mobilitätsmanagement.
Die weltweite Entwicklung hin zu stärkerer Personalisierung unseres Alltagslebens, zu zunehmender Komplexität und zur Partizipation aller im Arbeitsleben wird eine Infrastruktur erfordern, die qualitativ über dem heutigen Niveau liegt und weitaus stärker auf den Nutzer konzentriert ist. Es muss ein einheitliches System mit erkennbarem Mehrwert sein. Wenn wir dies mit der Entwicklung der Informationstechnologien kombinieren, wird unbegrenzte Mobilität zur Realität. Wer daran zweifelt, braucht sich nur mal die Geschäftspläne der großen Telekommunikationsanbieter und Medien dieser Welt anzuschauen. Dort werden täglich neue Anwendungen für Smartphones und Smartcards vorgestellt.
Wenn wir unbegrenzte Mobilität anstreben – also ein System aufbauen, das auf den Nutzer zugeschnitten, flächendeckend und hochwertig ist – brauchen wir ein neues Geschäftsmodell. Wir brauchen ein Mobilitätsmanagement, welches individuelle Mobilitätssysteme zusammenfasst und den Nutzern personalisierte Mobilitätspläne anbietet. Diese könnten von Basispaketen bis hin zu Komplettangeboten reichen, mit unterschiedlichen Preisen und Inhalten. Mit diesem Modell wäre es möglich, die Mobilitätsbedürfnisse des Nutzers in Echtzeit zu organisieren. Er würde auf Veränderungen im System aufmerksam gemacht, und ihm würden Mobilitätsalternativen angeboten; einige davon mit Aufpreis. Das Modell bietet vielversprechende neue Einnahmequellen durch gesammelte Guthaben auf Konten, Werbung und dem Verkauf von Mehrwertdiensten wie Shopping oder Sicherheitsdienste.
Mobilität als profitables Geschäft
Unbegrenzte Mobilität ist die Zukunft der Mobilität in den Städten. Sie erfüllt die Bedürfnisse der künftigen Nutzer, ermöglicht wirtschaftliches Wachstum aufgrund vergrößerter Mobilität und schafft neue Geschäftsfelder, um die Mobilität zu liefern, die benötigt wird. Mit anderen Worten: Sie ist für die Nutzer, die Wirtschaft und die Städte gleichermaßen gut – und das bedeutet, dass sie auch politisch interessant ist und kommen wird.






















was ein merkwürdiger beitrag, schlagworte ohne dass man was konkretes dahinter sehen kann – falls doch: bitte gebt mir einen hinweis darauf
@inti
Der verzweifelte Versuch einer Daseinsberechtigung.Es soll uns etwas verkauft werden was nur in den Köpfen einer weniger ist, uns aber glauben machen das wir es alle benötigen.
Kann dem Kommentator inti nur zustimmen. Was soll ich mir jetzt unter “unbegrenzter Mobilität” vorstellen? Und wie ist diese angedeutete Verknüpfung von Verkerhsinfrastruktur und Mobilfunk zu verstehen? Ein Handy-Abo plus Elektroauto? Ein Datentarif inclusive ÖV-Jahres-Abo? Ohne konkrete Beispiele kommt der Text nicht über ein Floskel-Niveau hinaus.
Darüber hinaus zweifle ich an der These, dass wir alle immer mehr Kommunikation, mehr Mobilität usw. wollen. Das ist der Handyboom der Neunziger einfach linear in die Zukunft prognostiziert.
Aber selbst “personalisierte Mobilitätspläne”, was immer man sich darunter vorzustellen hat, werden dem Nutzer zwar evtl. neue Möglichkeiten eröffnen, aber immer auch einige Freiheiten nehmen. Denn Technik ist zweischneidig: Wir können zwar jederzeit und an jedem Ort telefonieren, müssen uns jetzt aber dafür rechtfertigen, mal nicht erreichbar sein zu wollen. Wir können blitzschnell per Email kommunizieren, sind aber auch mit erhöhten Anforderungen konfrontiert, was unsere eigene Schnelligkeit der Bearbeitung von Emails angeht. Mehr Möglichkeiten, aber auch mehr Anforderungen (und damit potenziell mehr Stress). Das trifft auf alle neuen Technologien zu (selbst auf die alten, wie z.B. das Auto). Daher wird auch eine noch so ausgefeilte und personalisiert Technologie nicht den Wunsch eliminieren, dass man manchmal einfach nur seine Ruhe haben will.