Wir Renten-Sucher

von Wolfgang Gründinger10.11.2012Gesellschaft & Kultur, Innenpolitik

Die Berliner SPD will die Riester-Reformen kippen, das Rentenniveau stabilisieren – und soziale Gerechtigkeit nicht gegen Generationengerechtigkeit ausspielen. Das sollte aber sowieso kein Problem sein, denn: Der demografische Wandel ist keineswegs der Todesstoß des Sozialstaats.

Das Rentensystem der Bundesrepublik ist als Generationenvertrag angelegt: Die mittlere, arbeitende Generation versorgt sowohl die alte Generation, die nicht mehr erwerbstätig ist, als auch die junge Generation, die noch nicht erwerbstätig ist. Die Alten sollen nicht mit Alimenten abgespeist, sondern entsprechend ihrer Lebensleistung am gesellschaftlichen Fortschritt beteiligt werden. Der Generationenvertrag ist freilich kein Papier, das irgendwann einmal mit dem Füller unterschrieben wurde, sondern das ideelle Prinzip, nach dem unser System der Altersversorgung aufgebaut ist.

Rückkehr der Altersarmut

Die Rentenreformen seit 2001 haben diesen Generationenvertrag aufgeweicht – insbesondere mit der Einführung des Riesterfaktors, der seither das Rentenniveau jedes Jahr willkürlich kürzt. Davon betroffen sind weniger die heutigen Rentner, sondern all diejenigen, die nachrücken – also die mittleren und jüngeren Jahrgänge

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