Noch nicht mal ich als Muslim fühle mich durch ein Kreuz an der Wand gestört. Younes Ouaqasse

Hintergrund

Die Party ist zu Ende

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Globalisierung ist kein Automatismus. Weltweit arbeiten Nationalisten und Populisten an der Abwicklung.

Hintergrund

Argumentieren gegen die Globalisierung, so bemerkte der ehemalige UN-­Generalsekretär Kofi Annan einst süffisant, werde mancherorts gleichgesetzt mit dem Argumentieren gegen Naturgesetze. Das, was Francis Fukuyama 1992 noch etwas ungelenk als Triumph westlich-liberaler Demokratien ­beschrieb, findet in der Globalisierung scheinbar seine Erfüllung: das Endstadium menschlicher Zivilisation.

Die Wurzeln der Globalisierung reichen mindestens zurück bis in die Nachkriegszeit. Im Gegenzug für geopolitische Loyalität spendierten die USA und die Sowjetunion wirtschaftliche und militärische Unterstützung. Spätestens seit dem Ende des Kalten Krieges galt die weltweite wirtschaftliche, politische und ideologische Integration dann als unumkehrbar.

Doch die Realität schlägt der Theorie immer wieder ein Schnippchen. Der Ökonom Nouriel Roubini – der sich zu Recht auf die Fahnen schreiben kann, als einer der wenigen vor der Finanzkrise gewarnt zu haben – beschreibt die Folgen sozialer ­Ungleichheit und sozialer Spannungen: Im Schatten der Krise treiben Populisten die Renationalisierung Europas voran. Roubini prophezeit: Globale Integration bleibt das beste Bollwerk zum Schutz der freiheitlichen ­Gesellschaft. Ist nicht gerade jetzt der Zeitpunkt ­gekommen, entgegen aller Zweifel für die Globalisierung zu streiten? Oder ist es genau andersherum: Fußen die Krisen von heute auf den geopolitischen Entscheidungen der vergangenen fünfzig Jahre?

Um wirkmächtig zu bleiben, müssen „Globalisierung“ und „Integration“ daher mehr sein als ­Euphemismen für die Ausbeutung der Schwachen durch die Starken. „Eine andere Welt ist möglich“ ist ­inzwischen aus allen politischen Lagern zu hören. Nur: Ist diese andere Welt auch globaler als die ­gegenwärtige?

Wir debattieren: Die Globalisierung in ihrer jetzigen Form ist am Ende.

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