Das Gerede von der Würde des Bundespräsidenten ist das Misstrauensvotum der Parteien gegen sich selbst. Jost Kaiser

Gegen die Drogenmafia

Mexiko steht am Rande eines Bürgerkriegs. Die mächtigen Kartelle morden Tausende Menschen und verdienen gleichzeitig Millionen mit dem Verkauf von Drogen. Statt mehr Soldaten fordert Mexikos Ex-Präsident Vicente Fox: Legalisiert die Drogen!

Die Kosten für den Kampf gegen das organisierte Verbrechen, im Speziellen gegen den Drogenhandel, sind in Mexiko enorm. 28.000 Menschen haben ihr Leben verloren, das ist eine dramatische Entwicklung. Neben Polizisten und unschuldigen Bürgern waren darunter aber auch viele Verbrecher, die von ihresgleichen ermordet wurden. Der Imageschaden für das Land ist enorm, sowohl was den Tourismus als auch was ausländische Kapitalanlagen betrifft. Der Kampf gegen den Drogenhandel kostet unser Land außerdem Geld und Zeit, die wir ansonsten für andere Bereiche ausgeben könnten.

Alle Formen von Sucht und eben auch die Drogenabhängigkeit sind für unser Gesundheitssystem wie auch die abhängige Person eine große Herausforderung. Doch der Konsum ist tatsächlich weder strafbar noch illegal, die Verantwortung für den Drogenmissbrauch liegt bei den Menschen und ihren Familien. Der Staat jedoch muss auch die Produktion, den Verkauf und die Verteilung der Drogen legalisieren!

Wir sollten über Drogenlegalisierung nachdenken

Der Staat ist dazu verpflichtet, die persönliche und finanzielle Sicherheit aller im Land lebender Menschen zu gewährleisten. Es gilt, unsere Verfassung zu respektieren. Korrupte Politiker, die Hand in Hand mit Verbrecherbanden arbeiten, nur zögerlich handelnde Ministerien und Verletzungen der Menschenrechte haben derweil zu großen Problemen geführt.

Wir sollten deshalb auch über die Legalisierung von Produktion, Verkauf und Verteilung von Drogen nachdenken. Legalisierung in diesem Kontext bedeutet nicht, dass Drogen gut seien oder den Konsumenten nicht schädigten. Vielmehr müssen wir auf diese Weise die wirtschaftlichen Strukturen der Mafia zerschlagen. Ähnliche Strategien in anderen Ländern haben gezeigt, dass eine Legalisierung nicht unbedingt zu einem höheren Konsum führt. Steuern machen die Drogen teurer und die so gewonnenen Einnahmen können zur Suchtprävention verwendet werden.

Radikale Verbote haben noch nie funktioniert

Folgende Punkte müssen wir deshalb angehen:

  • Die föderalen und staatlichen Ministerien müssen umstrukturiert werden, damit sie ihrer konstitutionellen Verantwortung endlich gerecht werden.
  • Die Gerichtsverfahren für Straftäter müssen strenger geführt werden.
  • Seriöse Präventions- und Rehabilitationsprogramme für drogenabhängige Menschen müssen gefördert und unterstützt werden.

Radikale Verbote haben noch nie funktioniert. Egal, ob es um Abtreibung, Ehe, Familie, Alkohol oder Tabak geht: Der Weg zu Demokratie und Freiheit bedarf einer Gesellschaft, die Verantwortung übernimmt, und einer Regierung, die sich der Verfassung verpflichtet. Aufgrund meiner Erfahrung und mit Kenntnis um die Entwicklungen in anderen Ländern sage ich, wir müssen das Arrangement zwischen Kriminellen, ihren Märkten und Handelswegen und korrupten Behörden zerstören. Wir werden so mit weniger Gewalt ans Ziel kommen.

Dieser Debattenbeitrag wurde ursprünglich auf dem Blog von Vicente Fox veröffentlicht.

Lesen Sie weitere Meinungen aus dieser Debatte von: Michael Grossman, Edgardo Buscaglia, Wolfgang Nešković.

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Mehr zum Thema: Drogenlegalisierung, Verbotskultur, Mexiko

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