Jede Demokratie, die ihre Konflikte nicht austrägt, hört auf, demokratisch zu sein. Günter Grass

Hintergrund

Das Fukushima-Syndrom

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Atomstrom war gestern. Der Ausstieg wurde von fast einem Jahr beschlossen, doch die Energiewende stockt. Es herrscht der Mangel: Kraftwerke, Personal und Netze fehlen.

Hintergrund

Deutschland hat den Alleingang in Europa gewagt, die Energiewende ist beschlossene Sache. Am 30 Juni 2011 hat der Bundestag mit den Stimmen von CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen beschlossen, bis 2022 aus der Atomkraft auszusteigen. Vorausgegangen war ein mehrmonatiges Moratorium, das unter anderem die Abschaltung der sieben ältesten Meiler und eine sicherheitstechnische Überprüfung aller 17 AKWs in Deutschland vorschrieb.

Sechs dieser ältesten Meiler sollen auch weiterhin abgeschaltet bleiben, einer wird als sogenannte Kaltreserve im Stand-By Modus weiterlaufen. Die anderen neun Kraftwerke werden bis 2022 stillgelegt. Die Brennelementesteuer bleibt bis 2016 erhalten.

23 Prozent der deutschen Energieversorgung werden aktuell von Kernkraftwerken gedeckt – für diese Menge müssen alternative Energiequellen oder Ausgleichungen durch Effizienzsteigerungen gefunden werden. Energieversorgung ohne Atomkraft wird dezentraler und flexibler sein müssen, als dies derzeit der Fall ist. Die Energiewende ist daher eng mit dem Energiekonzept 2050 verknüpft. Neben der stärkeren Förderung alternativer Energien wird auch auf altbewährte Ressourcen wie Kohle oder Gas zurückgegriffen werden müssen. Vor allem moderne Gaskraftwerke sollen trotz der Emissionen dazu genutzt werden, Lücken in der Energieversorgung aufzufangen. Hinzu kommt ein weitläufiger Netzausbau – bis zu 4500 Kilometer neuer Leitungen müssen bis 2022 verlegt werden -, sowie das Vergrößern der Energieeffizienz. Die Regierung hat angekündigt, das Förderprogramm zur Gebäudesanierung und Effizienzsteigerung auf 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. Aus dem Handel mit CO2-Zertifikaten sollen ab 2013 jährlich 3,3 Milliarden Euro in die Förderung alternativer Energien fließen.

Fraglich bleibt, ob all diese Maßnahmen rechtzeitig umgesetzt werden können – es mangelt an Infrastruktur und qualifizierten Ingenieuren – oder ob Deutschland sich gezwungen sehen wird, Strom aus dem Ausland einzukaufen – auch wenn dieser in Atomkraftwerken produziert wurde.

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