Sex nach dem Fußball ist besser. Allerdings fällt oft bereits in der ersten Minute das 1:0! Harald Schmidt

Hintergrund

Geld schießt keine Tore

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Mit der Financial-Fairplay-Regelung verpasst die UEFA den europäischen Clubs erstmals klare Haushaltsregeln. Superreichen Mäzenen soll damit ein Riegel vorgeschoben werden. Was bedeutet das für den europäischen Fußball? Wird die deutsche Bundesliga nun endgültig zur stärksten Liga Europas?

Hintergrund

Russische Oligarchen, arabische Scheichs und amerikanische Investoren prägten das vergangene Jahrzehnt des europäischen Spitzenfußballs. Klubs wie der FC Chelsea, Manchester City oder zuletzt auch Paris Saint-Germain werden mit Millionen aus dem Privatvermögen von Superreichen beglückt. Auf großen Shoppingtouren wird gekauft, was Talent und Namen hat. Dabei wird in finanzieller Hinsicht jedes rechte Maß verloren.

Andere Clubs, die nicht in den Genuss des einfachen Reichtums kommen, finanzieren Spielerkäufe, Stadionbauten und andere riesige Investitionen auf Pump. In den Top-Ligen Englands, Spaniens und Italiens wuchsen die Schuldenberge mittlerweile auf viele Milliarden Euro.

Die UEFA unter der Leitung der französischen Fußballlegende Michel Platini will diesem Treiben mit der Financial-Fairplay-Regelung ein Ende setzen. Diese soll im Wesentlichen dazu führen, dass Vereine nicht mehr Geld ausgeben, als sie einnehmen. Wer den Anforderungen nicht nachkommt, dem drohen Sanktionen der UEFA – bis hin zum Ausschluss von den europäischen Wettbewerben.

Die Regelung gilt für alle Teilnehmer der Champions League und der Europa League. Jedoch wird speziell in den großen Vereinen der englischen, spanischen und italienischen Liga eine Neuausrichtung der Geschäftsmodelle notwendig. Um den Regeln zu genügen, müssen Ausgaben gekürzt oder Einnahmen gesteigert werden.

Nur geringe Auswirkungen wird das Financial Fairplay allerdings auf den deutschen Fußball haben. Denn weder werden die Vereine hierzulande mit dem Privatvermögen Superreicher finanziert, noch sitzt man auf überdimensionalen Schuldenbergen. Mit der „50+1 Regel“ wird in Deutschland bereits seit langer Zeit auf das finanzielle Gebaren der Vereine geachtet. Mit Erfolg: Der aktuelle Meister und Pokalsieger Borussia Dortmund entledigte sich in den letzten sieben Jahren eines Schuldbergs von etwa 150 Millionen Euro. Der Rekordmeister FC Bayern München ist seit Jahren ohne Schulden.

Während die Konkurrenz auf europäischer Ebene also den Sparstift ansetzen muss und dabei auch ihren sportlichen Erfolg gefährdet, könnten die deutschen Vereine der große Nutznießer dieser Reform sein. Doch wie sehr? Werden die heimischen Vereine im internationalen Klubfußball das Maß aller Dinge und die Bundesliga endgültig zur stärksten Liga?

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Startvorteil für die Bundesliga

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Pole Position

Die neuen Regeln des Financial Fairplays bringen viele Vorteile für die deutschen Klubs. Ob sie deshalb am Ende auch Nummer eins sein werden, ist jedoch keineswegs gesagt.

Bewusstseinswechsel durch Financial Fairplay

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Wider den Mäzenen

Die UEFA versucht, dem Mäzenatentum im europäischen Fußball ein Ende zu setzen. Schaden wird das keinesfalls – am wenigsten dem deutschen Fußball. Doch Regelungen alleine werden die Probleme nicht lösen.

Marketingoffensive im europäischen Fußball

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Der europäische Fußball (TM)

Durch die neuen Regelungen des Financial Faiplay werden sich internationale Topklubs noch stärker als bisher zu Marken entwickeln. Die UEFA leitet damit einen Prozess ein, den sie später schwer bereuen könnte.

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Blogger

Chris Giovani
29.08.2012

UEFA-Politik der Einnahmensicherung

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Umwegfinanzierung

Die solideren Finanzen werden sich für die Deutschen sportlich kaum lohnen. Internationale Topclubs werden die Schlupflöcher nutzen und ihren Status zementieren. Der UEFA bringt das vor allem eins: mehr Geld.

Bundesliga als Profiteur des Financial Fairplay

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Viel Erfolg, Herr Platini

Das Financial Fairplay wird den europäischen Fußball prägen – zum Vorteil der Bundesliga. Bereits jetzt beginnt die Regelung zu greifen, auch wenn das viele Vereine nicht zu interessieren scheint.

 
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