Wir wissen alle, dass Fernsehen dick, dumm, traurig und gewalttätig macht. Ursula von der Leyen

Hintergrund

Schwarze, Schwule, Schmocks

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In Jerusalem treffen strenggläubige Vertreter der drei monotheistischen Religionen auf Schwulen-Paraden und luxuriöse Konsumtempel auf rabiate Parkhaus-Besetzer. Das Leben ist nicht einfach in der heiligsten Stadt der Welt. Aber auch schön.

Hintergrund

Sie ist die Stadt vieler Sehnsüchte und religiöser Schwärmer: Jerusalem. Nicht wenige ihrer Einwohner sehnen sich nach einem normalen Leben ohne religiöse Vorgaben, jenseits von Via Dolorosa und Felsendom. Aufsehen erregte der gewaltsam ausgetragene Streit über die Öffnungszeiten der Parkhäuser am Sabbat. Die streng religiösen Juden, die keine Steuern zahlen und in eigenen Vierteln leben, wollen den Shoppern am Zeug flicken. Einig sind sich die Vertreter der drei monotheistischen Religionen selten. Von daher fand die gemeinsame einhellige Ablehnung des Christopher Street Days allgemeine Beachtung. Das Leben ist nicht einfach in Jerusalem, der heiligsten aller Städte auf der Welt.

Jeder Quadratzentimeter der Altstadt ist geprägt von den Religionen, die diese Stadt zu einer blühenden Metropole, zu einem Zankapfel und zum Schauplatz blutiger Metzeleien gemacht haben. Für Christen aus dem Abendland ist der Ursprungsort ihrer Religion so wertvoll gewesen, dass sie den weiten Weg aus Europa hierher nicht gescheut haben. Die Kreuzzüge, die Befreiung der heiligen Stätten von den aus ihrer Sicht ungläubigen Mohammedanern, haben auf Jahrhunderte das Verhältnis von Okzident und Orient belastet.

In der Kunst ist die Vision vom himmlischen Jerusalem aus der geheimen Offenbarung des Johannes zu einem lebhaften Bild von Freiheit, Erlösung und Gottesgegenwart geworden. Das ist der Grund, warum es manche Pilger wundert, dass in dem irdischen Urbild der himmlischen Stadt Ampeln den Verkehr ordnen und öffentliche Aborte davon Kunde tun, dass hier auch nur Menschen leben.

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Herausforderung Jerusalem

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Die letzte Krise kommt erst noch

Jerusalem ist die Hauptstadt zweier Völker. Sie zieht Christen, Juden und Araber magisch an. So schön die Stadt, so groß ihre kulturellen und religiösen Konflikte. Kurz: Jerusalem ist die letzte große Herausforderung an den Verstand und die Fantasie der Menschheit.

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Journalist

Paul Badde
07.01.2010
 
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