Die meisten Amerikaner hören Arabisch nur, wenn im Fernsehen ein wütender Mann mit Gewehr herumzetert. Omar Offendum

Guido-Star!

Guido Westerwelle ist der Held der deutschen Politik, der Star im Kabinett Merkel. Das haben Sie bei mir schon mal anders gelesen? Stimmt. Ich muss mich korrigieren.

Ich habe mich geirrt. Im März 2010 war ich der Meinung, dass Guido Westerwelle spätestens nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sein Amt als Parteichef der FDP loswird. Die Wahl ging krachend verloren, Guido Westerwelle blieb. Zum Jahreswechsel, in Richtung Dreikönigstreffen, gab es aus seiner eigenen Partei so viel Gegenwind, dass ein Rücktritt quasi unausweichlich schien.

Der Außenminister sagte seinerzeit, auf die Umfragewerte seiner Partei angesprochen, dass das Ergebnis am Wahltag zähle und nicht die Prognosen. In Hamburg ging das in diesem Jahr auf. Die FDP ist in dem Parlament des Stadtstaates vertreten. Die Umfragen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sehen die Liberalen auf gutem Weg.

Guido ist noch da – Karl-Theodor ist weg

Guido Westerwelle musste ungeheuren Druck aushalten. Aus den eigenen Reihen, aus den Regierungsparteien. Seine Partei hatte Fehler gemacht, der Start in der Regierung verlief stotternd. Karl-Theodor zu Guttenberg war Westerwelles größter Opponent im Kabinett. Der schneidige Verteidigungsminister äußerte hie und da auch seine Einschätzung zu Außen- und Entwicklungspolitik. Wer nachfragte, konnte von dem CSU-Politiker hören, dass diese drei Bereiche sich immer mehr ineinander verzahnten. Nun ist Karl-Theodor zu Guttenberg Geschichte. Niemand hätte das vor vier Wochen vorausgesagt. Guido Westerwelle ist noch da. Darauf hätte im vergangenen Herbst niemand im Berliner Politikbetrieb gewettet.

Nach dem Abgang des Freiherrn ist Guido Westerwelle im Moment sogar der stärkste Mann im Kabinett Merkel. Er hat seine innerparteilichen Opponenten verdrängt, Rücktrittsforderungen werden jedenfalls öffentlich nicht mehr an ihn gestellt. Die CDU hat in der Guttenberg-Affäre ihren inneren Kompass verloren: Die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin hat sich – um die Wahlkämpfe mit Guttenberg absolvieren zu können – auf die Zähne gebissen und das dialektische Kunststück vom wissenschaftlichen Assistenten und dem Verteidigungsminister geboren.

Christlich-liberal geht 2013 in Verlängerung

Mit geballter Faust in der Tasche durften dann gestandene Unions-Politiker den Kurs der Chefin verteidigen. Der Flurschaden ist groß. Die CSU hingegen hat im bayuwarischen Festzeltstil das Innenressort übernommen und in nur einer Pressekonferenz das eingerissen, was Wolfgang Schäuble und Thomas de Maizière mit der Islamkonferenz in Jahren mühsam aufgebaut haben. Gleichzeitig hat der christsoziale Friedrich dem Bundespräsidenten seiner Koalition vor die Tür gekoffert und die Muslime im Land beleidigt. So sieht ein Amtsantritt aus.

Und die Liberalen? OK – mal ein paar Wochen keine Fehler machen, sollte ich nicht gleich als Trendwende ausmachen, meinen Sie? Die Liberalen schreiben an ihrem erneuerten Grundsatzprogramm. Sie sind mit ihrem Generalsekretär Christian Lindner intellektuell aufmunitioniert und haben mit dem Vizekanzler Westerwelle das Alphatier der deutschen Politik mit absoluten Nehmerqualitäten an der Spitze. Wenn sie dieses Potenzial klug nutzen, geht christlich-liberal dank der FDP 2013 in die Verlängerung.

Leserbriefe

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    Odysseus – 09.03.2011 - 19:37

    Mensch Goerlach,
    Ich wage die Prognose: Wenn Sie ab sofort jeden Ihrer Irrtuemer zum Anlass fuer einen neuen Artikel nehmen, werden Ihnen die Themen nie ausgehen. Ein selbstreferentielles System!

