Lindner für Gasförderung in der Nordsee | The European

Lindner fordert neue Gasförderung in der Nordsee

Wolfram Weimer7.04.2022Medien, Politik

Bundesfinanzminister befürwortet in Anbetracht der Energiekrise die Exploration heimischer Reserven von Gas und Öl: „Wir müssen das jetzt neu denken“ / Große Felder bei Borkum

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) fordert die Exploration heimischer Öl- und Gasreserven. In Anbetracht des Ukrainekrieges und der dadurch ausgelösten Energiekrise müsse Deutschland „umdenken und umlenken“. Im Vorfeld des Ludwig-Erhard-Gipfels sagte Lindner gegenüber dem Debattenmagazin „The European”: „Um es klar zu sagen. Ich halte die Festlegung des Koalitionsvertrages, dass wir in der Nordsee nicht mehr Öl und Gas fördern wollen und keine neuen Felder explorieren wollen, für aus der Zeit gefallen.“ Und weiter: „Wir haben Reserven bei den Rohstoffen, die wir bislang nicht nutzen.“

Lindner verweist auf die drohende Versorgungslücke durch ausbleibende Lieferungen aus Russland.

Deutschland müsse energiepolitisch stärker „auf eigenen Beinen stehen“. Daher werde man die erneuerbaren Energien systematisch ausbauen. Aber man müsse auch Alternativen ins Auge fassen. Die heimische Öl- und Gasexploration habe „angesichts des gestiegenen Energiepreisniveaus eine ganz andere Wirtschaftlichkeitsperspektive als man zuvor vermutet hat.“. Hier müsse man „mit unseren europäischen Partnern“ ins Gespräch kommen: „Insbesondere mit den Niederlanden müssen wir schauen, was da in der Nordsee konkret geht.“

Alleine aus dem Erdgasfeld im deutsch-niederländischen Grenzgebiet in der Nordsee bei Borkum könnte nach Schätzungen des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie jährlich rund eine Milliarde Kubikmeter Gas gefördert werden.

Über den Ludwig-Erhard-Gipfel

Der „Ludwig-Erhard-Gipfel“, eines der wichtigsten Meinungsführertreffen Deutschlands, findet am 21. und 22. April 2022 am Tegernsee statt. Größen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien suchen gemeinsam nach Antworten auf die brennenden Fragen unserer Zeit. Der thematische Fokus liegt auf Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Auswirkungen auf Europas Sicherheit, die Diskussion um die Stabilität demokratischer Werte, strategische Abhängigkeiten, Energieversorgung sowie die Rolle des Staates. Auch das Schwerpunktthema Nachhaltigkeit wird vor diesem Hintergrund debattiert. Gastgeber ist die Verlagsgruppe WEIMER MEDIA GROUP. Medienpartner ntv, RTL und FOCUS Online begleiten die unter der Schirmherrschaft von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stehende Konferenz und berichten umfassend im TV und online.

 

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

In Deutschland beginnt der Kampf um die Gülle

Weil Kunstdünger wegen hoher Energiepreise knapp und extrem teuer geworden ist, hat mit einmal Gülle ihren Preis. Hatten Bauern früher Mühe, ihren Mist loszuwerden, wird er ihnen jetzt aus den Händen gerissen. Schon ist auch Gülle zum knappen Gut geworden. Von Oliver Stock / Wirtschaftskurier

Scholz ist Schulden- und Inflationskanzler

Der CDU-Chef warnt: Die gegenwärtige Bundesregierung macht in zwei Haushaltsjahren mehr Schulden als alle Bundesregierungen zusammen in den ersten 40 Jahren der Bundesrepublik Deutschland. Von Friedrich Merz

Corona: Die Illusion der Normalität

Wir erleben derzeit ein Deja-Vu. Wir koennen, so wie im Sommer 2021, auch jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass spaetestens im Herbst die Corona-Zahlen wieder deutlich steigen werden. Diese Tendenz ist bereits jetzt feststellbar - allerdings auf einem noch nicht

Aus für den Verbrenner: Kommt es jetzt zum Havanna-Effekt?

An 2035 wird es keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr auf europäischen Straßen geben. Werden Liebhaber von benzin- und Dieselantrieben dann mit ihren rostigen Lauben bis zum Sankt Nimmerleinstag unterwegs sein?

Ampel plant Kahlschlag bei Gas

Es klingt geradezu abenteuerlich, was der beamtete Staatssekretär des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz vor wenigen Tagen bei einer Fachtagung von sich gegeben hat.

Habeck wagt den Coup gegen Gazprom

Trotz des Ukraine-Kriegs fließt russisches Gas weiter in großen Mengen nach Deutschland. Die Gasspeicher füllen sich zwar, doch nun gibt es ein Problem. Der Gazprom-Speicher im niedersächsischen Rehden bleibt leer. Ausgerechnet der ist aber der größte in Deutschland. Nun greift Wirtschaftsmini

Mobile Sliding Menu