Horst Seehofer ist der Sündenbock des Jahres

von Wolfram Weimer13.11.2018Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik, Medien

Horst Seehofer wird zum Rücktritt auf Raten gezwungen. Er endet als tragische Figur im Gestrüpp eigener Fehler – und der politische Betrieb jagt ihn lautstark von der Bühne. Doch der Vorgang verrät auch, dass manche den Sündenbock dringend brauchen.

Horst Seehofer ist der Sündenbock des Jahres. Das politische Berlin fällt mit einer Vernichtungslust über den CSU-Vorsitzenden und Innenminister her, als habe er Kronjuwelen gestohlen oder den Reichstag abgefackelt. Alle Parteien – inklusive seiner eigenen – sind sich verdächtig einig, dass Seehofer für die politischen Krise der Berliner Republik maßgeblich verantwortlich sei; allenthalben fordern sie lautstark seinen Rücktritt.

Der wird nun kommen, auf Raten, in Zeitlupe und gequält, aber der politische Ruin ist besiegelt. Niemand springt ihm mehr öffentlich zur Seite, nicht einmal diejenigen, die genau wissen, dass er die CSU aus der tiefen Krise von 2008 reichlich spektakulär zur absoluten Mehrheit zurückgeführt und Bayern für ein Jahrzehnt sehr erfolgreich regiert hat sowie in der Merkel-Ära zuweilen zur Stimme der schweigenden bürgerlichen Mehrheit im Land geworden ist.

Nun gibt Seehofer mit mancher Entgleisung und Fehltritten (wie zuletzt in der Maaßen-Affäre) leicht Anlass zur Kritik, seine Sprunghaftigkeit hat ihm obendrein – nicht ganz verfehlte – Schmähungen von Drehhofer

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