Frankenstein und Pinocchio

von Yascha Mounk29.02.2012Außenpolitik, Innenpolitik, Medien

Romney zittert sich von Sieg zu Sieg – um im November jedoch Obama schlagen zu können, steht der Kandidat vor einer viel größeren Herausforderung.

Mitt Romney gleicht einem Elfmeterschützen, der im entscheidenden Moment immer und immer wieder den Pfosten trifft. Seit Monaten eilt ihm der Ruf voraus, der unvermeidliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu sein. Und doch schafft er es schlicht nicht, sich mit ein paar wirklich überzeugenden Wahlsiegen seine Nominierung endgültig zu sichern. So ging es auch gestern wieder. In Arizona gewann Romney zwar klar. In Michigan, seinem Heimatstaat, hatte er aber nur denkbar knapp die Nase vorn. Und so wird er auch nächsten Dienstag, am sogenannten „Super-Tuesday,“ wenn in zehn Bundesstaaten auf einmal wertvolle Delegiertenstimmen zu vergeben sind, wieder die Angst des Torschützen vorm Elfmeter verspüren. Ganz am Ende wird Romney wohl doch den widerwilligen Segen der Republikaner erhalten. Aber sein enttäuschendes Abschneiden in Michigan zeigt jetzt schon zwei Probleme auf, die ihn noch bis in den Herbst verfolgen werden.

Gewaltig überschätzte Wahlchancen

Erstens ist Mitt Romney, in dieser Hinsicht vielleicht John Kerry recht ähnlich, schlicht ein äußerst uncharismatischer Kandidat. Viele Politikwissenschaftler versuchen heutzutage, die Wahlchancen von Kandidaten anhand von statistischen Analysen vorherzusagen. Alleine anhand der Arbeitslosenquote sowie der Ideologie eines Präsidentschaftskandidaten, so meinen sie, lassen sich seine Wahlchancen recht gut beziffern. Bis zu einem bestimmten Punkt ist das sicherlich wahr. Ich selber schrieb deshalb schon vor Monaten

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