"Wenn es keinen Gott gibt, ist dann alles erlaubt?", fragt der russische Schriftsteller Fjodor Dostojewski. Religion war der moralische Kompass, der Rahmen unseres Handelns. Doch verlangt die säkulare Gesellschaft nach neuen Legitimationen für Moral und Ethik?
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Wir leben in einer klerikalen Demokratie. Die Kirche verputzt zig Extrawürstchen und verbietet uns den Mund, wenn’s ums Lästern geht. Zeit, die Kirche auf Diät zu setzen.
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Ohne das Christentum wäre unser Gemeinwesen gar nicht denkbar. Auch wenn die formale Bindung zu den Kirchen schwindet, bleibt der Gottesbezug im Grundgesetz weiter wichtig und richtig.
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Moralisches Handeln ist auch ohne Religion denkbar. Aber gerade das Christentum ist ein Glaube, der dem Einzelnen Verantwortung für die Gemeinschaft überträgt. Aller dunklen Flecken der Geschichte zum Trotz: Die Gesellschaft wäre ärmer ohne die Religion.
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Von wegen, ohne Gott gäbe es keine Moral! In vielen Fällen ist es doch erst die Religion, die zu Unterdrückung, Vertreibung, Ächtung oder Mord anstiftet. Der überholte moralische Kompass, der nur zwischen dem guten Gott und dem bösen Teufel unterscheidet, gehört auf den Scheiterhaufen der Geschichte.
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Liebe, und tu, was Du willst - eine so durch das Christentum verstandene Ethik bringt es auf den Punkt. Es ist nicht Gott, der entscheidet, was erlaubt und was verboten ist. Der Mensch und sein Wunsch nach Erhalt und Entfaltung des Lebens begründen richtig und falsch.
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Erst Gott, als philosophischer Name des Heiligen, erlaubt uns das Gut-Sein-Sollen/Dürfen. Dostojewski übersieht, dass es nicht die sittliche Verantwortung zum moralischen Verhalten gibt, weil diese nur aus sich selbst begründet wird.