Nordrhein Westfalen hat gewählt. 6.200 Stimmen fehlten der SPD am Ende, um stärkste Partei im Land zu werden. Damit war der Traum einer rot-grünen Koalition zunächst geplatzt. Nachdem die Sondierungsgespräche mit den anderen Parteien ebenfalls zu keinem Ergebnis führten, bildete Kraft schließlich eine Minderheitsregierung mit den Grünen. Die neue Regierung wurde im Juli 2010 vereidigt.
Die rheinische SPD versucht erneut, die finanzkräftige RAG-Stiftung für politische Ziele einzuspannen. Ein Ansinnen, mit dem sie bereits einmal gescheitert ist. Dieses Mal hängt es von der Vernunft des grünen Juniorpartners ab, ob der Plan der roten Paten aufgeht.
Rot-Grün-Rot ist Geschichte – zumindest in Nordrhein-Westfalen. SPD-Chefin Hannelore Kraft hat der Linken eine Absage erteilt. Jetzt dürfen Die Linken wieder von der Oppositionsbank die Besserwisser spielen, anstatt endlich zu lernen, was es bedeutet, Regierungsverantwortung zu tragen.
Neuwahlen in NRW wären konsequent – zu groß sind die Unterschiede von SPD und Grünen im Verhältnis zu den Linken. Diese müsste sich in NRW schon selbst aufgeben, um sich an einer Regierung zu beteiligen. Auch im Bund ist das Modell nicht umsetzbar. Es müssen also Brücken zur FDP her.
Die erdrutschartigen Verluste der CDU in Nordrhein-Westfalen müssen aufgearbeitet werden. Doch neben der CDU ist auch Guido Westerwelle der große Verlierer der Wahl. Kanzlerin Angela Merkel wird es jetzt einfacher haben, in Berlin zu regieren.
Ein politisches Erdbeben hat am Sonntag das Land erschüttert, in Berlin regiert jetzt wieder die Große Koalition. Schwarz-Gelb wurde in NRW entzaubert, Merkel ist eine Kanzlerin auf Abruf.
Nach dem Wahl-Thriller und der knapp verpassten Auferstehung von Rot-Grün folgt die spannende Suche nach anderen Mehrheiten in Nordrhein-Westfalen.