Die Staatengemeinschaft hat sich in Cancun nach zähem Ringen auf einen neuen Vertrag zum Schutz des Weltklimas geeinigt. Sofort wurde der Nachfolger des Kyoto-Protokolls kritisiert: Umweltschützern halten die Vereinbarung für zu lasch, die Industrie hat Angst vor stärkeren Auflagen. Eine Nachlese.
Bei der großen Kritik an Klimagipfeln wie Kopenhagen oder Cancún wird oft übersehen, was jeder von uns für den Klimaschutz tun kann. Wir kaufen im Schnitt immer größere Autos und fliegen für immer weniger Geld. Dabei müssen wir berücksichtigen, dass unser Konsumverhalten großen Einfluss auf den Umweltschutz haben kann.
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Der Klimagipfel in Cancún war kein Durchbruch, aber er hat einem globalen Abkommen den Weg geebnet. Besonders die Schwellenländer haben die Chancen der "Green Economy“ erkannt, die Industrieländer sind nun im Zugzwang. Europa muss einen klaren Rahmen setzten und das Reduktionsziel erhöhen, zur Not auch ohne die USA.
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Gemessen an den wahren Herausforderungen des globalen Klimawandels war Cancún eine verheerende Pleite. Angesichts des eigenen Verbrauchs ist die EU nun aber in der Pflicht, allein voranzuschreiten, sollte der Kompromiss von Cancún nicht umgesetzt werden können.
Ein Durchbruch bezüglich der Reduktion von Treibhausgasen ist in Cancún nicht zu erwarten. Dafür steigt das Interesse an flexiblen Mechanismen, etwa dem Emissionshandel. Auch wenn alternative Foren hier zukünftig eine große Rolle spielen müssen, brauchen wir jedoch eine globale Marschrichtung.
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Glaubt man den Zweiflern, dann herrschen bei den Verhandlungen in Cancún Machtkalküle und Profitinteressen statt Gemeinwohlorientierung und Vernunft. Doch wer die UN-Klimaverhandlungen als sinnlos schmäht, macht einen Fehler.
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Es könnte der Eindruck entstehen, dass es in Cancún nicht um gemeinsame Lösungen für den Klimawandel, sondern primär darum geht, Finanzierungsbeiträge festzulegen und institutionelle Fragen zu regeln. Doch ohne Zugeständnisse der Schwellenländer scheint ein Gelingen unmöglich.