Die Hybris des Journalismus hat ein pathologisches Ausmaß erreicht. Jörg Kachelmann

ARD-Mitarbeiterinnen mit muslimischen Kopftuch

„Als ARD-Korrespondentin muss ich mich natürlich an die öffentliche Schleierpflicht halten und kläre Zuschauer auf Nachfrage entsprechend über die Gesetzeslage im Iran auf.“

„Seit Ausbruch der Proteste in Iran ist Natalie Amiri das Gesicht, das die ARD-Gemeinde auf dem Laufenden hält“, ergeht sich die SZ in einer Laudatio auf die Tochter eines Iraners, die vor kurzem auch in der Tagesschau zu sehen war.

Das Wort Gemeinde passt schon sehr gut. Allerdings: wenn die SZ ein wenig mehr Ahnung von Religionswissenschaft hätte, hätte sie statt „ARD-Gemeinde“ vielleicht „ARD-Umma“ geschrieben. Denn so bezeichnet der Islam die Gemeinschaft der Rechtgläubigen.

Und für einen ARD-Rechtgläubigen gehört es natürlich dazu, dass er ARD-Mitarbeiterinnen mit dem muslimischen Kopftuch toll findet. Schließlich sind diese ein geradezu feministisches Symbol geworden, das Frauen schützt.

Glauben Sie nicht? Doch, doch:

„Entweder Kopftücher oder Schläge auf den Kopf“

…ist in unserem gefühlten Nachbarland Iran noch immer die Devise – und auch die ARD und die SZ haben dieses feministische Motto scheinbar nun aufgenommen.

„Als ARD-Korrespondentin muss ich mich natürlich an die öffentliche Schleierpflicht halten und kläre Zuschauer auf Nachfrage entsprechend über die Gesetzeslage im Iran auf.“

…lässt dann auch die ARD-Schleierfrau die Münchener Rotpresse wissen. Das gelte nicht nur für sie, sondern auch für alle anderen Frauen, die den Iran besuchen. Ja selbst für die große und unvergleichliche Angela Merkel:

„Gäbe es also einen Besuch in nächster Zeit von Angela Merkel, sie müsste ein Kopftuch aufsetzen.“

Wenn man dieses Zitat liest, sieht man regelrecht die gut dotierte ARD-Korrespondentin neben sich sitzen und bei dem Namen Merkel eine solch tiefe Verneigung machen, dass das Kopftuch fast heruntergleitet. Und wenn man zusätzlich noch etwas mehr Phantasie mitbringt, entdeckt man Heribert Prantl fast panisch hervorspringen, um das Kopftuch wieder an der richtigen Stelle zu befestigen:

„Nur gut, dass diese Blasphemie keiner gesehen hat“, denkt sich der junge SZ-Praktikant, der gerade Halal-Tee bringen wollte und ganz rot bei dem Anblick der kurzzeitig unverschleierten Iranerin angelaufen ist.

Kritisch hinterfragt wird die Gesetzeslage im Iran natürlich nicht (schließlich ist das Staats-TV ja nicht „Nazi“!) und auch auf die Idee, dass man Frau Amiri einfach mit der Bluescreen-Technik im iranischen ARD-Studio (dann auch problemlos) reden lassen könnte und die traumhaft schöne Kulisse Teherans dann dazu einblenden könnte, ebenso wenig.

Wäre ja auch nicht gut. Schließlich ist der erste Auftrag, den ein guter ARD-Journalist hat, die die schon länger da sind, zu Bessermenschen zu erziehen. Und da gehört es offensichtlich dazu, dass wir uns an Schleiereulen in der ARD gewöhnen. Werden wir den Tag noch erleben, an dem uns Linda Zervakis um 20 Uhr in der Burka mit „Allahu-Akbar!“ begrüßt?

Quelle: “Philosophia Perennis”:

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