Deutschland muss den Tierschutz endlich voranbringen

Werte Union23.08.2019Medien, Politik, Wissenschaft

Der konservative Flügel der Union unterstützt den Vorstoß der CDU Niedersachsen, das betäubungslose Schächten und Halal-Schlachten von Tieren zu verbieten und übt scharfe Kritik an der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für ihre Haltung zur betäubungslosen Ferkelkastration

Vor dem Hintergrund aktueller Tierschutz-Skandale setzt sich die WerteUnion, der konservative Flügel der Union, für einen verbesserten Tierschutz ein. Die Unionsparteien müssen sich laut WerteUnion dafür einsetzen, das Tierwohl durch striktere Regulierungen in der Land- und Lebensmittelwirtschaft zu schützen.

In der Diskussion um die religiöse Praxis des „Schächtens“ schließt sich die WerteUnion der Position der niedersächsischen CDU-Landtagsfraktion an. Diese hatte ein Verbot des betäubungslosen Schächtens gefordert. Ebenso appelliert die WerteUnion an die CDU/CSUBundestagsfraktion, ihre bisherige Haltung zur betäubungslosen Ferkelkastration zu revidieren und ein Verbot mit sofortiger Wirkung auf den Weg zu bringen.

Deutschland muss den Tierschutz endlich voranbringen

Um den Tierschutz insgesamt voranzubringen, empfiehlt die WerteUnion die Umsetzung folgender Punkte:

  1. Ein generelles Verbot für das betäubungslose Schlachten von Tieren. Dieses soll auch im Falle des religiös motivierten Schächtens gelten.
  2. Ein Verbot der betäubungslosen Kastration bei Nutztieren, insbesondere Ferkeln.
  3. Ein Verbot des sogenannten Kükenschredderns in der Geflügelzucht.
  4. Eine gezielte Förderung der regionalen, kleinen und mittelständischen Land- und Lebensmittelwirtschaft gegenüber der Agrarindustrie.

Alexander Mitsch, Bundesvorsitzender der WerteUnion: „Der zivilisierte und ethische Umgang mit empfindungsfähigen Tieren ist eine für uns grundlegende Wertehaltung. Hier müssen auch an der einen oder anderen Stelle wirtschaftliche Interessen
zurücktreten. Wir fordern mehr Engagement für den Tierschutz gerade von den Unionsparteien, in deren christlich geprägter Leitlinie Mitgefühl und Respekt vor der Schöpfung einen festen Platz haben sollten.“

Corinna Heiss, Beisitzerin im Bundesvorstand der WerteUnion, ergänzt: „Kritiker, wie neuerdings der ehemalige CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok, werfen der WerteUnion gerne vor, sie habe keine Werte. Im Gegensatz zur CDU/CSU-Fraktion, die im Hinblick auf den Tierschutz ebendiese Werte schmerzlich vermissen lassen hat, erklärt die WerteUnion das Tierwohl zu einer inhaltlichen Priorität. Bereits Mahatma Gandhi sprach davon, die Größe und der moralische Fortschritt einer Nation seien daran zu messen, wie sie ihre Tiere behandle. Die durch wirtschaftliche oder religiöse Interessen verursachten Quälereien müssen unverzüglich unterbunden werden.“

Aktuelle Tierschutz-Skandale bringen das Thema Tierschutz ins öffentliche Bewusstsein

Im November 2018 mussten die Oldenburger Schlachthöfe in Folge eines TierschutzSkandals schließen, weil die Tiere vor der Schlachtung nicht ordnungsgemäß betäubt worden waren. Nach einer Millioneninvestition in verbesserte Tierschutzmaßnahmen durfte der Hof im April 2019 den Betrieb wieder aufnehmen.

Insbesondere die Lebendtierexporte in arabische Länder lösen immer wieder Kontroversen aus, da die Tiere dort nach islamischem Ritus vor der Schlachtung regelrecht zu Tode gequält werden. Vor allem während des islamischen Opferfestes erreichen uns verstörende und grausame Bilder aus der ganzen Welt, in denen Tiere auf grausame Weise getötet werden.

Quellen:

Debatte um die betäubungslose Ferkelkastration: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-11/ferkel-kastration-ohnebetaeubung-connemann-cdu-bauern

CDU-Landtagsfraktion Niedersachsen spricht sich gegen betäubungsloses Schächten aus:
https://www.n-tv.de/politik/CDU-Politiker-machen-Front-gegen-Schaechtenarticle21209919.html

Tierschutz-Skandal in den Oldenburger Schlachthöfen: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/Umstrittener-Oldenburger-Schlachthof-oeffnet-wieder,schlachthof474.html

Quelle: Facebook

KOMMENTARE

MEIST KOMMENTIERT

Der Ausschluss von Stephan Brandner ist ein klares Signal gegen Hetze und Hass

Stephan Brandner von der AfD hat Menschen ausgegrenzt und Hass geschürt. Nun muss er seinen Posten aufgeben - die Abgeordneten des Rechtsausschusses haben ihren Vorsitzenden abgewählt. Einen vergleichbaren Fall hatte es bislang in der Geschichte des Bundestages noch nicht gegeben.

Der Erfolg der AfD liegt in der Austauschbarkeit der Altparteien

30 Jahre nach der Friedlichen Revolution wurde in Thüringen gewählt. Zum dritten Mal in diesem Jahr kann die AFD zum Entsetzen von Medien und Politik einen Wahlerfolg in „Dunkeldeutschland“ (Gauck) feiern. Die linke Mehrheit ist gebrochen, die SPD liegt bei 8,2 %, die AfD macht als zweite Kraf

Kritik am „grünen Expertentum“ gilt als Blasphemie

Kritik am „grünen Expertentum“ gilt als Blasphemie und soll also am liebsten aus den Medien verbannt werden. Zu groß scheint die Angst, als Gaukler entlarvt zu werden.

Wir müssen wieder miteinander streiten lernen

Es hat lange gedauert, aber nun haben auch die liberalen Blätter endlich erkannt, dass etwas schief gelaufen ist mit dem „Haltung zeigen“. Als ich es wagte, ein Buch mit dem Titel „Wir können nicht allen helfen“ zu veröffentlichen, begrüßte mich die Kreuzberger Grünen-Abgeordnete auf d

Wir müssen den Rechtsstaat vor seiner Opferung auf dem Altar der Hypermoral bewahren

Die Geschichte lehrt, wie man sie fälscht, ist mein Lieblingsbonmot des polnischen Satirikers Stanisław Jerzy Lec, das ein Dilemma auf den Punkt bringt. Geschichte wird immer wieder umgeschrieben, so wie es den jeweiligen Inhabern der Deutungshoheit gefällt. Wir erleben gerade in diesen Tagen wie

Nächstenliebe geht anders!

Nächstenliebe geht anders! Alle EU-Abgeordneten von CDU/CSU haben gegen eine Resolution zur Beendigung des Sterbens im Mittelmeer gestimmt. Mit Rechtspopulisten und -extremen haben sie diesen Aufruf zur Menschenrettung mit einer neuen europäischen Seenotrettung und für die Entkriminalisierung der

Mobile Sliding Menu