Wir wollen freien Zugang zu Wissen und Kultur. Jens Seipenbusch

Hintergrund

Wollen können

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Nicht erst seit den umstrittenen Thesen Sarrazins beschäftigt uns die Frage, welche Macht die Gene über unser Leben haben. Die Doppelhelix birgt viele Geheimnisse, doch die Wissenschaft macht Fortschritte. Neue Studien untersuchen den Zusammenhang zwischen Genen, Lebenswandel und Umwelteinflüssen. Es geht um die Frage, was von der Idee der Freiheit bleibt.

Hintergrund

Ein Gen ist ein Abschnitt auf der Desoxyribonukleinsäure (DNA), der die Grundinformationen zur Herstellung einer biologisch aktiven Ribonukleinsäure (RNA) enthält. Es trägt also die Information in sich, die wir an unsere Nachkommen vererben. Doch wie sehr beeinflussen Gene wirklich unser Leben? Der Glaube an die biologische Vorbestimmung, an den genetischen Determinismus ist groß. Wissenschaftler versuchen seit Jahren zu beweisen, dass das menschliche Schicksal durch seine Gene vorbestimmt ist – wirklich beweisen konnte es bisher jedoch niemand.

Der deutsche Wissenschaftsjournalist Jörg Blech stellt beispielsweise eine etwas andere These auf: “Die Gene steuern uns – aber auch wir steuern sie.” An immer mehr Beispielen würden Forscher erkennen, wie die Umwelt dem Erbgut ihren Stempel aufdrückt, so der Journalist. Die Gene seien kein Schicksal, sondern wunderbar wandelbar.

Fast im Wochentakt werden inzwischen Gene entdeckt, die Krankheiten im späteren Leben auslösen oder begünstigen; darunter womöglich künftig auch “Krankheitsgene”, die angeblich zu sozial unerwünschtem Verhalten beitragen. Für die Ethiker Jacinta Kerin und Julian Savulescu wird die Auffassung von Gesundheit dadurch entscheidend verändert: “In diesem Sinne wird die Genetik uns die Sichtweise ermöglichen, dass wir alle in irgendeiner Hinsicht ‘krank’ sind.”

Allzu oft werden in der Hoffnung auf bahnbrechende neue Forschungsergebnisse auch vorschnelle Schlüsse gezogen. So fragten sich die Psychologen Terrie Moffitt und Avshalom Caspi, wie es sein kann, dass der eine Mensch etwa einen Schicksalsschlag locker wegsteckt, während der andere darüber zerbricht. In der “Dunedin-Studie” fanden sie heraus, dass das kurze 5-HTT-Gen, das sogenannte “Depressionsgen”, betroffene Menschen bei ansonsten gleicher Belastung durch die Umwelt deutlich anfälliger für Depressionen mache. Später widerlegte Neil Risch diesen Zusammenhang. Ein Zusammenhang zwischen dem kurzen 5-HTT-Gen und einer besonderen erblichen Anfälligkeit für Depressionen existiere nicht. Dieser Vorfall zeigt, dass es schwer ist, eindeutige wissenschaftliche Aussagen über die biologische Vorbestimmung des Menschen zu treffen.

Wie viel Macht Gene wirklich auf unser Dasein ausüben, ist von der Wissenschaft noch immer nicht eindeutig bewiesen.

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