Am Wochenende ist es wieder soweit – Berlin erstrahlt im Glanz der Regenbogenflagge.
Die Christopher-Street-Day-Paraden in Berlin und in der darauf folgenden Woche in Köln bringen jeweils eine knappe Million Menschen auf die Straße. Für viele ist es Karneval – schrill, bunt, laut. Aber die CSD-Paraden sind vor allem eins: eine Demonstration für Toleranz und Akzeptanz, für gleiche Rechte, für den lesbisch-schwulen Stolz. Ich erinnere mich gerne an meine erste CSD-Parade – in Köln. Damals war die Hauptstadt in Bonn, dort saß Helmut Kohl im Kanzleramt, schwul zu sein war immer noch sehr verpönt. Aber die Parade hatte den Teilnehmern Stolz und Kraft gegeben für einen selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Ich.
Gleichberechtigung gibt’s nicht auf dem Basar
Heute können lesbische und schwule Paare eine Lebenspartnerschaft eingehen, sie sind vor Diskriminierung am Arbeitsplatz geschützt. Aber die gesellschaftliche Intoleranz ist immer noch evident. Nicht selten wird schwulen Männern hinterhergepöbelt, in Betrieben über die lesbische Kollegin hergezogen; die Zahl der Gewalttaten gegen Lesben und Schwule, Bisexuelle oder transidente Menschen ist noch erschreckend hoch. Die Vorurteile sind weiterhin gegeben. Und gegen diese Vorurteile muss angekämpft werden. Es kann und darf nicht sein, dass die gleichen Rechte für Lesben und Schwule auf dem Basartisch politischer Entscheidungen zur Verfügungsmasse werden. Wenn beispielsweise das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule in ein kritisches Licht gerückt wird, weil man damit keine 25 Prozent der Deutschen gewinnen könne, so darf die Konsequenz daraus nicht heißen, dass das Thema nicht mehr weiter verfolgt wird – vielmehr muss dieses Thema erst recht auf die politische Agenda genommen werden. Intoleranz darf nicht geduldet werden, nur weil es vermeintlich nicht en vogue ist. Diese Form politischer Feigheit – andere würden es Kalkül nennen – ist abzulehnen. Umso mehr wird deutlich, dass die Forderung nach Ergänzung von Art. 3 Grundgesetz um die „sexuelle Identität“ mehr als nur ein Signal ist. Es ist eine zwingende Notwendigkeit, um eine – seit 60 Jahren bundesrepublikanische Demokratie – andauernde Ungerechtigkeit zu beenden.
Für eine starke lesbisch-schwule Bewegung
Die lesbisch-schwule Bewegung ist stark geworden, selbstbewusst und zielgerichtet. Insofern sind die CSD-Paraden wichtig. Schön ist es, dass die Paraden nicht nur in den großen Städten stattfinden, sondern auch immer mehr die kleineren Städte erreichen. Gerade die kleinen CSDs sind zum Teil sehr politisch – vielfach politischer als die großen. Vielen Teilnehmern und – noch mehr – vielen Veranstaltern ist aber wieder deutlich zu machen, dass es sich um politische Demonstrationen für gleiche Rechte von Lesben und Schwulen handelt. Dabei sollte sich jede und jeder im Klaren sein, dass wir selbst unser Bild in der Gesellschaft prägen. Auch bei den CSD-Paraden. Ein kommerzieller oder ein schriller Auftritt ist sicher gut für Fernsehbilder – aber nicht zwangsläufig für das Selbstbild der Bewegung.
Insofern sind die CSD-Paraden, die in diesen Wochen in so vielen Städten stattfinden, wichtig und notwendig für den Kampf um Gleichberechtigung und das Selbstbewusstsein von Lesben und Schwulen, von Bisexuellen und transidenten Menschen. Sie zeigen die Vielfältigkeit von lesbisch-schwulem Leben. Sie zeigen die Notwendigkeit im Kampf um Gleichberechtigung und Akzeptanz und sie zeigen Stolz – den lesbisch-schwulen Stolz. Ein wichtiges Zeichen. Ein gutes Zeichen.


















Ich habe nicht den Eindruck, dass Schwule und Lesben heute in Deutschland noch diskriminiert werden. Und trotz dieses Jubel-Beitrags halte ich ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare für falsch. So, und nun ruft die Polizei und zeigt mich dafür an.
