Wenn die Welt nicht so ist, wie ich sie will, dann verwehre ich mich ihr. Irvine Welsh

Sie sind kein Präsident!

Dieser offene Brief eines amerikanischen Journalisten an Donald Trump ist der meistgeteilte Facebook-Post aller Zeiten.

„Mr. Trump,
ich habe immer mein Bestes gegeben, nicht politisch Stellung zu beziehen. Ich habe es abgelehnt, einige Ihrer Mitbewerber zu interviewen. Ich wollte mich bei der Präsidentschaftswahl nicht auf eine Seite schlagen. Ich habe stets geglaubt, dass noch nicht der richtige Moment für ein Statement gegen Gewalt und Vorurteile erreicht sei. Doch ich habe festgestellt: Es gibt keine richtige Zeit dafür. Der richtige Moment ist immer jetzt. Wie Millionen von Amerikanern habe ich realisiert: Gegen Sie zu sein ist keine politische Entscheidung, sondern eine moralische.

Ich habe gesehen, wie Sie rassistische Bilder retweetet haben. Ich habe gesehen, wie Sie rassisistische Lügen verbreitet haben. […] Ich habe Ihre Aufrufe zur Gewalt registriert, Ihre Bereitschaft, Gerichtskosten für diejenigen zu übernehmen, die Gewalt in Ihrem Namen ausüben. Und Ihre Aufrufe zur Folter und zum Mord an den Familien von Terroristen habe ich auch gehört. Ich habe gesehen, wie Sie genüsslich davon erzählt haben, Muslime mit in Schweineblut getränkten Kugeln zu exekutieren. Ich habe zugesehen, wie Sie Flüchtlinge als „Schlangen“ bezeichnet und behauptet haben: „Der Islam hasst uns!“

Ich bin Journalist, Mr. Trump. In den letzten zwei Jahren habe ich lange Interviews mit hunderten Muslimen geführt. Im Iran, im Irak und in Pakistan. Ich habe außerdem hunderte syrische und irakische Flüchtlinge in sieben verschiedenen Ländern interviewt. Und ich kann nun sagen: Der Hasserfüllte sind Sie.

Diejenigen von uns, die Ihnen Aufmerksamkeit geschenkt haben, werden es Ihnen nicht erlauben, sich neu zu erfinden. Sie sind kein „Einiger“. Sie sind kein „Präsident“. Sie sind kein Opfer des Hasses, den Sie seit Monaten selbst verbreiten. Sie sind ein Mann der Vorurteile geschürt hat, um Ihre Macht zu vergrößern. Und obwohl sich Ihre Worte in den nächsten Monaten ohne Zweifel verändern werden, werden Sie immer bleiben, wer Sie sind.

Aufrichtig,
Brandon Stanton“

Veröffentlicht auf Humans of New York

Übersetzt von Tagesschau

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Sebastian Sons, Katja Kipping, Vera Lengsfeld.

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