Ich denke, dass Menschen mit hohen Einkommen, so wie ich, deutlich mehr Steuern zahlen sollen. Warren Buffet

Hintergrund

Der schmale Grat

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Für wen oder was würden wir Deutsche noch in den Krieg ziehen? Eine Debatte zu den roten Linien der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik – und unserem Gewissen.

Hintergrund

Den Krieg haben die Menschen nie auf die leichte Schulter genommen. Das äußerste ­Mittel politischer Auseinandersetzung bedurfte deshalb immer einer Rechtfertigung – ob nun Gottes­ Segen, moralischer Rechtfertigung oder, in der ­demokratischen Moderne, des parlamentarischen Beschlusses. Die Hochkulturen Ägyptens, Persiens, Griechenlands und des Römischen Reichs unterschieden genau wie wir heute schlechte von guten Kriegen, ungerechte von gerechten.

Die Existenz letzterer leugnet ein Großteil der Deutschen heute. Der bundesdeutsche Verfassungspazifismus ist Teil der politischen DNS des Landes. Den Grundstein für diese vielleicht letzte, eherne Konstante der Gründungsjahre legte Adolf Hitler vor genau 75 Jahren mit seinem Überfall auf Polen. Auf die absolute Niederlage folgte das absolute „Nie wieder“; bis heute Mantra allen außen­politischen Handels.

Doch die Welt nimmt keine Rücksicht auf die Kriegsmüdigkeit der Deutschen. „Schuld“ ist die moralische Kategorie, in der wir die Leichenfelder von Srbrenica und den ruandischen Völkermord reflektieren, „Verantwortung“ die politische. Aber wie übernimmt man Verantwortung? Und:

Glauben wir noch an den ­gerechten Krieg und wenn Ja, für welche Überzeugungen, Werte oder Interessen würden wir töten?

Syrien, Irak, Libyen, Kongo, Palästina, Irak, Ukraine und andere Konflikte zwingen uns immer wieder, diese Frage zu beantworten. Der Verlauf der öffentlichen Debatte ist unberechenbar wie der Schuss einer Flipperkugel, wir trudeln zwischen Auschwitz und Srebrenica, von völkerrechtlicher „Schutzverantwortung“ zu politischen Interessen, von Realpolitik zu Polemik.

So vermint ist das Gelände, dass sogar die Autorität eines Bundespräsidenten nicht ausreicht, eine offene Debatte zu starten, ohne diffamiert zu werden oder das Handtuch zu werfen. Dabei ist die Frage nach Verantwortung eine, die wir alle unserem Gewissen stellen müssen. Auch und gerade dann, wenn wir Angst vor der Antwort haben.

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