Homosexualität ist eine therapierbare neurotische Verirrung, aber so etwas zu sagen ist natürlich homophob. Kritiker dieser auf sexuelle Inhalte reduzierten Gaga-Veranstaltungen werden niedergeschrien, diffamiert oder als angstbesetzt verleumdet. Da ist vor allem den linken und grünen Ideologen alles recht.
Für mich ist das alles ein Ausdruck um sich greifender Unfreiheit.
Gleichberechtigung gibt es nicht auf dem Basar.
Ein wahres Wort.
mir war noch nie ganz klar, wo der innere Zusammenhang besteht, wenn man aufgebauscht, schrill und halbnackt durch die Straßen zieht um dafür zu werben, als ein normaler Bestandteil der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Wenn ich das als sogennate Heterosexuelle mache, werde ich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen. In Köln hatte die Stadt auf Kosten der Steuerzahler sogar einen “Darkroom” in der Kölnarena eingerichtet während des CSD, um zu verhindern, dass auf den Straßen oder in Hauseingängen sexuelle Handlungen vorgenommen werden, die ich nicht näher beschreiben will. Für alle die eine Definition brauchen: In Darkrooms wird im Dunkeln anonym gevögelt. Mit Kindern kann man an dem Tag die Stadt aus pädagogischen Gründen nicht betreten. Und das alles im Namen der Toleranz. Na herzlichen Glückwunsch.
Ich habe den CSD in Köln auch mal “miterlebt”. Das war keine Demonstration für irgendwelche hehren Ziele, sondern eine Versammlung von vielen Leuten, die sich vollaufen lassen und vögeln wollten. Daraus eine revolutionsromantische Veranstaltung für Minderheitenrechte konstrieren zu wollen, ist ein schlechter Witz. Oder wie mir ein Kölner Freund am Straßenrand erklärte: “Das ist wie Karneval ohne Schlüpper….”
Der CSD ist wie Sodom und Gomorra.
Reine Fleischeslust, Zügellosigkeit, drogenbefeuerter Rausch und Enthemmung von aller zivilisatorischen Selbstbeherrschung.
Wer das als Fortschritt feiert kann mal bei den Römern nachlesen, bei denen führte diese Art von Dekadenz in den Untergang.
Jedem steht das Recht zu in seiner eigenen Verwirrung zu leben, mir wäre es aber lieber man dränge sich nicht so mit den jeweiligen Perversionen in die Öffentlichkeit. Wenn´s schon sein muss macht das im stillen Kämmerlein.
Gibt es den gar keinen Anstand mehr?
Jawoll. In tuntigen Klamotten in der Öffentlichkeit kopulierend, so schafft man es wirklich, von Politik&Gesellschaft ernst genommen zu werden und glaubhaft für seine Ziele zu streiten.
Bitte verzeihen Sie mir – und wohl auch einigen anderen Menschen – dass so ein Verhalten, egal ob von Männern&Frauen, Männern&Männern, Frauen&Frauen, 1/2Männern-1/2Frauen&Geschlechtslosen, Hunden&Katzen etc. eher den gegenteiligen Effekt hat.
Das nur am Rande als Bemerkung.
Wirklich geärgert habe ich mich aber über Ihre ignorante und (auf Ihre Sicht auf die Welt) beschränkte Ansicht, dass ein Verzicht auf das Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare allein auf wahltaktischen Gründen beruht.
Es gibt, jenseits aller Gender-Mainstreaming-(Pseudo)-Wissenschaft auch ernsthafte und ernstzunehmende Wissenschaftler und zahllose (mit Kindern durch Ihre Familien erfahrene) Menschen, welche es für die Entwicklung eines Kindes für das Beste halten, wenn es eine männliche UND eine weibliche Bezugsperson, also Vater&Mutter, hat.
Der Vorwurf der Intoleranz sagt in diesem Fall daher leider mehr über den Schreiber als über den Adressaten aus.
Ich befürchte daher, dass Sie Ihrem in Teilen durchaus berechtigten Ansinnen mit diesem Text einen Bärendienst erwiesen haben.
@ Andreas T., und dies umso mehr, als Jungs heutzutage in Kindergärten und Grundschulen fast ausschließlich auf weibliche Betreuung stoßen. Dann noch eine Mutter-Mutter-Familie – wie soll er sich da als Mann entwickeln dürfen? Vielleucht ist das aber auch gar nicht mehr gewünscht von den Gender-Volkserziehern.