„Ein Blitzableiter auf einem Kirchturm ist das denkbar stärkste Mißtrauensvotum gegen den lieben Gott.“ Karl Kraus
Ägypten hat Mohammed Mursi zum Präsidenten gewählt. Doch die Revolutionäre müssen fürchten, dass ihr Sieg durch die Wahl des Muslimbruder konterkariert wird – denn Mursi schickt sich an, in die Fußstapfen Mubaraks zu treten.
Ägypten droht die Spaltung – denn die Einflüsterer des Präsidenten erweisen sich als politische Betonköpfe. Jetzt kommen für das Land nur noch zwei Szenarien in Betracht.
Ägyptens Präsident Mursi konnte die Träume seiner Bürger von Brot, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit bislang nicht erfüllen. Die Politik des Internationalen Währungsfonds wird damit zur Härteprobe für das Land am Nil.
Ägyptens junge Demokratie droht am langen Arm des Militärs zu verhungern. Die mit der Wahl oft überforderten Bürger entscheiden nach Symbolbildchen und bestimmen am Ende doch nur, wer die oberste Marionette der Soldaten-Junta wird.
Das alte Regime hat einen Joker aus dem Ärmel gezogen – bei der Stichwahl um das Präsidentenamt haben sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Die Revolution ist im Moment nur ein zäher Kaugummi.
Ägypten hat gewählt und alles läuft nun auf eine Stichwahl zwischen den Muslimbrüdern und einem Regime-Kandidaten hinaus. Doch wer genau hinschaut, erkennt, dass die Revolution noch lange nicht gescheitert ist.
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Es gibt neben der Hoffnung viel Sorge im Ägypten vor der Wahl. Doch es gibt Grund für Optimismus: Das ägyptische Volk hat bewiesen, dass man ihm ein demokratisches Urteil zutrauen kann.