Ökologie ist kein Badeschlappenthema, sondern eine wirtschaftliche Chance. Karl-Theodor zu Guttenberg

Hintergrund

Gestatten: Elite

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Seit fünf Jahren gibt es in Deutschland die "Exzellenzinitiative" an Universitäten. Doch was haben die Gelder dem Forschungsstandort Deutschland gebracht? Und wem haben Sie geholfen? Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

Hintergrund

Die Exellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung ist ein deutsches Förderprogramm, in dessen Rahmen bis 2011 1,9 Mrd. Euro in deutsche Hochschulen investiert werden sollen. Ziel des 2004 beschlossenen Programms ist es, Deutschlands Hochschulen an die Weltspitze zu führen. Dabei werden in sich geschlossene Forschungskonzepte gefördert; die Lehre spielt weder beim Auswahlverfahren noch beim Ausmaß der Förderung eine Rolle.
Die Exzellenzinitiative umfasst drei Teilbereiche: Graduiertenschulen, Exzellenzcluster und Zukunftskonzepte.

Die Graduiertenschulen sollen die Qualifizierung herausragender Nachwuchswissenschaftler innerhalb eines exzellenten Forschungsumfelds fördern. Hierfür werden während der ersten Förderphase (2006/2007 – 2012) jeweils etwa 1 Mio. Euro bereit gestellt, für die zweite Förderphase (2012 – 2017) sollen je nach Bedarf 1 Mio. bis 2,5 Mio. Euro bewilligt werden. Aktuell werden 39 Hochschulen als Graduiertenschulen geführt.

Die als Exzellenzcluster bezeichnete Förderlinie soll an deutschen Universitätsstandorten international sichtbare und konkurrenzfähige Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen etablieren und dabei wissenschaftlich gebotene Vernetzung und Kooperation ermöglichen. Um dies umzusetzen werden in der ersten Förderphase bis zu 6,5 Mio. Euro pro Cluster investiert, in der zweiten Phase sollen es zwischen 3 und 8 Mio. Euro sein. Derzeitig werden 37 Projekte als Exellenzcluster gefördert.

Die dritte Förderlinie betrifft Zukunftskonzepte der Universitäten. Ziel hierbei ist es, die universitäre Spitzenforschung in Deutschland auszubauen und international konkurrenzfähiger zu machen. In den ersten beiden Auswahlrunden der Jahre 2006 und 2007 wurden sechs Zukunftskonzepte von Universitäten ausgewählt und bewilligt. In der dritten Auswahlrunde 2011 konnten sich sieben weitere Universitäten qualifizieren. Diese Hochschulen werden gemeinhin als “Elite-Universitäten” bezeichnet.

Im Kern der Debatte um die Exzellenzinitiative steckt nun die Frage nach der Effizienz dieser Maßnahmen. Während die eine Seite darauf besteht, den Höhenflug einzelner Universitäten zu unterstützen, moniert die andere Seite eben jene Fokussierung auf wenige Standorte. Denn diese ließe zwar “Elite-Universitäten” im internationalen Vergleich besser darstehen, bedeute jedoch Stagnation für das bundesweite Bildungsniveau.

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