Dem Schiedsrichter zu widersprechen, das ist, wie wenn man in der Kirche aufsteht und eine Diskussion verlangt. Dieter Hildebrandt

Hintergrund

Heal the World

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Der Kampf gegen Aids ist ein Kampf gegen Windmühlen, denn der Virus mutiert. Heilbar ist die Krankheit auch deshalb zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch nicht, neue Therapien versprechen jedoch Linderung. Wie steht es im Kampf gegen die wohl gefürchtetste Krankheit der Welt?

Hintergrund

Ende der 1970er konnten Sexualpartner in Deutschland eine Infektion nur erahnen. Seit 1985 können sich Besorgte testen lassen: auf Aids. Ungefähr zu dieser Zeit begannen auch die Menschen in Amerika sich kleine rote Schleifen auf ihre Jacken und Mäntel zu pinnen. “red ribbon”, das zu einer Schleife gefaltete rote Band, dient nun weltweit als Symbol für Solidarität und Toleranz. Einmal im Jahr rückt die Krankheit in den Mittelpunkt der Gesellschaft.

Aids steht für die englischen Worte “Acquired Immune Deficiency Syndome”, das übersetzt so viel wie erworbenes Immunschwächesyndrom bedeutet. Ursache dieses Syndroms ist das HIV, “Human Immunodeficiency Virus”, ein menschliches Immunschwäche-Virus. Von Aids spricht man erst nach Ausbruch der Krankheit, die lange als Schwulen- und Fixerkrankheit galt.

Erste Erfolge im Kampf gegen die Krankheit

Kam vor 25 Jahren ein HIV-Positiv-Bescheid noch einem Todesurteil gleich, gibt es mittlerweile gut entwickelte Behandlungsmethoden. Dennoch: Heilbar ist die Krankheit nicht. Wenn man allerdings früh eine antiretrovirale Therapie gegen HIV beginnt, kann man lange mit dem Virus leben. Im Bereich der Impfstoffentwicklung, um präventiv die Einnistung des HI-Virus in einer Zelle zu verhindern, gibt es Teilerfolge wie eine aktuelle Studie aus Thailand belegt. Von einem Impfstoff, der auch noch vor den regional unterschiedlichen HI-Virusarten schützt, sind die Forscher aber weit entfernt.

Heute hat ein Mensch, der sich im Alter von 20 Jahren infiziert eine Gesamtlebenserwartung von 69,4 Jahren. Das war vor einigen Jahren noch nicht denkbar. Begreift man Aids wie eine chronische Krankheit, kann der Betroffene mittlerweile auf eine Vielzahl von Medikamenten zurückgreifen, die allerdings zum Teil schlimme Nebenwirkungen haben. Nebenwirkungen mit denen in Deutschland zwischen 64000 und 70000 Menschen täglich umgehen müssen – so lautet die Zahl der Menschen die offiziell mit HIV oder Aids leben. Neben diesen Nebenwirkungen – wie zum Beispiel Depressionen oder erhöhten Blutfettwerten – gibt es häufig noch die soziale Ausgrenzung. Wie im letzten Jahr bei “No Angel” – Star Nadja Benaissa deutlich wurde: Bei einer medialen Hetze helfen zwar keine roten Schleifchen, Aufklärung kann es dennoch nicht genug geben.

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HIV-Prävention

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Ohne erhobenen Zeigefinger

Im Umgang mit Menschen bei der HIV-Prävention geht es vor allem um Respekt und Achtung. Der erhobene Zeigefinger wirkt maßregelnd, Zugang zu den Menschen bekommt man nur über das Anknüpfen an die jeweilige Lebenswelt.

HIV-Prävention in Afrika

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Stigma Aids

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Sexual-Aufklärung

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Der Kampf gegen das Virus

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Überall in Afrika

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Mikrobiozid-Gel

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HIV-Katastrophe in Osteuropa

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Schaut hin!

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Biologin

Sigrid Ofner
27.07.2010
 
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