  • Theeuropean-placeholder
    Alexander Görlach – 09.03.2011 - 19:50

    Mensch Odysseus,

    jemand wie Sie, der sich nur unter falschem Namen in Anonymität traut, sich zu äußern und dann nur stänkert, glauben Sie, so jemand hat wirklich Anspruch darauf, als Diskussionspartner ernst genommen zu werden?

    Beste Grüße
    Ihr
    Görlach

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    Odysseus – 09.03.2011 - 22:42

    Ja!

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    M.Freydank – 10.03.2011 - 13:04

    Herr Görlach, sie haben recht, die FDP wird mit der CDU 2013 in die Verlängerung gehen… mal schau´n wer dann Kanzler und wer Aussenminister ist ;-)) – hach – ja auch unser G.Westerwelle hatte immer Visionen und diese letztlich realisiert, also warum nicht diese… FDP mit cdu …

    @Odysseus – selber machen, dann kritisieren

    freundliche Grüße
    Manja Freydank

  • Theeuropean-placeholder
    florian mück – 11.03.2011 - 00:19

    @odysseus – ich verstehe die kritik nicht. the european ist ein meinungsmagazin. unsere meinungen revidieren wir von zeit zu zeit unter berücksichtigung neuer informationen. dass ag das so offen und selbstverständlich tut, finde ich persönlich sehr gut. sie jedoch scheinen überzeugt davon, dass ag irrtümer referenziert, nicht vorangegangene meinungen. wie sagt nietzsche so schön: “überzeugungen sind grössere feinde der wahrheit als lügen.”

  • Theeuropean-placeholder
    Odysseus – 11.03.2011 - 12:07

    Goerlach haengt sich mit seinen “Meinungen” regelmaessig so weit aus dem Fenster, dass er sich hoechstens noch mit seinem kleinen Zeh am Rahmen festklammern kann - und auch das nur muehsam. Und wenn er sich dann wieder mal geirrt hat, so what! Nimmt er das halt zum Anlass fuer einen weiteren Artikel. Anything goes, oder? Und bitte kommen Sie mir nicht mit der Wahrheit. Die gibt es doch gar nicht, wie wir im “Mission Statement” des European lesen koennen. Oder ist das etwa auch ein Irrtum? ;)

  • Theeuropean-placeholder
    Alexander Görlach – 11.03.2011 - 12:16

    Sehr geerhter Odysseus,

    Sie erinnern mich sehr an meinen guten alten Freund Frank Happel…

    Schade, dass Sie sich nicht an der inhatlichen Diskussion über die Rolle von FDP-Chef Westerwelle und seiner Partei beteiligen wollen.

    Immerhin haben Sie unser Mission Statement gelesen! Für alle anderen, die es vielleicht noch nich kennen sollten: http://www.theeuropean.de/mission-statement

    Beste Grüße
    Ihr
    Alexander Görlach

  • Theeuropean-placeholder
    Daniel Obst – 12.03.2011 - 15:55

    Kleine Korrektur: Die NRW Wahl ging nicht krachend verloren (die Regierungsbeteiligung vielleicht). Die FDP hat in NRW 2010 sogar dazu gewonnen. An Stimmen und Prozenten…. Gruss

Aus der Kolumne

Alexander-Platz

Rücktritt von Norbert Röttgen

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Norbert Röttgen hatte den Ministerposten als Rückversicherung eingeplant. Die Rechnung hat er ohne die Union gemacht. Horst Seehofer ist jetzt der Mann der Stunde, denn der Bajuware kann sich auf die Fahnen schreiben, Röttgen gestürzt zu haben.

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Ideenlose deutsche Parteienlandschaft

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Die Experimentierfreude ist vorbei, Schwarz-Grün ist passé. Lieber wieder die Farbenarithmetik aus Bonner Zeiten. Das uninspirierte Denken der Politik ödet das Publikum an.

Dsc_0357
von Alexander Görlach
16.05.2012

Skandal um Hannelore Kraft

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Die rührende Landesmutter soll auch eine andere Seite haben. Über Nachrichtenmedien wurde verbreitet, sie habe Blogger gekauft und versucht die Pressefreiheit einzuschränken. Kurz vor der Wahl hatte NRW einen Skandal für einen Tag.

Dsc_0357
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Mehr zum Thema: Innenpolitik, Karl-theodor-zu-guttenberg, Fdp

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