Vor zwei Jahren wurde die Union für das Mittelmeer von Präsident Sarkozy als Prestigeprojekt ins Leben gerufen. Passiert ist seitdem wenig. Vor allem der Nahostkonflikt entzweit die Partnerländer; der für diese Woche geplante Gipfel ist bereits zum zweiten Mal abgesagt worden. Ist die Union ein tot geborenes Kind?
Auch wenn einige Bereiche der Union für das Mittelmeer, wie die politische Kooperation, sich seit ihrer Gründung nicht weiterentwickelt haben, gibt es keine bessere Alternative. Es gilt, Kulturaustausch und Bildungsbeziehungen zu fördern, um Frustrationen zu vermeiden.
Die Union für das Mittelmeer soll da anknüpfen, wo die europäische Mittelmeerpolitik nicht weiter kam, doch der Nahostkonflikt blockiert ihre Arbeit. Eine Entpolitisierung der euro-mediterranen Zusammenarbeit könnte die arabischen Staaten zur Partizipation bewegen und ließe die Union für das Mittelmeer ihre Arbeit vorübergehend aufnehmen, doch langfristig kommt sie nicht an einer Lösung des Nahostkonflikts vorbei.
In den zwei Jahren seit der Gründung der Union für das Mittelmeer ist wenig passiert. Die Begründung für ein erneutes Verschieben des Mittelmeergipfels ist der anhaltende Nahostkonflikt. Doch sollte die EU inzwischen nicht genug Erfahrung gesammelt haben, um dessen Störpotenzial verringern zu können?
Die Union für das Mittelmeer wurde erst vor zwei Jahren gegründet und scheint doch schon zu stagnieren. Zu unterschiedlich und unvereinbar sind die Interessen der Mitgliederstaaten. Dabei ist die Mittelmeerpolitik zu wichtig für Europa, als dass es sich diese Blockaden leisten könnte, und es gibt durchaus Beispiele, bei denen die Mittelmeer-Zivilgesellschaft vorbildlich an gemeinsamen Projekten arbeitet.