Sexualität ist keine Sache, die wir optimieren müssen. Ariadne von Schirach

Hintergrund

Die neue panasiatische Ära

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Nachdem die liberaldemokratische Partei 50 Jahre die Regierung stellte, ist nun die Demokratische Partei (DPJ) an der Macht in Japan. Die hatte im Wahlkampf einen politischen Wandel versprochen. Das bedeutet vor allem eine Annäherung an die prosperierenden asiatischen Nachbarn, auch an das kommunistische China.

Hintergrund

50 Jahre lang war die Liberaldemokratische Partei an der Regierung in Japan – doch seit den Parlamentswahlen im August hat sich die politische Welt Japans verändert: Die Demokratische Partei Japans (DPJ) ging als Sieger aus den Parlamentswahlen hervor und schaffte so den historischen Machtwechsel. Der neue japanische Premierminister Yukio Hatoyama hatte im Wahlkampf politischen Wandel versprochen – auch in der Außenpolitik. Zwar werde Japan auch weiterhin am traditionellen Bündnis mit den USA festhalten, in Zukunft wolle man aber vermehrt die Kooperation mit den asiatischen Nachbarn suchen.

Vor allem die Beziehungen zu China dürften davon betroffen sein. Langezeit belasteten die beiden Kriege in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die Gräueltaten japanischer Soldaten das Verhältnis der beiden größten Staaten in Ostasien. Die japanischen Liberaldemokraten bemühten sich in den letzten Jahren um China, weigerten sich aber stets, öffentlich die historische Schuld einzugestehen. Mit Hatoyama besteht nun die Chance auf eine dauerhafte Entspannung zwischen beiden Ländern.

Wirtschaftliche und Sicherheitspolitische Annäherung?

Wirtschaftlich sind beide schon jetzt eng miteinander verbunden. China profitiert von japanischen Investitionen, bezieht Know-how und Entwicklungshilfe aus Japan. Für japanische Unternehmen bietet China einen riesigen Absatzmarkt ihrer Produkte. Noch liegt Japan als zweitgrößte Wirtschaftsnation der Erde vor China. Doch Prognosen gehen davon aus, dass China schon in wenigen Jahren an Japan vorbeiziehen und die USA auf Platz eins der Wirtschaftsmächte ablösen wird.

Spannend wird sein, ob es auch auf dem Feld der Sicherheitspolitik zu einer Annäherung kommen wird. Bislang standen die Taiwanfrage und einige Territorialstreitigkeiten zwischen den beiden Ländern. Auch der rasante Aufstieg Chinas sorgte in der Vergangenheit für Spannungen – und förderte die Skepsis in Tokio. So wird es entscheidend darauf ankommen, dass neben mehr wirtschaftlicher Kooperation auch ein Vertrauensverhältnis aus der angekündigten neuen Außenpolitik Japans entsteht. Erst dann wird aus den schönen Worten vom Wandel eine dauerhafte Verbesserung der Beziehungen.

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