Andere Staaten haben die Chance, das amerikanische Schicksal zu vermeiden. Robert Reich

Hintergrund

Haste mal 'ne Mark?

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Der Siegeszug des Internets hat den Journalismus in beispielloser Art und Weise umgekrempelt. Traditionell werbefinanzierte Angebote können kaum noch ganze Redaktionen unterhalten. Wie eine ganze Branche das Denken neu lernt.

Hintergrund

Der Journalismus befindet sich in einem beispiellosen Umbruch – dem Übergang vom Papier- zum digitalen Zeitalter. Das alte Geschäftsmodell der Verlage mit seiner Mischung aus Werbeeinnahmen und direkten Vertriebserlösen funktioniert nicht mehr. Andererseits sind Online-Portale mit Werbeerlösen alleine nicht zu finanzieren. Das Problem: Es gibt bislang kein tragfähiges Geschäftsmodell für Journalismus im Internet.

Der Axel-Springer-Verlag hat sich Ende 2009 für die Einrichtung einer Pay Wall entschieden. Springer-Marken wie das Hamburger Abendblatt oder die Berliner Morgenpost verlangen seit Dezember eine Lesegebühr – zumindest für den wichtigsten Teil einer Regionalzeitung, die Lokal-News. Eine mutige Entscheidung: Beim Abendblatt ging die Zahl der Besuche innerhalb eines Monats um 13 Prozent zurück, die Morgenpost büßte 21 Prozent ein. Sie leiden am Paid-Content-Dilemma: Eine Pay Wall geht immer zulasten der Online-Reichweite, weil die Laufkundschaft ausbleibt. Das kostet Renommee. Und drückt auf die Anzeigenpreise.

Ausgang offen

Daher kündigte die New York Times für 2011 ein flexibles Modell an: Ihre “metered pay wall” wird nur regelmäßige Besucher und Langzeit-Leser zur Kasse bitten. Ob das gelingt, ist völlig offen, sicher ist allerdings: Pay-Wall-Anbieter werden einen langen Atem brauchen, wenn das Experiment gelingen soll. Denn die Nutzer haben sich an die Umsonstkultur gewöhnt – und kostenlose Alternativen sind immer nur einen Klick entfernt.

Beflügelt sehen sich die Verlage von dem überraschenden Erfolg der iPhone-Apps: Offenbar sind Web-Nutzer durchaus bereit, für Inhalte zu zahlen. Die Welt und Süddeutsche Zeitung bieten bereits erfolgreich kostenpflichtige Programme an. Sollte nach dem Lesegerät Kindle auch der sogenannte Tablet-PC ein Erfolg werden, ließen sich das iPhone-Prinzip und neue Abo-Modelle wahrscheinlich darauf übertragen. Die Verlage stünden dann allerdings vor der Herausforderung, neue Formen des Journalismus für diese Mobilgeräte zu erfinden.

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E-Commerce vs. Journalismus

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Weg vom reinen Animationsprogramm

Verlage sollten sich in Zukunft zu Dienstleistern wandeln und vor allem ihre lokalen Communitys ausbauen und diese mit allem bedienen, was sie sich wünschen. Eins passt da ganz sicher nicht dazu: Geld für Inhalte verlangen.

Erlösungskonzept "Paid Content"

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Wofür zahlen im Internet?

Traditionelle Inhalte werden sich im Internet auch mit modernen Geräten nicht gewinnbringend verkaufen lassen. Erst wenn die Journalisten Nischenprodukte und eine alternative Diskurskultur bedienen können, lohnt es sich, über "Paid Content" nachzudenken.

Bezahlschranken

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Ein gefährliches Geschäft

Ich habe nichts gegen die Bezahlung für Inhalte. Immerhin habe auch ich ein Buch zu verkaufen. Ich glaube aber, dass die Errichtung von Pay Walls eine schlechte Geschäftsentscheidung ist.

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Journalist

Jeff Jarvis
28.01.2010

Theblogpaper.co.uk

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Gebt uns eine Stimme

Die Medienlandschaft ist im Wandel, das Bedürfnis nach Mitbestimmung wächst, und das Internet bedient diesen Wunsch. Ob sich klassische Nachrichten in einem solchen Umfeld noch verkaufen lassen, scheint fraglich.

Meconomy

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Hilfe zur Selbsthilfe

Immer mehr Autoren finden ihre Leser ohne die Hilfe etablierter Verlage und Institutionen. Sie versuchen sich an moderner Technik, finden neue Partner, schmieden überraschende Koalitionen. Es ist eine aufregende neue Welt.

 
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