Vielfalt-Parkplätze für die vielen Geschlechter | The European

Stadt Neuenrade: Hier kann man Hunde als "divers" anmelden

Vera Lengsfeld5.10.2021Gesellschaft & Kultur, Medien

Inzwischen gibt es Vielfalt-Parkplätze für die vielen Geschlechter. Es wäre interessant zu wissen, wer sie am Ende in Anspruch nimmt. Die Spitze des deutschen Wahnsinns hat die Stadt Neuenrade erklommen. Hier kann man tatsächlich Hunde anmelden, deren Geschlecht mit „divers“ angegeben werden kann.

Sind Hunde auch divers?; Quelle: Shutterstock

Erich Kästners großartiger Roman „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ ist gerade mit dem Tom Schilling neu verfilmt in die Kinos gekommen. Kästner zeigt, wie ein Mensch an den immer bizarrer werdenden Verhältnissen zerbricht. Am Ende springt Fabian in die Elbe, um ein Kind zu retten, das ins Wasser gefallen ist. Das Kind paddelt heulend und prustend ans Ufer, Fabian ertrinkt. Er konnte nicht schwimmen.

Was hat das mit Deutschland zu tun? Nun wir erleben gerade Deutschlands Gang vor die Hunde mit. Die bürgerliche Restvernunft unseres Landes hat die Rolle des Fabian übernommen. Sie leidet an der täglich sichtbarer werdenden Irrationalität, aber sie wehrt sich kaum. Fabian war ein Einzelgänger, der nicht mit anderen kooperierte. Die bürgerliche Restvernunft unseres Landes ist in lauter Einzelgänger aufgespalten, die nicht miteinander kooperieren wollen.

Besonders gut war das an der eben stattgefundenen Bundestagswahl zu beobachten. Unter den zahlreichen Parteien, die angetreten sind, befanden sich auch solche, die der bürgerlichen Restvernunft zuzuordnen sind. Aber statt gemeinsam zu siegen, sind sie getrennt untergegangen. Damit das klar ist: Zur bürgerlichen Restvernunft zähle ich weder CDU und schon gar nicht CSU. In beiden Parteien befinden sich noch einzelne Kandidaten, die ihr zuzuordnen wären. Da ist die Frage, was sie noch in der Union wollen. Sie könnten, statt zu leiden, wenigstens eine Abgeordnetengruppe bilden, die der Nukleus für eine dringend benötigte bürgerliche Partei werden könnte. Vergebliche Hoffnung!

Die Union; statt ihre krachende Niederlage als Weckruf zu begreifen und an ihrer Revitalisierung zu arbeiten, setzt ihre Talfahrt ungebremst fort. Sie macht nur noch mit vergeblichen Lockrufen für eine Jamaika-Koalition ein paar dürre Erwähnungen in den Haltungsmedien und merkt nicht, dass sie längst abgeschrieben ist. Auf dem sinkenden Schiff kämpfen die Leichtmatrosen um das Steuer. Wer immer noch der Meinung ist, dass Friedrich Merz der Retter aus der Not ist, wird auch nicht durch sein erneutes Versagen seine Meinung ändern. Dank Durchstechereien aus einer „vertraulichen Runde“ wurde bekannt, dass Merz und Ralf Brinkhaus sich in die Haare gekriegt haben, weil Brinkhaus wieder zum Fraktionsvorsitzenden gewählt worden ist. Das würde der Partei schaden, behauptete Merz. Das ist nicht falsch, aber wieder einmal hatte Merz nicht den Mut, seinen Hut in den Ring zu werfen und um den Fraktionsvorsitz zu kämpfen. Ein Retter sieht anders aus!

Während die Politik mit Koalitionskungelei beschäftigt ist, mehren sich die Stimmen, die nach der Pannenwahl von Berlin eine Neuauszählung der Stimmen fordern. Was in Berlin am Wahltag passiert ist, kann man als das vorläufige Ende einer Kette von Beweisen ansehen, dass Deutschlands Institutionen nicht mehr funktionieren. Bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal blieben manche Orte tagelang ohne staatlichen Hilfe. Hier sprang die Bürgerschaft ein und verhinderte Schlimmeres.

Bei der Wahl in Berlin gab es keine Möglichkeit mehr, die Unfähigkeit der Behörden zu verdecken. Am Ende des Tages wurden Wähler unverrichteter Dinge nachhause geschickt, Schätzungen statt Auszählungen angegeben und alle falsch ausgeteilten Wahlzettel einfach als ungültig gezählt. Ein Bekannter betrat um 10 Uhr sein Wahllokal und stellte fest, dass die Liste für die Abgeordnetenhauswahl vom Nachbarbezirk war. Bis dahin hatten weder der Wahlvorstand noch die Wähler etwas davon bemerkt. Da lief die Wahl schon seit zwei Stunden.

Es ist aber noch mehr zweifelhaft am Ergebnis. Den Freien Wählern wurde kurz vor dem 26.09. ein Ergebnis von 3 Prozent mit Tendenz nach oben prognostiziert. Sie landeten bei 0,8%. Marcel Luthe, der Spitzenkandidat der FW hat inzwischen eine Neuauszählung der Stimmen für ganz Berlin beantragt. Er sagt, es hätten sich schon mehr Wähler, die für ihn gestimmt haben bei ihm gemeldet, als die offizielle Angabe betrug. Wenn die Wahl in Berlin für ungültig erklärt werden sollte, könnte das auch Auswirkungen auf den Bundestag haben. Zwei der Direktmandate errang die SED-Linke in Berlin. Was ist, wenn da auch nur „geschätzt“ wurde?

Während die Aufmerksamkeit den Wahlen und ihren Koalitionsfolgen gilt, geht abseits davon der alltägliche Wahn weiter.

Inzwischen gibt es Vielfalt-Parkplätze für die vielen Geschlechter. Es wäre interessant zu wissen, wer sie am Ende in Anspruch nimmt. Die Spitze des deutschen Wahnsinns  hat die Stadt Neuenrade erklommen. Hier kann man tatsächlich Hunde anmelden, deren Geschlecht mit „divers“ angegeben werden kann. Wie der Hund kommuniziert, dass er zwar wie ein Dobermann aussieht, aber das sanfte Seelchen eines Schoßhündchen hat, bleibt das Geheimnis des Hundehalters und der Behörden.

Während solcher Kokolores produziert wird, steigt die Inflation auf bisher kaum gekannte Höhen, steigt die Gefahr eines Blackouts, wird weiter an der Destabilisierung des Stromnetzes gearbeitet durch die Installation immer neuer Windräder, bei gleichzeitigem Abbau derer, für die es keine staatliche Subvention mehr gibt. Kein Windrad ist wirtschaftlich, nirgends. Fabriken müssen nicht nur bei Opel stillgelegt werden, weil es keine Zulieferung von dringend benötigten Teilen mehr gibt. Es deutet sich an, dass im Winter Strom und vor allem Gas und Öl für die Heizungen knapp werden könnte. Aber bei den Koalitionsverhandlungen spielen die wahren Probleme unseres Landes keine Rolle. Das ist das Einzige, dessen wir sicher sein können.

Quelle: Vera Lengsfeld

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